A R Y A
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Der Tag neigte sich bald dem Ende zu und die Sonne tunkte den Wald in ein atemberaubendes goldenes Orange, als ich mich schlussendlich vom Nadelbaum schwang und den Heimweg antrat. Ich hatte lange darüber nachgedacht, was Reah mir gesagt hatte und es stellte sich die Frage, ob ich bereit war, all das hinter mir zu lassen. War ich bereit, Xenos zu verlassen?
Darauf gab es nur eine Antwort.
»Arya, ich hab dich lange gesucht. Wieso bist du nur weggerannt?«
Ich drehte mich zu der Stimme um. »Devon...?«
Gemächlich verzog sich sein Mund in ein Grinsen. »Wie konntest du es wagen?« Er legte den Kopf schräg. »Wie konntest du nur so etwas wagen?«
Seine ruhige Stimme und das leicht irre Lächeln auf seinem Gesicht schickten eisige Schauer meinen Rücken hinab. Ich wollte automatisch nach meinem Pfeil und Bogen greifen und dann nach einem Dolch, als mir bewusstwurde, dass ich beides in den Tunneln liegengelassen hatte. Ich wich langsam zurück. »Wie konnte ich was wagen?«
»Du! Du hast sie getötet!« schoss er zurück und seine hellstrahlenden Augen funkelten mich an. »Dafür wirst du büssen!«
Ich sah ihn entgeistert an. Wie fest hatte er sich denn den Kopf angeschlagen? »Für Echindas Tod?«
Bevor Devon etwas entgegnen konnte, tauchte ein Portal zwischen uns auf. Zuerst trat ein makellos polierter Lackschuh aus dem goldenen Wirbel, darauf folgten ein Mann in einem schwarzen, edelaussehenden Smoking.
»Trauerst du immer noch unserer Mutter hinterher?« Daemon schloss das Portal mit einem Fingerschnipsen und richtete dann seinen Kragen. »Erbärmlich, wenn du mich fragst, Bruder. Hast du denn nichts Besseres zu tun?«
Ich sah zwischen den zwei hin und her. »Ihr seid Geschwister?« Nun gut, die blonden Haare waren vielleicht ähnlich, wenn auch Daemons Blond fast schon einem Weiss glich, aber gleich Brüder?
Devon ignorierte meine Frage und blaffte: »Verschwinde Daemon, das geht dich nichts an.«
Daemon jedoch sah zu mir. »Wenn ich dir vorstellen darf, junges Gi Mädchen.« Er zeigte auf Devon. »Mein allerliebstes Bruderherz, Chimära.«
»Wie... Aber ...« stotterte ich, unterdessen ratterte mein Hirn. »Wenn das nicht Devon ist, wo ist er dann?«
»Devon ist tot.« Devon oder nein, Chimära verdreht die Augen. »Er hatte sein Urteil in jenem Moment unterschrieben, als ich ihn am Fluss entdeckt habe.«
»Aber wenn Devon tot ist... Dann haben wir dich zurückgetragen? Du warst das die ganze Zeit?«
Chimära klatschte in die Hände. »Bravo, Ihr habt es begriffen.« veräppelte er mich. »Wie sonst konnten all eure Rudelmitglieder so unbemerkt von dem höchst bewachten Packgelände verschwinden? Wie glaubst du Arya, hat Echinda von eurem tollen Einbruch erfahren?« Seine Augen flackerten, wurden mit jeder Sekunde dunkler, während seine Haare ebenfalls an Farbe verloren. »Oder wieso sollte Cecilia genau wissen, was bei dem Einbruch falsch gelaufen ist?« fragte er und nestelte dann in seiner Hosentasche herum. Dann zog er ein grünes Glasfläschchen heraus, warf es daraufhin jedoch fluchend beiseite, zumal er erkannte, dass es leer war. »Und Georgie hat plötzlich die brillante Idee, dass sie die Wachen vergiften könnte und dass nur Cecilia dafür geeignet ist?«
Mein Magen drehte sich um. »Das warst alles du?«
Sein Gebiss verwandelte sich in spitzige, lange Fangzähne, und Krallen fuhren aus seinen Fingerkuppen. »Meine Mutter hatte einen fantastischen Plan. Es hätte euch alle stärker und mächtiger gemacht, doch ihr musstet alles zunichte machen!«
»Deine Mutter wollte uns auslöschen!« brauste ich auf.
»Genug.« warf Daemon ein, und hauchte dann eine Feuerwand zwischen mich und Chimära, als dieser sich auf mich stürzen wollte.
Ich schreckte vor dem Feuer zurück, genauso wie Chimära.
»Na, na, na, Brüderchen, du gehörst mir.« säuselte Daemon dunkel, schritt durch das flackernde Feuer zu seinem Bruder. »Ich warte doch schon so lange auf diese Gelegenheit.« Er hob seine Hand, um die Feuerwand zu senken und auszulöschen.
Chimära fauchte. »Das war vor Hunderten von Jahren, komm darüber hinweg.«
»Komm darüber hinweg?« fuhr ihn Daemon an und seine Augen, sowie seine Adern glühten rot auf. »Zeig deine wahre Gestalt! Nun, ohne deinen beschissenen Trank, kannst du Devons Gestalt sowieso nicht mehr lange aufrechterhalten!«
Durch den grauen Rauch, der von dem ausgelöschten Feuer stammte, sah ich, wie sich Chimära verwandelte. Devons Gestalt veränderte sich in ein grosses Biest, mit acht Wolfsbeinen, einem Schuppigen Körper, mit einem langen Schwanz, der in einem spitzen Stachel endete und einem rötlichen Wolfskopf.
»Darum also die vielen Wolfsspuren...« flüsterte ich und zählte eins und eins zusammen.
»Du hast mir das einzige Gute in meinem Leben genommen. Darüber werde ich nie hinwegkommen, nicht, solange du noch am Leben bist.« Daemon schoss ein weiterer Feuerstrahl auf Chimära zu, aber dieser duckte sich frühzeitig, als ob er es kommen gesehen hatte und er rannte in Richtung des Flusses. »Oh nein, du wirst nicht einfach untertauchen und zu diesen dämlichen Höhlen schwimmen.« drohte Daemon, schoss einen weiteren, kräftigeren Strahl aus und diesmal erreichte es ihn.
Chimära schrie auf. Feuer tanzte über seinen Körper, während Daemon still neben ihm stand und zusah, wie sein Bruder in Flammen aufging.
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X E N O S | ✔️
Hombres Lobo*ABGESCHLOSSEN* ➳ ZWEITES BUCH DER " a mate's call " SERIE ➳ (Kann unabhängig vom 1. Teil der Serie gelesen werden) Sturmblaue Augen, blonde zerzauste Haare und eine mürrische verzogene Miene. Er ist der König der Werwölfe. Er ist der Mann, d...
