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"Sehr gut! Und nochmal."

Ich schnippte mit den Fingern und ließ eine Flamme entstehen. Dann zielte ich und schleuderte sie nach vorne. Sie zischte knapp an meinem Ziel vorbei. Verdammt. Der Schweiß lief mir in Strömen über den Rücken und hatte mein ganzes Shirt bereits durchnässt.

Kein Wunder. Lucien ließ mich schon seit Stunden Feuerbälle werfen. Immer wieder auf verschiedenste Ziele. Und langsam fragte ich mich, ob das noch Training war oder schon Folter.

"Wie lange muss ich das noch machen?", keuchte ich und warf den nächsten Feuerball.

"Bis du aufhörst drüber nachzudenken."

Na toll. Was für eine Antwort.

Ich ließ die Hände sinken und drehte mich zu ihm um. Er lehnte an der Wand neben der Tür zum Treppenhaus und musterte mich.

"Und wann soll das sein?"

Lucien schlug ein Bein über das andere, kreuzte sie. Dann zündete er sich langsam eine Zigarette an.

"Ich hab nicht gesagt, dass du aufhören darfst."

Mit einem Seufzen verdrehte ich die Augen, wandte mich aber wieder dem Ziel zu.

"Idiot", murmelte ich und ließ die nächste Flamme erscheinen.

"Das hab ich gehört", entgegnete Lucien, doch das Grinsen war ihm, auch ohne dass ich ihn ansah, deutlich anzuhören.

"Gut so."

Ich warf sie. Natürlich meilenweit daneben. Ein genervter Laut entwich mir.

"Provozier mich nicht", kam es hinter mir.

"Sonst was?", entgegnete ich mit einem Grinsen. Der nächste Feuerball flog und erwischte mein Ziel zumindest am Rand.

"Muss ich dann wieder über deinen Flammen schweben, bis du mich auffangen musst?"

Eine Rachschwade zog an mir vorbei.

"Ich dachte, wir waren uns einig, dass du das nicht willst."

Der Kuss blitzte vor meinen inneren Augen auf und ließ meine Wangen erröten. Schnell drängte ich den Gedanken wieder weg.

"Freundschaft steht uns ohnehin viel besser", sagte ich schnell.

Hastig warf ich noch zwei weitere Feuerbälle. Einer verfehlte. Der andere dagegen traf.

Lucien schwieg, sein Feuerzeug klickte. Die nächste Rauchschwade stieg mir in die Nase.

"Okay, Themenwechsel", sagte Lucien nach einer Weile. "Erzähl was über dich."

Mit hochgezogener Augenbraue wirbelte ich zu ihm herum.
"Da gibt's nichts, was du nicht eh schon weißt."

Er bedeutete mir, mit dem Zeigefinger mich wieder umzudrehen.

"Ich weiß zum Beispiel nicht, was du machst, wenn du nicht gerade für Vampire spionierst oder in einen Krieg verwickelt bist", antwortete er, erst als ich weitermachte.

"Nichts."

Mein Herz wurde schwer, als ich an mein Leben vor den Vampiren dachte.

"Irgendwas wirst du ja wohl gemacht haben."

Ich konnte hören, wie Lucien seine Position änderte und etwas näher kam.

"Vor dem hier? Ich war viel mit Lucas in der alten Güterhalle am Bahnhof", murmelte ich.

Der nächste Feuerball prallte auf das Ziel und hinterließ einen großen dunklen Fleck.

"Und sonst?"

Nephilim - Verfluchte HerkunftGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt