"Was hast du vor?"
Ich drehte den Kopf zu Lucas.
"Elena ist da unten", antwortete ich knapp.
Der Hexer runzelte die Stirn und machte dann einen Schritt auf mich zu.
"Sam", erwiderte er, "das ist keine gute Idee."
Meine Finger kribbelten vor Energie. Selbst wenn, das war eine Einladung und die konnte ich nicht einfach ablehnen. Ich wandte meinen Blick wieder auf die Straße, auf die Stelle, an der Elena verschwunden war.
"Sie hat mich herausgefordert", sagte ich trocken. "Ich kann nicht kneifen."
Der Wind streckte seine kalten Klauen nach mir aus und wehte mir die Haare ins Gesicht. Doch ich nahm ihn kaum wahr, steckte mir die verirrte Strähne lediglich mit einer schnellen Handbewegung hinters Ohr.
"Ja, weil sie weiß, dass sie gewinnt."
Lucas war näher getreten, sodass er jetzt direkt hinter mir stand.
"Sie denkt, dass sie gewinnt", murmelte ich und spannte die Schultern an.
Bei unserem letzten Trainingskampf hatte ich sie immerhin besiegt. Gut, es ging nicht um Leben und Tod, aber ich war die Siegerin. Und das war alles, was zählte. Außerdem war ich seitdem um einiges stärker geworden.
"Im Gegensatz zu dir ist sie im vollen Besitz ihrer Kräfte. Und uns ist gerade eben noch die Barriere um die Ohren geflogen", warf Lucas ein. "Was willst du gegen sie ausrichten?"
Ich drehte mich zu ihm um und musterte sein blasses Gesicht. Er sah wirklich mitgenommen aus und konnte sich kaum auf den Beinen halten.
"Elementarmagie", antwortete ich knapp und strich ihm eine verfilzte Strähne aus dem Gesicht.
Er nahm meine Hand und drückte sie leicht.
"Sam, ich kann dir nicht helfen", sagte er tonlos. Lucas hielt einen Moment inne, drehte den Kopf und lauschte. Doch die Schreie hinter uns hatten sich mittlerweile mit dem allgemeinen Kampflärm vermischt.
"Und Lucien ist wohl auch beschäftigt."
Ich rang mir ein Lächeln ab.
"Hey, ich bin wie Unkraut. Mich wird man nicht los."
Außerdem hatte Lucien, auch wenn er beschäftigt war, die beeindruckende Gabe, mir doch immer in letzter Sekunde den Arsch zu retten.
Der Hexer seufzte tief.
"Ich kann dich nicht aufhalten, oder?"
Langsam schüttelte ich den Kopf und entzog mich seiner Hand.
"Wir sehen uns später", erwiderte ich und küsste ihn schnell auf die Wange. "Pass auf dich auf."
Dann wandte ich mich um und sprang, während ich meine Finger spreizte. Die Luft fing mich auf und ich lenkte sie so, dass sie mich auf das gegenüberliegende Dach trug. Etwas holprig kam ich auf, sodass ich die Landung mit zwei schnellen Schritten ausgleichen musste. Das musste ich eindeutig noch etwas üben.
Schnell lief ich an den Rand, dorthin, wo Elena um eine Ecke verschwunden war. Doch die Straße unter mir war leer. Verdammt.
Ich wechselte auf das nächste Dach und bewegte mich immer entlang der Straße, bis sie schließlich in einer Sackgasse endete. Verflucht, wo war sie?
Mit einem großen Schritt trat ich über die Dachkante, ließ mich fallen und federte mich mit der Luft ab. Diesmal gelang mir die Landung deutlich besser. Luciens Training sei Dank.
Nun stand ich auf der Straße. Hier war absolut nichts. Nichts außer ein paar leerstehenden Häusern. Na toll.
Vorsichtig sah ich mich um, in der Hoffnung irgendwo eine Spur zu finden. Doch ich fand keine.
Plötzlich schepperte etwas hinter mir. Ich fuhr herum. Stille.
Instinktiv zog ich meinen Dolch und hielt ihn kampfbereit vor mich.
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Nephilim - Verfluchte Herkunft
FantasyDie Aufgabe der Halbengel ist es schon seit Ewigkeiten die Welt vor Monstern zu schützen. Doch was wenn dein Vater ausgerechnet Luzifer ist? - Genau das ist Samanthas Realität. Oder viel mehr ihr Fluch. Von den Engeln wurde sie versiegelt, von den H...
