Schlange?

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Harry

Was passieren soll? Alles mögliche. Warum habe ich nur ja gesagt? June meinte ich brauche mir keine Gedanken wegen Autogrammen und solche Sachen machen. Sind wir alleine? Das macht die Sache auch nicht leichter. Ich weiß nicht wann ich das letzte mal mit einer Frau, die nicht beruflich mit mir zu tun hat, alleine war. Ich schaue mich im Park um. Ich bin ohne Ziel los gegangen, mal links und mal rechts abgebogen. Vielleicht habe ich die Orientierung verloren. Es ist lange her, dass ich durch den Park gegangen bin. Entweder ich gehe laufen oder schwimmen. Nehme dafür aber immer die selbe Strecke. Ich tippe meine Adresse ins Telefon und drücke auf navigieren. Sofort spuckt mein Telefon eine Karte aus. Sicher würde ich den Weg wieder nach Hause finden, aber so geht es schneller. 5 Kilometer bis nach Hause. Prima. Bis zur Verabredung mit June bleibt nicht mehr viel Zeit. Ich muss mich beeilen.

***

Etwas verschwitzt schließe ich die Tür und stolpere fast über meine Tasche. Die liegt hier unberührt seit meiner Ankunft aus Paris. Das ist fast eine Woche her und ich habe es noch nicht geschafft sie auszuräumen. Ich greife nach Tasche und Koffer und nehme sie mit nach oben. Auspacken werde ich alles morgen. Schritt für Schritt zurück ins Leben. Mein Plan steht. Jetzt muss ich aber erstmal in die Dusche und überlegen was ich anziehe. Leicht und bequem. Für Shorts ist es noch zu kalt, ich entscheide mich trotzdem dafür, werde aber eine meiner Laufleggings unterziehen. Dazu ein Shirt und einen Hoodie. Das sollte gehen. Jetzt aber schnell in die Dusche. Es ist 18.30 Uhr. Meine Haare sind nass. Tropfen fallen mir ins Gesicht. Normalerweise lass ich sie lieber an der Luft trocknen, aber dafür fehlt mir jetzt einfach die Zeit. Im Badschrank suche ich nach meinem Fön. Ich weiß jetzt schon, dass ich danach aussehen werde wie ein Mopp. Mit nassen Haaren rausgehen ist aber keine Option. Also Augen zu und durch. Ich stelle den Fön auf die höchste Stufe. Es riecht kurz verbrannt, aber er pustet weiter. Mit meinen Händen fahre ich immer wieder durch meine widerspenstigen Locken. Okay, sie sind trocken. Nicht schön, aber trocken. In der Schublade unter dem Waschbecken suche ich nach einem Tuch. Ich binde es in meine Haare. Die Dinger haben mich schon immer gerettet. Warum ist es mir eigentlich so wichtig? 

Ich putze noch schnell meine Zähne, lege Deo und etwas Parfüm auf. Fertig. Noch 15 Minuten. Eigentlich die Zeit die man früher da sein sollte. Ich schnappe mir mein Zeug und sprinte die Treppen runter. Mein Herz schlägt schnell, aber es ist nicht der kurze Sprint von den Treppen. Ich bin nervös. Angenehm nervös. Kapuze auf, Jacke an, Schuhe an und los. Noch 10 Minuten. 5 brauche ich wenn ich renne und kurz vorher anhalte und den Rest gehe, um nicht völlig aus der Puste anzukommen. Ich renne so schnell ich kann die Straße runter. 5 Minuten und meine Lunge brennt. Ich mag das Gefühl. Ich mag es, wenn man spüren kann, dass man etwas getan hat. Ich bin fast da und verlangsame mein Tempo. Ich möchte wirklich nicht aus der Puste und nach Atem ringend dort ankommen. Ich will aber auch nicht zu spät kommen. Noch 3 Minuten und ich sehe, dass im Redemption noch Licht brennt. 2 Minuten vor 19.00 Uhr öffne ich die Tür. "Hey Heimat und Herrscher, da bist du ja. Ich dachte schon du kneifst. Gut siehst du aus. Ich muss mich noch schnell umziehen und dann können wir los. Möchtest du noch etwas trinken?" "Sorry, bin etwas spät. Hab mich beim Spazieren im Park in der Zeit verschätzt. Ich würde ein Wasser nehmen wenn du hast. Ein Glas und etwas aus der Leitung würde mir auch reichen." Spazieren... Der Herrscher hat gesprochen. Er flaniert durch den Park und vergisst die Zeit. Idiot. 

"Bitteschön." June reicht mir ein Glas und berührt dabei flüchtig meine Hand. Die feinen Haare in meinem Nacken stellen sich auf. Sie dreht sich um und verschwindet. Es war eine leichte Berührung. Für sie. Für mich war es mehr. Ich darf nicht darüber nachdenken. Atme und trink dein Wasser. Ich schüttel mich einmal kurz, um die Anspannung los zu werden und trinke mein Wasser in einem Zug aus. Erst jetzt merke ich, wie durstig ich eigentlich war. June kommt zurück. Sie trägt eine enge Leggings im dunklen Leopadenmuster und darüber ein Oversizeshirt welches sie an der Hüfte zusammen geknotet hat. Ich hatte mit meiner Vermutung recht. Sie hat eine tolle Figur. Lange perfekte Beine. Hör auf sie zu scannen Styles. Verlegen gucke ich in mein leeres Glas. "Möchtest du noch ein Wasser oder können wir los?" "Ich bin bereit wenn du es bist." Lüge. Ich bin sowas von nicht bereit. Am liebsten würde ich wieder nach Hause rennen. Wie war das vorhin? Einsperren und nie wieder das Haus verlassen? Warum habe ich das nicht gemacht? Dabei habe ich mir das doch vorgenommen. Nun ist es zu spät. June zieht sich ihre Jacke an und wickelt sich einen riesen Schal um den Hals. In diesem riesen Ding sieht sie irgendwie niedlich aus. Ich erwische mich dabei, wie ich sie etwas zu lange anschaue. 

Sie versucht krampfhaft ihre langen Haare aus dem Schal zu befreien. "Na, hat dich die Schlange fest im Griff?" Ich mache einen Schritt auf sie zu und möchte ihr helfen. Ich zögere und anstatt ihr zu helfen, stelle ich einfach mein Glas ab. Idiot. Da wäre nichts bei gewesen. Einfach eine nette Geste. Noch immer kämpft sie mit ihrem Schal. Sie könnte ihn einfach abmachen und noch einmal neu beginnen. Sie lacht laut. "Eine Schlange? Mach kein Quatsch von den Dingern bekomme ich immer eine Gänsehaut. Hilf mir lieber." Puhh ich würde gerne, aber ich kann nicht. Ich kann einfach nicht. Ich bin nicht Herr meines Körpers und beobachte wie sich meine Hände in ihre Richtung bewegen. Sie greifen nach dem Schal und ihren Haaren und helfen das Gewirr zu lösen. "Sehr Aufmerksam Harry. Vielen Dank." Sie lacht noch immer laut und ich stehe da wie ein... Idiot. "Ich bin bereit, wir können los. Wir müssen noch ein Stück durch den Park. Schaffst du das noch? Du bist ja heute schon ein Stück gelaufen, wenn ich das richtig verstanden habe." Zieht sie mich auf? Ich nicke nur kurz. Natürlich schaffe ich das. "Dann los." Ich löse mich aus meiner Starre und halte die Tür auf. Sie löscht das Licht und schließt die Tür ab. "Wo geht es eigentlich hin?" "Lass dich überraschen und jetzt beweg dich Heimat und Herrscher." "Ich folge dir halb Frühling halb Sommer." 

Ich mag den Frühling.

Touchless \\Harry StylesWo Geschichten leben. Entdecke jetzt