16. Kapitel

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X E N O S


Da waren sie wieder. Die Bilder. Der Mondschein, der die kleine Lichtung erhellte und das braune Fell, das aufblitzte. Knochen, die knackten und der qualvolle Schrei, der darauffolgte.

Es war ein Hinterhalt.

»NEEEIN!« Ich rannte über die Lichtung, doch ich war zu spät. Sein Kopf rollte bereits über den Boden und hielt vor meinen Füssen an. Leere haselnussbraune Augen starrten mich an, während ein dunkles Lachen durch den Wald hallte.

»Leav ist tot Xenos.«

Wieder und wieder hörte ich seine Schreie, sie verfolgten mich, liessen mich nicht mehr los, während Serdas Lachen mich verspottete.

Ich war zu spät. Ich war zu spät. Ich war zu spät.

Und dann verstummten die Schreie augenblicklich. Jemand rüttelte mich. Hände auf meiner Brust, an meiner Wange.

»Xenos, wach auf!«

Arya.

Sobald ich meine Augen aufschlug, schoss ich in die Höhe und jahrhundertalte Gewohnheiten schlugen ein, als ich die Person vor mir blitzschnell packte und aufs Bett presste, mein Arm gegen ihren Hals gedrückt.

»Ich bins, Xenos! Ich bins nur, Arya!«

Ich blinzelte mehrmals und meine Sicht wurde scharf, als ich abrupt meinen Arm von ihrem Nacken wegriss. »Arya.«

»Einen starken Griff hast du, dass muss man dir lassen.« röchelte sie und grinste neckisch.

Die tausend Fluche die mir auf der Zunge lagen unterdrückt, half ich ihr hoch. »Verdammt entschuldige mich.« Sie schwankte kurz, bis sie ihr Gleichgewicht fing und ihre Hände in die Bettlaken krallte. Meine Brauen zogen sich zusammen, als ich sie im spärlichen Licht, dass sich vom Flur aus in mein Schlafgemach stahl, ansah. »Was tust du hier?«

Rasch hob sie ihren dumpf schimmernden Blick, und riss ihn von meiner nackten Brust weg. Verlangen schoss heiss durch meine Adern und ich biss die Zähne zusammen, um sie nicht direkt wieder in die vielschichtigen Laken zu pressen.

Meine Lenden pochten bereits, als sie sich auf die Lippen biss. »Du hast... geträumt.«

Scheisse. Sie musste die Schreie gehört haben. Meine Knochen knackten unter meinen fest zusammengeballten Fäusten und ich sah weg, als ein mir nur allzu bekannter Geruch meine Sinne streifte. Mein Kopf schnellte in ihre Richtung und ich konnte das Knurren nicht verhindern, das über meine Lippen drang. »Wo? Wo blutest du?« Ich suchte bereist ihren Körper mit meinen Augen ab, als ich der rote, blutdurchtränkte Fleck ihres Pullovers entdeckte. Ich wollte mir die Wunde gerade genauer ansehen, als sie meine Hände wegschlug.

»Es ist nichts weiter als eine Schnittwunde.« protestierte sie fest mit hochroten Wangen.

Dieser elende Sturkopf. »Dann hast du auch nichts einzuwenden, sie mir zu zeigen.«

Ihre Hände wollten meine bereits erneut abwehren, als sie sich zitternd um meine verkrampften und ihr Körper schwankte. Schnell hielt ich sie an den Schultern fest, als sie auf mich kippte und ihre glühend heisse Stirn auf meine Schulter sackte.

Ich zog scharf die Luft ein. »Nur eine Schnittwunde, hm?« Sie war so warm wie loderndes Höllenfeuer. Sachte legte ich sie hin und schob den Pullover hoch. Als ich den Stofffetzen, den sie sich um ihre Hüfte geschlungen hatte, entfernte, erstarrte ich. Sie hatte nicht gelogen, es war keine tiefe Wunde, doch das war es nicht, was mich beunruhigte. Es war der Geruch. Der süsse, bittere Duft, der nur eines bedeuten konnte.

X E N O S | ✔️Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt