A R Y A
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Natürlich hatte ich alles andere als grosse Lust meinem Vater gegenüber zu treten und wenn es nach mir ginge, würde ich mich einfach in die Zelte der Ältesten schleichen und mir die Informationen sammeln, die ich benötigte. Doch erstens hatte ich Reah im Schlepptau und es wäre das pure Gegenteil von Edelmut und Stolz, versteckt zu agieren, um dem Häuptling aus dem Weg zu gehen.
Also näherte ich mich der Felswand, die in dem dichtbewachsenen, stechend grünen Dschungel hervorragte und von etlichen Schlingpflanzen und Unkraut bewachsen war. Mit einer mir nur allzu vertrauten Geste wischte ich den Gewächsvorhang zur Seite und schritt durch die verborgene Öffnung, Reah dicht auf den Fersen.
Ich starrte auf die grosse Lichtung vor mir. Schon abertausend Male hatte ich mir vorgestellt, wie ich hier stehen und mit dem Genuss der Sonnenstrahlen auf meiner Haut, welche sich durch die einzelnen Blätter der überirdisch gigantischen Bäume hindurchstahlen, auf die kleine Siedlung vor mir schauen würde. Ich hatte mir vorgestellt, wie ich die frische, leicht feuchte Luft in meine Lungen sog und dabei das warme Gefühl von Heimat auf der Zunge schmeckte.
Aber ich hatte mich geirrt.
Das Glücksgefühl war in Wirklichkeit einem stechendem Verlustgefühl gewichen. Nicht, weil ich all das verloren hatte, sondern weil es nicht mehr mein Zuhause war – sich nicht mehr nach Zuhause anfühlte. Ich gehörte hier nicht mehr her, war keine Retani mehr, war nicht mehr der erste Pfeil te Retani, noch war ich Arya, Tochter Honaws.
Ich wusste gar nicht mehr, wer genau ich war.
Eine Hand auf meiner Schulter. »Komm, lass uns das hinter uns bringen.«
Ich nahm es ihr nicht übel, dass sie mich nicht aufzuheitern versuchte. Denn ich wollte keine tröstenden Worte hören, es würde sowieso nichts bringen. Und der Einzige, der etwas gegen das Gefühl hätte verrichten können, war nicht hier.
Ich tastete nach dem Messer, das in dem Holster um meinen Oberschenkel lag, und nickte. Hoffentlich würde ich es nicht einsetzen müssen. »Gehen wir.«
Wir traten auf den eingetretenen Pfad vor uns und folgten den Fackelstäben, die zu dieser Zeit des Tages nicht angezündet waren, da die Morgensonne genug Licht bot.
»Ich dachte, du wärst tot.«
Cha'tima war zwischen den dicht beieinander stehenden Holzhäuser hervorgetreten und stand jetzt vor uns. Seine weisse Bemalung hob sich wie meine von seiner braunen Haut ab.
Ich blieb stehen. »Tut mir leid, dass ich mich nicht verabschiedet hatte.« Keine Lüge, das war ernst gemeint.
Ein Gesicht, das einst so fröhliche Züge genossen hatte, war nun in Stein gemeisselt. »Ich habe verstanden, dass du weggerannt bist. Das wäre ich an deiner Stelle auch.«
Ich wusste nicht, was ich darauf erwidern sollte, also sagte ich nichts, in der Hoffnung, er würde wieder das Wort ergreifen. Doch anstelle dessen, tat er etwas ganz anderes. Er warf seinen Speer beiseite und schloss mich fest in seine Arme. »Ich bin so froh, dass du am Leben bist.«
Ich erwiderte seine Umarmung fest und schloss meine Augen. »Ich wollte zurückkommen. Ehrlich.« Hatte ich wirklich gewollt, aber ich hatte nicht mit einem gewissen Werwolf gerechnet.
»Was ist passiert?«
»Viel.« Zu viel, um in dahingesagten Worten zu erklären. Ich löste mich aus seinen Armen und wir setzten alle drei den Weg zum Siedlungskern fort.
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X E N O S | ✔️
Werewolf*ABGESCHLOSSEN* ➳ ZWEITES BUCH DER " a mate's call " SERIE ➳ (Kann unabhängig vom 1. Teil der Serie gelesen werden) Sturmblaue Augen, blonde zerzauste Haare und eine mürrische verzogene Miene. Er ist der König der Werwölfe. Er ist der Mann, d...
