Mary stand vor mir und fixierte mich mit zusammengebissenen Zähnen. Ihre Finger zuckten nervös, als wüsste sie selbst nicht so ganz, was sie nun genau tun sollte.
Ich wartete in der Mitte des Trainingsraumes auf ihren Angriff. Insgeheim verursachte die Vorstellung, gleich mit ihr zu kämpfen, bei mir ein unangenehmes Ziehen im Magen, aber ich hatte es ihr versprochen und auch sie hatte eine Ausbildung verdient. Außerdem war ich eigentlich ganz froh, mal nicht nur mit Elementen zu jonglieren. Auch wenn mich das Training mit Lucien in den letzten zwei Wochen durchaus vorangebracht hatte.
"Na los. Greif an", forderte ich sie heraus und ging leicht in die Knie.
Lis hatte zwar ein paar Grundlagen mit ihr trainiert, doch ich hatte trotzdem keine Ahnung, was mich gleich erwarten würde. Für gewöhnlich waren meine Trainingspartner wesentlich erfahrener als ich.
Ihre Schultern spannten sich an, sie strich sich hektisch die Haare aus dem Gesicht und lief los.
Ihre Schritte wurden immer schneller. Ihre Faust hob sich und schoss direkt auf mich zu. Irgendwo zwischen Hals und Schlüsselbein.
Ich riss die Augen auf und sprang zur Seite. Ein Luftzug streifte mich und löste Haare aus meinem Pferdeschwanz, die mir prompt ins Gesicht fielen. Hinter mir krachte es, als Marys Faust in die Wand einschlug und ein großes Loch hinterließ.
Sie war schnell. Verdammt schnell. Viel schneller als ich erwartet hätte.
"Sorry", murmelte sie und begutachtete den Schaden, den sie verursacht hatte.
"Egal. Mach weiter", entgegnete ich und musste schmunzeln.
"Okay."
Sie kam wieder auf mich zu. Dem ersten Schlag wich ich mit einer schnellen Drehung aus, wodurch Mary erneut an mir vorbeistolperte.
Doch diesmal war sie darauf gefasst. Sie bremste ab, drehte sich und holte wieder aus. Der Schlag raste auf meine Rippen zu.
Ich spreizte die Finger und verdichtete die Luft vor mir. Marys Hand prallte dagegen. Ein Keuchen entwich mir. Sie drückte gegen die Luftwand vor mir, kam trotzdem unaufhaltsam näher. Nur wenige Zentimeter vor mir stoppte sie. Ihr Gesicht war vor Anstrengung verzerrt.
Langsam ließ ich die Luft aus meinen Lungen entweichen. Ungebremst hätte der Schlag mir die Seite mit Leichtigkeit zertrümmert.
"Wow, du bist stark", keuchte Mary.
"Schön wär's", gab ich zurück und wich einige Schritte nach hinten.
Die Vampirin hatte offensichtlich keine Ahnung, wie viel Kraft sie eigentlich hatte.
Mary kam wieder auf mich zu. Angriff Nummer drei. Doch diesmal hatte ich gar nicht vor, sie so nahe an mich heranzulassen. Schnell drückte ich meine Hand nach vorne.
Ein Luftstoß rauschte auf sie zu. Er traf sie und ließ sie in voller Bewegung nach hinten umkippen.
Erschrocken stöhnte Mary auf und versuchte wieder auf die Beine zu kommen. Aber nicht mit mir.
Mit einem Ruck ließ ich mich auf die Knie sinken und stieß mit der Hand gegen den Boden. Ich konzentrierte mich, stellte eine Verbindung zu meinem Untergrund her und suchte Mary. Nach einem kurzen Moment fand ich sie.
Meine Energie floss, und der Boden unter ihr bekam Risse. Die Vampirin sackte ein. Mit weit aufgerissenen Augen sah sie mich an, während sich der Boden um ihre Knöchel schloss.
Lucien hatte mir diesen Trick erst kürzlich beigebracht, obwohl er selbst Erde wohl niemals freiwillig im Kampf einsetzen würde.
Mein Blick glitt kurz zu ihm. Er stand neben Lis am Rand des Raumes. Seine Hände waren, wie so oft, in seinen Taschen verschwunden, während seine Miene nicht durchscheinen ließ, was er wohl gerade dachte.
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Nephilim - Verfluchte Herkunft
FantasíaDie Aufgabe der Halbengel ist es schon seit Ewigkeiten die Welt vor Monstern zu schützen. Doch was wenn dein Vater ausgerechnet Luzifer ist? - Genau das ist Samanthas Realität. Oder viel mehr ihr Fluch. Von den Engeln wurde sie versiegelt, von den H...
