24 | 1948

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Schloß in Cote-d'Or,
Dijon, 13. Juni 1948

Ich ballte die Fäuste, als ich Tom's Name so respektlos zu hören bekam. Ich konnte mich nicht zurückhalten.

"Sein Name ist Lord Voldemort, und wenn du Probleme damit hast, dich daran zu erinnern, kann ich es dir gerne beibringen." Ich richtete meinen Zauberstab gegen seine Brust, während ich diese Worte zischte.

Augustus runzelte die Stirn tief in Gedanken versunken und ich hasste diesen Anblick von ihm. Mit wahrer Aufrichtigkeit hasste ich zwar nicht ihn, sondern nur die Erinnerungen, die er in mir auslöste. In meinem Kopf blitzte die Zeit mit ihm in Hogwarts auf. Wie wir zusammen die Gänge herunter schlenderten und die vielen Ausflüge nach Hogsmeat unternahmen. Weitere intime Dinge kamen mir durch den Kopf, und am liebsten hätte ich sie allesamt vergessen wollen.

"Du ..." er musterte mich lange bevor er weiter sprach. "Du bist Eva, nicht wahr? Und dieser Lord Voldemort ist Tom Riddle, stimmts?"

Ich schwieg.

Er fing an zu grinsen. "Ist es das, was du bis jetzt gemacht hast? Mit Tom, Lord und Lady gespielt? Oder soll ich lieber Voldemort sagen?", er sprach seinen Namen mit Spott aus, was mir überhaupt nicht gefiel.

"Lord Voldemort spielt nicht. Während du im vergangenen Jahr unbedeutende kleine Jobs gemacht hast, haben wir uns auf einen Krieg vorbereitet."

Er legte den Kopf zur Seite, amüsiert über meine Aussage. "Ein Krieg, also?". Seine Stimme wurde ernst und er lehnte sich zu mir.

"Wen bekämpfen wir denn?". So sehr ich mich neben ihm unwohl fühlte, wusste ich, dass Tom sich aufregen würde, wenn ich nicht versuchte, ihn für uns zu gewinnen. Ich flüsterte beinahe als ich ihm antwortete, damit niemand anderes unserer Konversation lauschen konnte.

"Wie kämpfen gegen die Unerwünschten, um die Magische Gesellschaft zu säubern und wir kämpfen gegen das Ministerium. Welches Recht hat es, uns zu befehlen, wann und wie wir Magie anwenden dürfen? Wir kämpfen für eine neue Weltordnung, eine, wo Reinblütige frei sind und zaubern können, wie es ihnen gefällt. In dieser Welt können wir unsere Magie so anwenden wie wir es möchten. Denn das ist und war schon immer die wahre Bestimmung der Magie."

Ich wusste, dass ich Augustus mit der Rede von Macht überzeugen könnte. Er war ein enger Anhänger von Tom während der Schule, obwohl er Probleme damit hatte, dass Tom stehts in meinen Gedanken war.

In Tom hatte Augustus jemanden zum bewundern und gleichzeitig zum konkurrieren gefunden. Er hatte ein schwieriges Verhältnis zu seinem Vater und es schien, dass Augustus' Leben voller Konkurrenz war. Aber er konnte niemals gewinnen. Hier gab ich ihm eine Zukunft, wo die Regeln geändert wurden. Ich konnte in seinen Augen sehen, dass er fasziniert war.

Augustus knackte seine Knöchel, was sein allbekannter Tick war. "Klingt interessant, aber was hast du wirklich während dieser Zeit gemacht?".

Ich antworte nicht, rollte meine Augen ab seiner Frage und drehte mich auf dem Stuhl von ihm weg um ihn zu ignorieren, aber bevor ich das tun konnte, streckte er seine Hand aus um meine zu packen.

Schnell zog ich sie zurück, bevor wir uns berührten. Ich sah ihn ungläubig an. "Was machst du da?!", schnappte leise.

"Ich weiß, dass du es bist Eva. Ich erkenne deine Stimme. Ich gebe zu, dein Krieg klingt interessant. Aber glaub mir, im Moment könnte mich Lord Voldemort nicht weniger interessieren. Das einzige um was ich mich kümmere, bist du."

HeirsWo Geschichten leben. Entdecke jetzt