A R Y A
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»Vosheea ehsa. Verzeih. Ich kann nicht.« Ich entzog ihm meine Hand und drückte gegen seine Brust. »Ich muss gehen.«
Er knurrte und versengte mich mit seinem Blick, als seine Hände neben meinem Kopf sich zu Fäusten ballten. »Vor was hast du Angst, hm? Vor was? Sag es mir, dass ich es verdammt noch mal aus dem Weg schaffen kann. Damit ich dir verdammt noch mal sagen kann, dass ich es nicht tun werde. Niemals.«
Mein Puls raste, als ich meinen Kopf schüttelte. »Das liegt nicht in deinen Händen.«
Seine Kiefermuskulatur verhärtete sich. »Du gibt's mir ja nicht einmal die Chance dazu. Du rennst weg. Versuchst es nicht einmal.«
»Du verstehst es nicht!«
»Dann sag es mir!«
Frustriert über diesen Sturen Wolf presste ich meine Hände gegen seine Brust, und als er darunter nicht nachgab, schlug ich verzweifelt gegen seine harten Muskeln und schämte mich in Grund und Boden, als meine Stimme brach. »Hast du dich jemals in meine Lage versetzt, hm?«
Mit einem Ruck riss er mich nach oben, sodass ich vor ihm sass. Eindringliche blaue Augen sahen mich an, doch ich liess ihn nicht zu Wort kommen. »Mein gesamtes Leben habe ich dafür geschuftet, die Kriegerin zu sein, die mein Vater sich für sein Thronerbe vorstellt. 23 Sonnenumläufe habe ich alles dafür getan, der erste Pfeil Retanis - seine Nachfolgerin zu werden.
Und egal wie sehr ich versuche, die pflichtbewusste Tochter zu sein, drängst du mich dazu, dich zu wollen. Du lässt mich nicht von dir loskommen, egal wie sehr ich es auch probiere. Du machst, dass jede meiner Zellen dich will – dass ich mich nach dir verzehre, bis ich mich nur noch wie ein hormongesteuertes Teenagemädchen verhalte, die sich nach deiner Aufmerksamkeit sehnt, wie ein liebeskranker Hund!«
»Du bist kein hormongesteuerter Teenager. Das zwischen uns«, er zeigte mit bebendem Finger zwischen uns hin und her, »gibt es nur einmal. Also stoss mich nicht von dir weg!«
Gereizt fuhr ich mir durch meine teils geflochtenen Haare. Er verstand es einfach nicht! »Was denkst du, wird passieren, wenn ich mich auf dich einlasse, hm? Ich bin verlobt, Xenos - verlobt! Ausserdem du bist ein Werwolf. Mein Vater würde das niemals akzeptieren.«
Er knurrte, der Wolf in seinen Augen. »Das ist mir egal.«
»Mir aber nicht!« schrie ich und seufzte dann, als meine Schultern herunter sackten. »Ich teile die Ansichten meines Vaters nicht. Ich weiss, dass Rogues und Werwölfe nicht ein und dasselbe sind. Doch der Graben zwischen Gis und Wölfe ist gross.« Ich strich über die hübschen Blumen, die im Mondschein noch bezaubernder aussahen und dachte an die einst ähnliche Blumenwiese, die unser Stammesland überlagerte. Die Blumenwiese, die in jener Nacht in blutrote Farbe getränkt wurde. »Wir wurden von einem Roguepack angegriffen. Sie hatten mehrere unserer Stammesmitglieder in den Tod gerissen. Meine Mutter ebenfalls.«
Er griff nach meiner Hand. »Das tut mir leid.«
Kurz erschien ein Lächeln auf meinem Mund, als auch schon die düsteren Erinnerungen meine Sinne trübten und es wieder von meinem Gesicht verflog. »Mein Vater würde mich nicht verbannen, wenn er das mit uns erfahren würde. Nein, er würde viel weiter gehen. Enterben, dass würde er mich. Weder hätte ich ein Anrecht auf den Häuptlingsplatz, noch wäre ich der erste Pfeil – nicht einmal seine Tochter wäre ich mehr für ihn.« Ich schüttelte den Kopf, blinzelte die brennenden Tränen weg und wich seinem Blick aus, damit er nicht erkannte, wie tief meine Narben reichten. Ich flüsterte: »Ich würde alles verlieren. Mein Stamm, meine Freunde und mein Vater.« Ich würde endgültig in die Schlucht fallen, ganz alleine. »Und dass alles für was? Für jemanden, der nach einer Weile sowieso seinen Mate finden würde und mich ebenfalls nicht mehr bräuchte. Ich hätte nichts und niemanden mehr.« Ich riss meinen Kopf hoch und sah in das hübsche Gesicht, das so viel mehr für mich geworden war. »Ich wäre nichts mehr für dich.«
Ich hatte nicht bemerkt, dass ich weinte, bis er mir sanft die Tränen von den Wangen wischte. »Eher würde ich mich bei lebendigem Leib verbrennen lassen, als von dir zu verlangen, dass du all das für mich aufgibst.« Er nahm mein Gesicht in seine bebenden Hände. »Aber lass mich dir eins versichern, Mate hin oder her, ich würde dich nie verlassen. Ich würde immer für dich da sein. Ich bin immer für dich da. Egal wann, egal wo, ruf mich und ich komme.«
Ein Schluchzer brach aus meiner Kehle. »Sag so etwas nicht.«
»Ich sag das nicht, um dich zu verletzen, Arya. Egal wie du dich entscheidest. Ich werde da sein für dich. Immer.« Rau, hart und ehrlich.
»Wenn ich eine andere Frau wäre, in einem anderen Leben, dann würde ich nicht nein sagen. Dann würde ich mich auf dich einlassen. Ich würde dich zu meinem Mann machen.«
Er schmunzelte, doch seine Augen schimmerten traurig. »Würdest du, ja?«
Meine Lippen zitterten, als ich zu lächeln versuchte. »Aee.«
Er drückte einen Kuss auf meine Stirn, der so zärtlich war, dass ich nur noch mehr weinte. »Immer für dich da, Arya. Immer.« Damit zog er sich zurück, und es war, als würde ein riesen Loch in meiner Brust klaffen. Unendlich leer und alleine sass ich da und sehnte mir schluchzend seine Wärme herbei.
Grimmig presste ich meine Lippen aufeinander. Diese Pflicht hatte mir schon so viel genommen, sie sollte mir ihn nicht auch noch nehmen. Nicht heute. Nicht diese Nacht. Entschlossen griff ich nach seinem Arm und hielt ihn dabei auf, aufzustehen. Meine Finger krallten sich in sein weisses Leinenhemd und ich zog ihn zu mir herunter, als ich auch schon meine Lippen auf seine presste. Es war kein sanfter, süsser Kuss, noch war er heiss und leidenschaftlich. Er war roh und verzweifelt – schmeckte nach dem Salz meiner Tränen. »Lass mich alles für einen Moment vergessen. Nur für ein paar wenige Stunden. Lass mich diese Frau sein.« Und von einem Leben mit dir träumen.
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X E N O S | ✔️
Weerwolf*ABGESCHLOSSEN* ➳ ZWEITES BUCH DER " a mate's call " SERIE ➳ (Kann unabhängig vom 1. Teil der Serie gelesen werden) Sturmblaue Augen, blonde zerzauste Haare und eine mürrische verzogene Miene. Er ist der König der Werwölfe. Er ist der Mann, d...
