A R Y A
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Zu sagen, dass ich sauer wäre, wäre die Untertreibung des Jahrhunderts. Ich war fuchsteufelswild! Aee, das war ich. Jedenfalls war ich das gewesen, denn sobald ich um die Ecke trat und hörte, wie die Tür zugeschlagen wurde, war es dahin mit der brodelnden Wut. Der angestaute Damm der Tränen wollte zusammenbrechen und ich wollte schon die Treppe hochjagen, um mich in mein Gemach zu verschanzen, als mir einfiel, dass ich meine alten Räumlichkeiten nicht mehr besass. Jemand anders war nun in meinem alten Zimmer und das Gemach, das ich mit Xenos teile, wollte ich nicht aufsuchen. Zu viel Erinnerungen lagen in diesem Raum.
Also sank ich plötzlich kraftlos auf die roten Teppichtreppen und kniff meine Augen zusammen, um wenigstens das Brennen in ihnen aufzuhalten - vergebens. Energisch wischte ich mir die Tränen von den Wangen.
Du bist okay, du bist okay, alles ist okay, ich wiederholte die Worte in meinem Kopf, flüsterte sie vor mich hin, wie ein ewig andauerndes Mantra. Er hat mich nicht verlassen, hat er bestimmt nicht. Er ging Pflichten nach, so wie jeder andere König.
Ich drückte meine Hand auf mein Herz und wünschte, dass der höllische Schmerz endlich verfliegen würde, dass die klaffende Wunde schliessen und nie mehr aufbrechen würde.
Er. Hat. Mich. Nicht. Verlassen. Konnte er gar nicht, oder? Schliesslich war ich sein Mate und Werwölfe liessen ihre Mates nicht einfach so gehen. Ganz sicher nicht.
Doch die kleine Stimme hatte sich bereits eingeschlichen, flötete mir Dinge ein, die ich nicht hören wollte.
Was wenn doch? Was wenn er genug von mir hat? Vielleicht war ihm langweilig mit mir geworden? Vielleicht nervte ich ihn? Vielleicht war ich ihm eine Last?
»Nein, nein, nein!« schrie ich laut und stand auf. Meine Fäuste zitterten und ich stopfte die kleine, fiese Stimme so weit zurück, bis ich sie nicht mehr hören konnte. Xenos war nicht, wie mein Vater. Er war anders.
Ich würde dich nie verlassen. Ich würde immer für dich da sein. Ich bin immer für dich da. Egal wann, egal wo, ruf mich und ich komme.
Nur wo war er jetzt? Ich brauchte ihn, ich hatte ihn heute Morgen gebraucht und brauchte ihn jetzt. Mehr als alles andere. Wo also zum Teufel war er?
Ich atmete zitternd ein. Abermals hatte er sein Versprechen gebrochen und es schien, als würde ein Seil der Brücke reissen.
Hatte ich mich in ihm getäuscht? War er doch nicht der, für den ich ihn gehalten hatte?
Ich wusste, dass er darunter litt, dass sein Rudel angegriffen wurde, doch er war nicht der Einzige, der sich Sorgen machte. Auch Leute meines ehemaligen Stammes waren verschwunden, tot aufgefunden. Rowtag, mein bester Freund war zu einer lebenden Marionette geworden.
Naiv wie ich war, hatte ich geglaubt, wir würden diese Sache zusammen durchstehen. Wir würden uns genug vertrauen, um den Weg gemeinsam zu beschreiten. Aber gut, ich hatte mich geirrt. Das Einzige, was ich nun noch tun konnte, war die Stunden abzuwarten, bis der Ball beginnen würde und diesen Abend irgendwie hinter mich bringen. Wenn er erst einmal vorbei war, konnte wir endlich dieses Desaster zu Ende bringen, nun da wir die Formel für die Entbindung hatten.
Also verbot ich mir jegliche weiteren Tränen, die bereits in meine Augen traten. Ich hatte heute Morgen alle Male genug geweint. Und das auch noch vor aller Augen. Vor allen Gis meines früheren Stammes; eine weitere Schande.
Ich schritt durch die leeren Gänge des grossen Anwesens und versuchte meine nackte Haut zu ignorieren, die bei jeder Bewegung in der Sonne, die durch die grossen Fenster schien, aufblitze. Nachdem unschönen Treffen mit den Retanis, hatte ich meine Lederkleidung, die bei dem immer wärmer werdenden Wetter hier oben im Norden fast schon wieder tragbar gewesen wäre, gepackt, mir einen Waschlappen geschnappt und mich eine Weile in den Wald zurückgezogen. Dort hatte ich ein kleines Feuer entzündet und stillschweigend meine Kleidung verbrannt. Hatte mir stumm die weisen Linien von der Haut gewischt.
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X E N O S | ✔️
Manusia Serigala*ABGESCHLOSSEN* ➳ ZWEITES BUCH DER " a mate's call " SERIE ➳ (Kann unabhängig vom 1. Teil der Serie gelesen werden) Sturmblaue Augen, blonde zerzauste Haare und eine mürrische verzogene Miene. Er ist der König der Werwölfe. Er ist der Mann, d...
