A R Y A
➳
Meine Füsse baumelten immer noch in der Luft, mein Kleid und meine Haare, die sich mittlerweile aus der Hochsteckfrisur gelöst hatten, wehten im Wind, während sich einige meiner Finger um seinen Arm vor Erschöpfung lösten. »Bitte«, ich starrte zu ihm hoch, betete, dass er zurückgefunden hatte, »hilf mir.«
»Arya.« keuchte er abermals und blinzelte. Wolfsaugen verwandelten sich in blaue Meere. Dann huschte sein Blick zu seiner Hand, die mich am Arm festhielt und dann wieder auf mich, wie ich in der Luft hing, dem Fall gefährlich nahe. Ab da ging alles ganz schnell. Er packte mich mit beiden Händen am Arm, zog mich hoch und hob mich über die Kante in die Höhle. Echinda kreischte wütend auf, doch das hinderte ihn nicht daran.
Starke Arme pressten mich an ihn und er drehte mich fort von der Schlucht hinein in die Höhle. Zitternde Hände wanderten über meinen Körper. Er sagte nichts, murmelte nur immer wieder und wieder meinen Namen.
Meine Hände krallten sich in seinen nackten Rücken und ich atmete erleichtert auf, Gaia sei Dank!
»Arya.« Bebende Hände umklammerten mein Gesicht, und seine Augen schweiften zu meinem Kinn, dass eine üble Bekanntschaft mit seiner Faust hatte machen dürfen. Seine Züge entgleisten ihm, als er sich daran zu erinnern schien. »Nein.«
»Schon okay.« versicherte ich ihm, denn alles in mir zog sich bei seinem gebrochenen Anblick schmerzhaft zusammen. Der Faustschlag machte mir nichts aus, wirklich nicht. Es waren andere Dinge, die ich ihm nicht verziehen konnte. Dinge, von denen ich nicht wusste, ob er es gewesen war, oder doch nicht. Ich legte meine Hände über seine. »Das warst nicht du.«
Doch der Ausdruck in seinem Gesicht legte sich nicht und er zog auf einmal seine einte Hand unter meiner weg und stützte sich auf dem Boden ab, als ob er sich nicht mehr halten könnte. Er schüttelte den Kopf und sah mich einfach nur an. Rohe Verzweiflung. »Ich habe dir weh getan.«
Der Drang, es abzustreiten, war gross, doch das wäre eine Lüge. Also sagte ich nichts und wünschte mir, er würde es mir erklären. Mir erklären, wieso er all die schrecklichen Dinge getan hatte. Wieso er mich alleine gelassen hatte. Wieso er dachte, dass ich nicht würdig war, ein Teil seiner Aufmerksamkeit zu verdienen. Wieso er nicht für mich gewesen war. Wieso er nicht an mich glaubte.
»GENUG!«
Ich sah die schwarzen, langen, glitschigen Tentakel, bevor ich ihre schrille Stimme hörte. Sie gruben sich in seinen Rücken, bissen in seine Haut und zogen ihn dann mit einem Schlag von mir weg. Ich sah nur noch, wie er gegen die Wand schmetterte, bevor er auf dem Boden lag und sein ganzer Körper unkontrolliert zu zucken begann.
Oh Gott.
»Was habt ihr mit ihm gemacht?!« schrie ich und war bereits auf meinen Beinen, um zu ihm zu gelangen. »Xenos!« Als ich mich neben ihm kniete, nahm ich sein Gesicht in meine Hände, versuchte, in ruhig zu stellen, aber sein Körper zuckte weiter. »Macht das es aufhört!«
»Das kann ich nicht. Er ist gerade dabei, euer Band zu brechen.«
Schlaff fielen meine Hände von seinem Körper. Ich drehte mich zu ihr um. »Was?«
»Du hast mich schon richtig verstanden.« Sie seufzte genervt, als würde sie mir nur ungern alles erklären. »Mein Band drängt ihn dazu. Mein Band und die Schmerzen.«
Meine Kehle wurde staubtrocken. »Seit wann?«
Sie stützte sich auf dem Altar ab. »Seit eurem gescheiterten Einbruch.«
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X E N O S | ✔️
Lobisomem*ABGESCHLOSSEN* ➳ ZWEITES BUCH DER " a mate's call " SERIE ➳ (Kann unabhängig vom 1. Teil der Serie gelesen werden) Sturmblaue Augen, blonde zerzauste Haare und eine mürrische verzogene Miene. Er ist der König der Werwölfe. Er ist der Mann, d...
