Albanien, 17. Mai 1948
Nein, nein, ich werde es mir nicht so einfach machen. Ich werde genauso wie der Rest der Menschheit leiden und hoffen, dass Tom mich in ein paar Wochen wieder verzeihen wird. Ich würde einfach für ihn kochen, das Haus säubern und das Diadem suchen gehen, wie ich es immer gemacht habe. Aber ausser dies gab es nichts anderes, was ich sonst noch tun konnte.
Es verging der Monat und die Jahreszeiten wechselten von einem ausgedehnten Winter in den Frühling. Tom hatte seit jener Nacht nicht mit den Vampiren gesprochen. Für die ersten paar Wochen habe ich ihn gar nicht gesehen. Er schlief in seinem Arbeitszimmer in der anderen Hütte, genauso wie er es getan hatte, als wir hier ankamen.
Doch er begann bald im Haus zu schlafen. Was die Situation nicht gerade verbesserte. Unsere Atmosphäre war stehts angespannt und es war überhaupt kein schönes Gefühl, so behandelt zu werden, als würde man gar nicht existieren.
Was konnte ich tun, um aus diesem Höllenloch das ich mir selbst geschaffen hatte, herauszukommen? Sollte ich gehen oder würde Tom mir schließlich verzeihen? Wie lange würde es dauern? Doch einzige Sache die ich wusste war, dass ich nicht so weiterleben konnte. Ich konnte nicht neben einer Person schlafen, die meine Anwesenheit nicht mal anerkannte. Ich konnte nicht mit jemandem leben, der von der Dämmerung bis zum Morgengrauen in seinem Studium oder im Wald weilte.
Das einzige was mich von dieser Miserie ablenkte waren hin und wieder die Briefe von Meredith und Druella. Die süsse Hoot war auch meine treue Begleiterin, doch Tagelang mit einer Eule zu sprechen, machte mich nach einem Monat noch verzweifelter, als ich es ohnehin schon war. Ich las die Bücher, die mir Tom mal gekauft hatte, jetzt hatte ich ja genügend Zeit dafür. Das einzig andere Element, dass mich vom Durchdrehen abhielt, war das Zauberradio, welches Meredith mir mal geschickt hatte. Musik war ein heilender Balsam für meine schmerzende Seele. Tom war niemals im Haus bei Tageslicht, ich musste ihm sein Essen in seiner Hütte servieren. Also konnte ich lauthals bei meinen Lieblingslieder während des Tages mitsingen. Auch gab es viele interessante Programme zu hören, während ich kochte oder reinigte. Ich hielt mich einfach auf dem laufenden.
In der zweiten Maiwoche verließ Tom das Haus. Ich fand es nur deswegen heraus, weil ich das Frühstück und das Mittagessen auf seinem Pult fand – mit Fliegen bedeckt und von Menschen unberührt.
Seltsamerweise fühlte ich mich frei. Die Anspannung war wie weggeflogen die mich stehts heimsuchte.
Ich konnte so handeln wie ich wollte. Ich war mir nicht sicher, ob Tom für immer gegangen war, aber ich nahm an, dass er zurückkommen würde. So wie ich ihn kannte, würde er nicht alles was er sich hier aufbaut hatte, einfach aufgeben. Denn wenn ich eins von ihm wusste, dann, dass er seine Pläne zielstrebig verfolgte. Die Übernahme des Ministeriums und der Zauberwelt war sein Lebensinhalt.
In der Nacht als er gegangen war, bereitete ich mir selbst ein Festmahl zu. Es gab im Ofen gebackene Hühnchen mit gewürzten Bratkartoffeln und einem erfrischenden Salat. Es war wirklich lecker, und Tom hätte es gemocht. Ich grinste, als ich darüber nachdachte, dass er nie das Vergnügen haben würde, es zu kosten. Doch in der dritten Nacht fing ich an mich zu langweilen. Ich beschloss nicht den ganzen Tag nach dem Diadem zu suchen, sondern bloss den Morgen. Den Rest des Tages machte ich wenig, es regnete draussen und es war mir nicht zumute draussen im Regen zu stehen.
Heute Abend beendete ich meine lästigen Arbeiten der Hühner. Es schien eine langweilige Nacht für mich zu werden, aber ich war nicht Müde und wollte noch nicht schlafen gehen. Die Langeweile verpuffte schnell als ich in Toms verbotene Studie hineinspähte. Es würde niemanden schaden, wenn ich reingehen würde...
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Heirs
Fanfiction(WARNING: MATURE CONTENT!) - The Life of Tom Riddle - Storyline: 1942 - 1981 Die Wahl zwischen seinem ultimativen Verlangen nach Weltherrschaft und dem, was ihm schon immer verweigert wurde: Liebe. Die Geschichte erstreckt sich von seinen Schuljahr...
