18. Kapitel

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A R Y A




Ich hasste ihn. Ich hasste ihn so sehr. Wie konnte er es wagen, mir solche Worte entgegen zu bringen. Wie konnte er es wagen, mich so fühlen zu lassen.

Weil ich es mir nie verzeihen würde, wenn dir etwas geschähe.

Ich erschauderte. Oh, ich hasste ihn so sehr.

»Danke Reah, dass du gekommen bist.« Xenos verschränkte die Hände auf der Ebenholztischplatte und sein weisses Leinenhemd spannte sich über seine muskulösen Oberarme.

»Aber natürlich.« Reah legte ihren grünen Wollumhang über den Stuhl und setzte sich grinsend an den Konferenztisch mir gegenüber. Ihr Blick zuckte zu mir, als sie die dicken modrigen Bücher auf die Tischplatte legte. »Verwunderlich, dass du nicht ebenfalls darüber gelesen hast.«

Ich verschränkte die Arme und lehnte mich auf der Rücklehne des Stuhls zurück. »Wirklich?«

»Nun ja jetzt wo dus sagst, Schätzchen.« Reah rümpfte die Nase. »Nein.«

Devon gluckste neben mir. »Reah, natürlich nicht. Mein Honigbienchen würde uns eher den Arsch versohlen, als in der Bibliothek langweilige Bücher zu lesen.« Er warf mir ein unanständiges Grinsen zu. »Nicht wahr, Honigbienchen?«

Ich grinste Devon an. »Darauf kannst du dir deinen hübschen Hintern verwetten.«

Daraufhin knurrte Xenos und liess mein Herz schneller schlagen. Ich versuchte nicht zu ihm zu blicken, versuchte es wirklich, doch es war, als ob er mein persönlicher Magnet war. Ein Magnet, von dem ich nicht davonkam, so sehr ich es auch versuchte. Seine blauen Augen funkelten, als er meinen Blick auf sich spürte und ihn erwiderte – ein Kribbeln in meinem Körper. Ich wanderte immer mehr der unsichtbaren Schlucht entgegen, kam ihr gefährlich nahe. Wenn ich einmal darüber schritt, konnte ich nicht mehr zurück, das wusste ich. Und auch dafür hasste ich ihn.

Reah schlug das Buch auf. »Der Stammbaum der Götter. Hades hatte mit Echinda, der Schlangenfrau, zwei Kinder gezeugt.« Ihr Finger fuhr über die Buchseite, entlang der abgebildeten Zweige. »Daemon und Chimära.«

Joy, die ebenfalls wie wir anderen an dem Tisch sass, nickte. »Höllenhund und Mischwesen.«

»Aee.« Reah strich sich ihre schwarzen Rastas aus dem Gesicht. »Die Legende besagt, dass die Kinder Echindas an ihrer Brust Blut anstatt nahrungsvoller Milch getrunken hatten. Von der Geburt an, hatte Echinda ihre Kinder an einen Blutschwur gebunden.«

Ein Blutschwur. Davon hatte ich schon gehört. Nur schon die rare Vorstellung dessen liess mich frieren. Ich schnappte mir den Krug auf dem Tisch und goss mir warmen Tee in eine Tasse ein, um meine kalten Finger zu wärmen. »Sie hatte sie zu ihren persönlichen Marionetten gemacht.«

Reah nickte mir dankbar zu, als ich ihr ebenfalls eine Tasse reichte und nippte an dem Kamillentee. »Aee. Sie war allem Anschein nach eine sehr eifersüchtige Furie, die alles und jeden kontrollieren musste. Hades packte den Stier bei den Hörnern und tötete die drei Monster erbarmungslos - Mutter und Kinder.«

»Nur das Daemon nicht tot ist.« Devon schnaubte höhnisch. »Was für eine lausige Arbeit er geleistet hatte.«

»Wieso sollte Daemon so viele Packs kaltblütig angreifen und Rudelmitglieder töten, das ergibt keinen Sinn.« fragte Joy und runzelte die Stirn.

Ich schüttelte den Kopf. »Die Morde können nicht grundlos gewesen sein. Es muss einen Grund geben, dass er ihnen jegliches Blut ausgesaugt hatte.«

X E N O S | ✔️Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt