Ich starrte Lucas hinterher, der von zwei Bewaffneten flankiert in eine Seitenstraße einbog.
Lucien und ich blieben zurück, noch immer von Menschen umstellt. Ich widerstand dem Drang, nach seiner Hand zu greifen.
Die Blicke der Umstehenden bohrten sich in mich wie Dornen und taten fast schon weh. Bei jeder Bewegung rechnete ich mit einem Schuss.
Ihr Misstrauen lag schwer in der Luft.
Luciens Schulter stieß gegen meine. Ich hatte gar nicht bemerkt, wie er neben mich gerückt war. Sein Blick glitt zwischen den Männern hin und her. Angespannt fixierte er jeden Einzelnen von ihnen, als würde auch er jeden Moment damit rechnen, dass es losgeht.
Der ältere Mann machte einen Schritt auf uns zu, während die anderen zurückblieben. Er öffnete den Mund, setzte zu einer Frage an, schloss ihn.
Ich spürte, wie sich Luciens Haltung veränderte. Die Muskeln unter seiner Jacke zuckten und versteiften sich. Meine Hand streifte seine, blieb einen Herzschlag zu lange liegen. Er atmete hörbar aus.
"Und ihr seid ... auch Hexer?", fragte plötzlich eine junge Frau links von uns.
Verwundert zog ich eine Augenbraue hoch. Ernsthaft? Das war ihr Problem?
Neben mir schüttelte Lucien den Kopf.
"Dämon", antwortete er knapp.
Der Kreis um uns verengte sich. Alle Blicke hafteten an ihm.
"Und warum sollen wir einem Wesen aus der Hölle vertrauen?", knurrte der Ältere und musterte Lucien eingehend.
"Wer sagt uns, dass das kein Spiel ist?"
Lucien schnaubte leise.
"Denkst du, das hätte ich nötig?"
Er stand reglos da, doch die Luft um uns wurde schwer. Der Mann wich einen Schritt zurück.
"Würde ich es nicht ernst meinen, wärt ihr schon lange tot."
Ein Raunen ging durch die Menge. Eine Waffe klickte. Ich stieß Lucien in die Seite, doch er ignorierte mich. Hitze strahlte von ihm ab. Ein Funke sprang zwischen seinen Fingern.
Plötzlich begann die Erde unter uns zu zittern. Risse breiteten sich auf den ohnehin schon beschädigten Häusern um uns herum aus.
Erschrocken sah ich zu Lucien. Erde? Das sah ihm gar nicht ähnlich. Er bedachte mich jedoch mit einem ähnlich irritierten Blick.
Panik brach aus. Die Menschen stolperten wild durcheinander. Schreie hallten zwischen den Häusern wider. Gestalten tauchten in den Eingängen auf. Frauen, Kinder.
"Ihr wart das", schrie der Anführer und hatte die Waffe starr auf Lucien gerichtet.
Vor uns krachte etwas. Trümmer lösten sich von einer Wand und stürzten herab. Direkt neben einem Mädchen. Es kreischte schrill, panisch.
Sie stolperte zurück. Direkt unter das nächste herunterstürzende Wandstück.
"Lucien!", rief ich und streckte noch im selben Moment die Hand aus. Konzentriert fixierte ich das Wandstück. Die Luft um mich herum wirbelte auf, schoss in Richtung der Wand und verdichtete sich.
Der Brocken stürzte herab. Erst schnell, dann langsamer. Ich keuchte und ließ weitere Energie fließen. Er stockte, ruckelte und kam zum Stillstand. Nur noch Putz und Staub rieselten.
Lucien verschwand neben mir. Er tauchte neben dem Mädchen wieder auf, packte sie, doch sie wand sich panisch aus seinem Griff.
Ich ächzte und biss fest die Zähne aufeinander. Lange würde ich das nicht aushalten.
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Nephilim - Verfluchte Herkunft
FantasyDie Aufgabe der Halbengel ist es schon seit Ewigkeiten die Welt vor Monstern zu schützen. Doch was wenn dein Vater ausgerechnet Luzifer ist? - Genau das ist Samanthas Realität. Oder viel mehr ihr Fluch. Von den Engeln wurde sie versiegelt, von den H...
