A R Y A
➳
Die lauten Trommeln schlugen nach wie vor durch die Nacht und mein Volk tanzte und sang laut um das Feuer, während ich mich durch die abgelegenen Dorfwinkel schlängelte und versuchte, so wenig Leuten wie möglich zu begegnen. Schnell presste ich mich an die kalte Hauswand, als ich Rowtags und Cha'timas Lachen hörte. Vorsichtig spähte ich um die Ecke und sah, wie sie betrunken in die Richtung ihrer Häuser taumelten, jeder mit einer Frau im Arm, die jedes Mal loskicherten, sobald die Krieger etwas sagten.
Ich wartete bis sie um die Ecke bogen und rannte dann in die entgegengesetzte Richtung los. Ich wollte keine Gesellschaft, ich wollte einfach nur noch den sanften vertrauten Wind in meinen Haaren, die Blätter, die über meine Haut streiften und den feuchten Waldboden unter meinen Füssen spüren. Der Dschungel reckte bereits seine blättrigen Finger nach mir aus, als ich ein wütendes Gebrüll von dem Holzhaus neben mir hörte.
«Wie hast du mich gerade genannt?»
Ich hielt inne, als ich Nzuaks Stimme erkannte. Meine Neugierde nicht im Griff, tapste ich leise auf die Veranda und spähte durch ein Fenster.
«Es-Es t-tut mir leid. Bitte verzeiht mir!» flehte ihn eine zierliche Frau an und schluchzte auf.
Nzuak knurrte laut und verstärkte seinen Griff um ihren Arm, währen seine breite, muskulöse Statur, die eher einem Bullen glich als einem Krieger, über ihr auf dem Bett thronte. Das laute Klatschen halte bis nach draussen. «Chief heisse ich für dich!»
Die Frau hielt sich weinend die gerötete Wange und versuchte sich von ihm wegzudrücken. «Bitte lasst mich gehen, Chief!»
«Du wirst mir gefälligst dienen, hast du verstanden?» Er machte sich daran, seine Hose zu öffnen und presste brutal ihre Beine auf das Bett, als sie sich wehrte.
Geschockt schlug ich meine Hand vor den Mund, um kein Laut zu machen, als ich mich umdrehte und meinen Rücken an die Wand presste. Und dann schrie sie, es war, als würde das ganze Holzhaus darunter erzittern.
Ohne nachzudenken, riss ich die Tür auf und stürmte auf ihn zu, um ihn von ihr herunterzureissen. Ich sprang ab, warf ihn mit meiner Wucht zu Boden und schnellte meine erhobene Faust direkt auf seine Visage zu.
Doch er war schneller und stärker als ich erwartet hatte. Gekonnt fing er meine Faust ab und riss sie mit einem Ruck herum, sodass ich auf dem Boden lag und er mich mit seinem riesigen Körper überlagerte. Ein durchtriebenes Grinsen blickte mir entgegen und er presste meine Hände auf den Boden. Säuselnd raunte er: «Na wenn das nicht eine Überraschung ist.»
Seine eingebildete Arroganz erweckte meine angestaute Wut und ich fauchte. Er war nicht der Einzige, der schnell war. Ohne dass er es begriff, jagte ich ihm mein Knie zwischen die Beine – fest.
Er grunzte und war für einen kleinen Moment so von seinem eigenen Schmerz abgelenkt, sodass ich meine Hände aus seiner Umklammerung riss und ihn von mir schmetterte.
«Geh!» rief ich der Frau zu, die sich immer noch nicht bewegt hatte und auf dem Bett ausharrte. Ich begriff nicht, wieso sie sich nicht endlich aus dem Staub machte. «Na los, verschwinde!»
Völlig verloren und hoffnungslos sah sie mich an und eine Träne rollte über ihr Gesicht. Sie schüttelte langsam ihren Kopf und zeigte mir das Zeichen auf ihrem Handgelenk. Das Symbol der Zusammengehörigkeit und Liebe.
Sie war seine Frau.
Mit einem Ruck wurden meine Haare nach hinten gerissen und sein Gesicht erschien vor meinem. Seine dunklen Augen schimmerten mordlustig. «Das wirst du noch bereuen, du kleines Miststück!»
DU LIEST GERADE
X E N O S | ✔️
Werewolf*ABGESCHLOSSEN* ➳ ZWEITES BUCH DER " a mate's call " SERIE ➳ (Kann unabhängig vom 1. Teil der Serie gelesen werden) Sturmblaue Augen, blonde zerzauste Haare und eine mürrische verzogene Miene. Er ist der König der Werwölfe. Er ist der Mann, d...
