A R Y A
➳
Ohne mich noch länger zu quälen, verliess ich die Halle und trat gerade in einen hell tapezierten Gang, der zur Küche führte, als jemand ebenfalls in den Flur einbog.
Sie war mir gefolgt.
»Ärger im Paradies, was?«
Ich drehte mich um und musste ein Fauchen unterdrücken. Ihre blonden Haare fielen ihr in vollkommenen Wellen den Rücken hinab und das pompöse Kleid, dessen klassisches Rot tadellos zu ihren roten Lippen passte, stach deutlich von allen anderen Werwölfen hervor. Sie war hübsch keine Frage, aber das war es nicht, was mich störte. Das Perfekte darin, das Makellose, war es, das wie eine Nadel in meine Haut stach und immer tiefer wühlte.
Hier standen wir, beide in unseren roten Kleidern, und ich fragte mich, wer ihm besser gefiel. Wünschte er sie sich zurück? Hätte er lieber sie als seinen Mate?
Aee, er hatte mich zu seiner Königin ernannt. Doch hatte er das, weil er es wollte, oder weil er es heute Abend tun musste? Ich kannte die Antwort darauf nicht, und vielleicht war das such besser so.
»Was willst du Cecilia?« Meine Stimme war so schneidend wie ein Peitschenschlag.
Sie lächelte mich zuckersüss an. »Das Gleiche könnte ich dich fragen.«
Ich verdrehte meine Augen. Ich hatte keine Lust mich mit ihr zu streiten. »Verschwinde einfach.«
Natürlich hörte sie nicht auf mich. Sie verschränkte ihre Arme, was nur dazu führte, dass ihre Brüste aus ihrem tiefen Ausschnitt herauszuspringen schienen. »Ich will meinen alten Platz zurück.«
»Und der wäre? Der Scheisshaufen?« spottete ich und hob eine Braue.
»An seiner Seite.« zischte sie und funkelte mich an. »Wer glaubst du, hat ihn all die Jahre vor dir begleitet? Wer hat mit ihm auf dieser Tanzfläche getanzt?«
»Keine Ahnung, sags du mir doch!« blaffte ich und baute mich vor ihr auf, froh, endlich ein Ventil für meine Frust gefunden zu haben. »Aber wenn es dieses Miststück vor mir ist, dann lass es lieber. Er würde nämlich bestimmt nicht wollen, dass ich von solch einer peinlichen Vergangenheit wüsste!«
»AAHRG!« Mit lautem Gekreische warf sie sich auf mich und stürzte uns beide zu Boden. »Du verdienst ihn nicht, du kleine Schlampe!« Ihre Faust flog bereits auf mein Auge zu, als ich sie abdockte. »Gib mir dieses Diadem!«
»Ach das ist es, was du willst? Die Krone?« Ich schlug ihre Hände beiseite und rang sie auf die Seite, damit ich nun ober ihr sass. »Vergiss es!« fauchte ich und boxte ihr schnell und hart ins Gesicht.
Sie schrie auf und starrte mich dann wütend an. »Ganz bestimmt nicht! Du kannst Xenos und alle anderen um dich vielleicht täuschen, doch mich nicht.« Sie schüttelte den Kopf und ihre Zähne schimmerten rot vor Blut. »Ich weiss, dass du - Arya te Retani - nicht die ehrenvolle Kriegerin bist, die du so gerne angibst zu sein.«
Ich hielt ihre Hände an den Boden gedrückt und war geneigt, sie ihr zu brechen. »Wag es nicht, so über mich zu sprechen!«
Mit geschickten Griffen und Beingeschickt rammelte sie mich herunter und sprang dann auf. »Welcher Werwolf würde es wagen, Xenos Gast zu verletzen?« konterte sie, als ich ebenfalls auf meine Beine kam. »Petaloudagift ist nur in den tropischen Gebieten der Gis erhältlich. Jemand musste ein sehr grosser Groll gegen dich hegen, dass er den weiten Weg bis nach Moonwater-Pack auf sich genommen hat, um dich zu rächen und niederzustechen. Nicht ganz die ehrenhafte Kriegerin also.«
Ich schnaubte. »Jede gute Kriegerin hat Feinde. Es kommt darauf an, ob sie sie besiegen kann oder nicht.«
»Denkst du, das Rudel weiss nicht, wie viel Unfug du uns eingebracht hast?« Nun lachte sie hämisch. »Das Gerücht hat sich verbreitet wie loderndes Lauffeuer. Jeder weiss, dass die Mission des Einbruchs nur wegen dir fast gescheitert wäre.«
»Das ist nicht wahr.« protestierte ich, doch selbst ich erkannte, dass das eine Lüge war.
»Also, Arya, sag mir, was ist nur aus Honaws berüchtigter Tochter geworden?«
Oh, wie ich sie hasste! »UAAARH!« Ich stürzte mich auf sie, packte ihre Haare, zog so fest an ihnen, dass sie aufschrie, als mich jemand grob zurück zerrte und mich daran aufhielt, ihr die Augen auszukratzen und ihre Ohren abzureissen.
»Lasst mich los!« fauchte ich die zwei Soldaten an, die in voller Uniform neben mir standen und mich an beiden Armen festhielten. Was in aller Welt sollte das?
»Auf Befehl vom Alpha nehmen wir dich hiermit fest.«
Mein Kopf fuhr von einem Soldaten zum anderen und wieder zurück. »Was?« Sahen sie das Diadem auf meinem Kopf nicht? Begriffen diese Hohlköpfe nicht, wer ich war?
Andererseits, wie sollten sie auch, wenn ich mich doch selbst nicht wiedererkannte? Wer war diese Frau, so voller Wut und Schmerz?
»Xenos ist mein Mate.« stellte ich unverzüglich fest.
Die harten Griffe um meine Arme blieben.
»Wenigstens ist ihm klar, wohin du gehörst.« verhöhnte Cecilia mich. »Da du uns schon im ersten Einbruch behindert hast, will keiner mehr das Risiko eingehen, dich mitzunehmen. Nicht einmal dein ach so werter Mate.« Mit einem schadenfrohen Lächeln betrachtete sie noch einen Augenblick das Bild, das ich abgab, ehe sie im Saal verschwand.
Zorn war kein Begriff, für das, was durch meinen Körper wütete. Wie viel Scheiss soll heute denn noch in meine Richtung geschmissen werden, bis es genügte?
»XENOS!« brüllte ich. LÜGE, LÜGE, LÜGE! Es musste sich um eine Lüge handeln. So etwas würde er nie tun.
Er trat vor den Gang.
»Sie wollen mich einsperren!« Ich musste fast schon lachen, so albern war diese ganze Sache. »Sag ihnen, dass hier ein Fehler vorliegt!«
Seine Augen huschten kurz über mich, dann blieb er auf den Soldaten ruhen. Nichts an ihm rührte sich, er schien nicht einmal zu atmen. »Los, in den Kerker mit ihr.«
»Ja, Alpha!«
Ich war sprachlos, nicht einmal eine Beleidigung drang mir über die Lippen. Nichts. Ich stand da und sah zu, wie er sich einfach wegdrehte und davonging. Als wäre nichts passiert. Als würden sie mich nicht gerade grob gegen meinen Willen einsperren. Als wäre ich ihm egal.
Ein dumpfes Klirren in meinen Ohren, grauer Nebel, der alles um mich herum einnahm. Weder spürte ich die brutalen Klammergriffe um meine Arme, noch nahm ich wahr, wie ich weggeschleift wurde.
Die Zelltüre krachte vor meiner Nase zu und die zwei Soldaten verschwanden in den dunklen Gängen der Gruft, als mein Herz zersplitterte.
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Heey babes 🤍
Nächstes Kapitel ❤️
Wie fandet ihrs? 🥰
Wäre wohl besser gewesen, wenn ihr Zaira, Reah oder Georgie gefolgt wäre 😥
Bis morgen ☺️
Kommentiert und stimmt ab 💕
Love you guys,
Xx raven 🖤
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X E N O S | ✔️
Werewolf*ABGESCHLOSSEN* ➳ ZWEITES BUCH DER " a mate's call " SERIE ➳ (Kann unabhängig vom 1. Teil der Serie gelesen werden) Sturmblaue Augen, blonde zerzauste Haare und eine mürrische verzogene Miene. Er ist der König der Werwölfe. Er ist der Mann, d...
