E C H I N D A
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»NEEEIN!« schrie Echinda und schmetterte mit einem Schlag alle Kelche von dem Altar. »Wieso funktioniert es nicht?!«
»Bleib ruhig, Saehva.«
»Halt endlich deinen dummen Mund und sei still!« herrschte sie ihren Sohn an und drehte sich dann zu dem eigentlichen Problem um. Da lag er, der berüchtigte, mächtige Werwolfkönig. Wie enttäuschend - folgte seinen Rudelmitgliedern blind, ohne misstrauisch zu sein. Was für ein Alpha war denn das?
Sie schlug ihre Hand auf die Steinplatte. »Wie kann er sich gegen mich auflehnen, das darf nicht möglich sein!« Ihr Blut lief durch seinen Körper, es sollte bereits durch seine Adern fliessen, sich ausbreiten wie verätzende Säure, doch er hielt es auf. Und sie konnte seine Seele nicht greifen.
»Man kann keine Seele beanspruchen, die bereits an jemand anderem hängt.«
»Nein. Die Markierung ist noch nicht vollzogen, ihr Band ist noch nicht so fest wie bei dem Lycan und seiner Frau.« Gleichzeitig, während sie es noch aussprach, prüfte sie ihre Annahme. Aee, der König hatte ein Band, doch es war nicht mehr als ein einzelner Faden, den sie eigentlich hätte durchschneiden können sollen, doch er blieb so resistent wie eine Stahlsäule.
Ihr Sohn überlegte still. »Er muss ihr seine Seele schon gegeben haben.«
»Du meinst, nur noch sie hält sich zurück?« Echinda betrachtete den Mann zu ihren Füssen. Sie konnte nicht verstehen, wie man jemanden freiwillig seine Seele schenkte. Kurz überlegte sie. Dieses Band war im Weg, es musste fort. »Wenn wir also das Band schwächen und er seine Gefühle ihr gegenüber ändert, dann könnte dieser Faden schwach genug sein, um ihn zu kontrollieren.«
»Müsste funktionieren.« telepathierte Echindas Sohn ihr zu.
»Zuerst werde ich wohl nur seine unbewussten Gedankengänge steuern können, bis ich Zugang zu seinem bewussten Denkmuster habe.«
Sein rötliches Nackenfell glänzte im Mondlicht, das durch die grosse, runde Höhlenöffnung hinter ihm drang. »Dann kommen die Gefühle und Handlungen dazu. Bis...«
Sie lächelte berauscht. »Bis ich schlussendlich seine Seele besitze, aee.«
»Nur wie willst du das hinkriegen?«
Echinda kauerte sich zu dem Werwolf herunter und strich ihm seine Haare aus dem Gesicht. »Zweifel, mein Liebling. Wir streuen Zweifel.« Sie hatte Einlass zu all seinen Erinnerungen, kannte die tiefsten Wunden des Königs.
Dann richtete sie sich wieder auf und wandte sich ihrem Sohn zu. »Sieh zu, dass alles nach Plan verläuft, Dijun.«
»Aee, Saehva.«
Ihr Sohn schleifte den Werwolf in den Gang, als sie sich durch den Raum wand und vor die Höhlenöffnung schlängelte. Nun, da es Nacht war und die grosse, hässliche Sonne nicht mehr im Himmel stand, konnte sie bedenkenlos auf den sich vor ihr erstreckenden Nadelwald blicken, ohne zu fürchten, dass sie die goldene Kugel verbrannte. Die leichte nächtliche Brise wehte ihr über ihre schuppige Haut und sie erschauderte wohlig.
Ihr Plan war soweit aufgegangen. Und wenn das Band erstmal zu flackern begann, würde sie nichts mehr aufhalten können.
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X E N O S | ✔️
Werewolf*ABGESCHLOSSEN* ➳ ZWEITES BUCH DER " a mate's call " SERIE ➳ (Kann unabhängig vom 1. Teil der Serie gelesen werden) Sturmblaue Augen, blonde zerzauste Haare und eine mürrische verzogene Miene. Er ist der König der Werwölfe. Er ist der Mann, d...
