3. Kapitel

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A R Y A




Ich schloss die Tür hinter mir, als ich in das grosse Holzhaus meines Vaters trat, in dem ich ganze achtzehn Sonnenumläufe gelebt hatte. Sanft berührte ich das grosse Bild, welches an der Wand hing, während meine Brust brannte. Sie war so schön gewesen. «Was möchtest du mit mir besprechen?»

Er setzte sich an den Tisch und goss sich eine dunkle Flüssigkeit in seinen Kelch. «Komm, setz dich hin.»

Ich tat wie mir geheissen, wandte mich von dem Bild unserer einst dreiköpfigen Familie ab und verschränkte die Hände auf der Tischplatte, als ich mich hinsetzte. Er reichte mir einen weiteren vollen Kelch und ich nahm einen Schluck. «Es geht um die Angriffe, nicht wahr?»

Vater sah mich verdutzt an. «Nein, natürlich nicht. Nzuak kümmert sich darum.»

«Was?» der süsse Wein brannte in meiner Kehle. Ich war der erste Pfeil, nicht Nzuak. «Aber es betrifft unser Stamm!»

«Nicht nur. Dieses Monster hat auch die Akarer angegriffen, sowie auch andere Stämme in Anifeira.» Seine Miene verzerrte sich vor Wut. «Diese Wölfe werden schon noch erfahren, was wir davon halten, wenn sie uns angreifen.»

«Vater, wir wissen nicht, ob es sich um einen Werwolf handelt. Und wenn es so ist, dann können die Packs nichts dafür, was Rogue unter ihrer Tollwut tun.»

Im selben Moment in denen ich die Worte aussprach, sah ich, wie sie an meinem Vater abprallten, und das Gegenteil von dem bewirten, was ich beabsichtigt hatte. Seine Augen funkelten wütend. «Natürlich schlägst du dich auf die Seite der Köter. Was hätte ich auch anderes erwarten können, als dass du mich abermals enttäuschst.»

Meine zu Fäusten geballten Hände zitterten und ich biss meine Zähne aufeinander. Er hatte mir meinen Beistand in dem Krieg gegen Serdas immer noch nicht verziehen. «Nein Vater, du hörst mir nicht richtig zu.»

«Schweig!» donnerte er und hob die Hand, bevor ich etwas dagegen erwidern konnte. «Das ist nicht der Grund, warum ich dich heute sprechen wollte.»

Mit verschränkten Armen funkelte ich ihn an.

Er räusperte sich. «Nun, du bist jetzt 22 Sonnenumläufe. Alt genug, um das Thema der Heirat an zu sprechen. Natürlich habe ich mir darum Gedanken gemacht und bin auf einen Schluss gekommen. Wie du selbst bestimmt schon gesehen hast, ist Nzuak ein attraktiver junger Mann, ein hervorragender Krieger und Häuptling.»

Mein Blut gefror und ich erstarrte, nicht imstande, mich zu bewegen, geschweige denn etwas zu sagen.

«Die Akarer haben ein grosses Heer, das noch niemand besiegen konnte. Durch eine Vermählung mit Nzuak würden wir einen Packt schliessen können, der uns mehr gibt als jeder andere Stamm.»

Langsam schüttelte ich den Kopf. «Das kann nicht dein Ernst sein.»

Er sah mich schweigend an.

«Und wer wird dann dein Nachfolger?»

Vater zuckte mit den Schultern, sodass sein üppiger Bauch wackelte und trank noch ein Schluck Wein. «Takar.»

Ich lachte geschockt. «Takar? Wie kannst du Takar als Häuptling benennen? Er ist nichteimal annähernd so gut in der Kriegskunst wie Rowtag oder Cha'tima.» Er ist nicht der erste Pfeil. Ich beugte mich über den Tisch und sah ihm fest in die Augen. «Seetohu, gib mir eine Chance. Ich beweise dir, dass ich mich deinem Platz würdig erweise. Nur eine Chance.»

Sanft berührte er meine Hand, doch seine Augen schimmerten entschlossen. «Ahivi, Takar wird Häuptling, das ist eine beschlossene Sache.»

Ich entzog ihm meine Hand, während mein Puls raste. «Ich werde mich ganz sicherlich nicht verkaufen lassen wie ein Pferd.»

«Das war keine Frage. Du wirst Nzuak heiraten, ob es dir gefällt oder nicht.»

«Sonst was?» zischte ich.

«Entweder, du erfüllst deine Pflicht, oder du bist nicht länger dem Stamm Retani angehörig.»

Ich keuchte und mein Herz setzte aus. «Du verbannst mich?»

«Nicht, wenn du dich so verhalten würdest, wie es sich der Tochter des Häuptlings gehört.» bestimmte er ärgerlich.

Ich sprang auf. «Wie kannst du so etwas von mir verlangen? Mutter hätte das nie zugelassen!»

«Halte deine Mutter aus dem Spiel!» donnerte er und sein roter Kopf glühte von seiner Wut. «Du verstehst die Wichtigkeit dieser Sache wieder einmal nicht! Wann verhältst du dich endlich wie eine ehrenhafte Kriegerin sich verhalten sollte? Hier geht es um unseren Stamm. Es ist deine Pflicht als meine Tochter, diese Ehe einzugehen, ob du willst oder nicht. Benimm dich um Gaias Willen einmal wie du solltest.»

Entsetzt blickte ich ihn an und wartete darauf, dass er zu lachen anfing. Das er mir sagte, dass das alles nichts weiter als ein blöder Streich war. Dass er mich liebte und mich niemals hergeben würde. Ich blinzelte die Tränen weg und richtete mich auf.  Eisige Kälte kroch meine Glieder hinauf. Ehrenvoll neigte ich den Kopf, während keinerlei Emotionen mehr mitschwangen, als ich sagte: «Wenn es das ist, was Ihr möchtet, dann werde ich meiner Pflicht nachgehen, Chief

Damit drehte ich mich um und schritt mit erhobenem Haupte aus dem Haus. Kurz streifte mein Blick das Bild erneut.

Wie sehr ich mir doch nur wünschte, dass du noch hier wärst, Mutter.









Heey babes 🤍

Neues Kapitel 😍🙏🏽

Ich weiss, dass war ein sehr kurzes Kapitel 😢 dafür kommt morgen ein längeres 😉

Hat es euch gefallen? ☺️

Ach und wann soll ichs morgen hochladen? 🥰

Kommentiert und stimmt ab 💕

Love you guys,

Xx raven

X E N O S | ✔️Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt