Kapitel 56

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Ich fange leise an zu lachen.
"Gut, dass wir das direkt zu Beginn geklärt haben."
Er lässt mich los und ich drehe mich zu ihm herum.
Er grinst anzüglich, hebt dann entschuldigend die Schultern und sagt: "Immerhin wissen wir jetzt woran wir sind."

Ich zucke kurz mit meinen Augenbrauen und lächle dann möglichst verführerisch.
"Wie Recht du doch hast,
da können wir uns ja das ganze Gerede sparen und direkt zu den wichtigeren Dingen übergehen."
Er macht langsam einen Schritt auf mich zu und schaut mir tief in die Augen.
"Und die wären?"

Ich beuge mich zu ihm hoch und fixiere die ganze Zeit über eindringlich seine Lippen.
Kurz davor sich unsere Lippen berühren schaue ich ihm in die dunklen Augen und antworte unschuldig:
"Mit meinem Training natürlich. Hast du etwa an etwas anderes gedacht?"
Er grinst aufrichtig.
"Natürlich nicht, wie könnte ich nur."
Ich bringe wieder ein wenig Abstand zwischen uns und grinse ihn an.
"Auf eine Gute Zusammenarbeit Eligor, ich bin überzeugt davon, dass es unterhaltsam wird."
Er nickt leicht und grinst amüsiert.
"Wir werden sicherlich unseren Spaß haben. Also gut, fangen wir an. Ich habe etwas vorbereitet um deine Kräfte besser einstufen zu können, komm her."

Ich folge ihm zu einem kleinen Tisch auf dem eine weiße Rose steht und in einem kleinen Käfig sitzt ein verängstigter Vogel.
Ich ziehe irritiert meine Augenbrauen zusammen.
Was soll das werden?

"Diese Gegenstände werden uns dabei helfen eine Kraft genauer zu bestimmen.
Die dämonischen Kräfte sind in verschiedene Grundlegende Bereiche Eingeteilt:
Feuer, Elektrizität, Giftabsoderung, Verführung, Manipulation, Formwandlung und übernatürliche Stärke, es gibt zwar noch andere Kräfte, aber das sind die gängigsten.
Einige der stärkeren Dämonen beherrschen mehrere.
Und bevor du fragst, die Könige sind aus und vor, ihre Macht ist, bis auf einige Ausnahmen, allumfassend."
"Welche Kraft beherrschst du?"
Er hebt elegant seine Hand und augenblicklich erscheint eine kleine lodernde Flamme.
Offensichtlich Feuer.
"Feuer und ich kann die Gefühle von Lebewesen manipulieren, von Liebe zu Hass in nur einer Sekunde."
Er grinst böse.

Wie ich, mal wieder, vergessen habe, dass ich es mit einem Dämon zutun habe.
Ich nicke.
"Dann lass uns loslegen."
"Fangen wir mit Feuer an.
Setz die Blume in Brand."
Ich konzentriere mich auf meine Kraft.
Sie ist da, ich spüre sie in mir.
Nur erscheinen einfach keine Funken in meiner Hand und die Blume fängt beim besten Willen nicht an zu brennen.
Ich schüttle leicht den Kopf.
"Sorry, aber ich glaube nicht, dass das so etwas wird."
"Probiere es, sie zu vergiften."
Auch das vergebens.
Er nickt leicht.
"Versuche dem Vogel einen elektrischen Impuls zu geben."
Ich schüttle kurz den Kopf.
"Das kann ich nicht machen, das arme Tier."
Er hebt spöttisch die Augenbrauen.
"Entweder du gibst ihm einen Stromschlag oder ich röste ihn hier und jetzt auf der Stelle."

Ich schnaube empört und schaue ihm verächtlich in die Augen, wobei es so aussieht als würden dort kleine Flammen lodern.
"Du musst ihn ja nicht gleich verschmoren, ein kleiner Schock langt auch."
"Also gut, ich versuche es, aber wehe du tust ihm weh, wenn es nicht klappt."
Ich konzentriere mich erneut, aber da ist nichts.
Die Vorstellung ihm einen elektrischen Shock zu verpassen lässt keinen einzigen Funken erscheinen.
Ich schüttle erneut resignierend den Kopf.

Eligor nähert sich bedrohlich dem kleinen Käfig.
"Du hat gesagt du tust ihm nichts."
Ich höre nur ein leises lachen von ihm.
Blitzschnell greife nach dem Käfig, doch seine Hand schnappt meine bevor ich ihn erreichen kann.
Ich versuche sie ihm zu entreißen doch es bringt nichts.
"Übernatürliche Stärke ist es anscheinend auch nicht."
"Eligor."
Knurre ich wütend.
Er grinst, macht dann aber zu meiner Überraschung das Gehege auf und lässt den Vogel fliegen.
"Manipuliere ihn und sorg dafür, dass er wieder her kommt."
Ich verfolge dem Vogel mit meinem Blicken und versuche ihm meinem Willen aufzuzwingen, aber auch das führt zu nichts.

Eligor schüttelt irritiert den Kopf.
"Viel bleibt nicht mehr übrig. Probiere doch einfach mal aus, was passiert wenn du deine Kräfte benutzt, vielleicht können wir ja einen Rückschluss daraus ziehen."
Klingt einleuchtend.
Ich konzentriere mich also auf den Vogel und zeichne mit meinem Zeigefinger seine Bewegungen in der Luft nach.
Als ich meine Macht in meinem ganzen Körper brodeln fühle schließe ich meine Hand zu einer Faust.
Der kleine Vogel hört augenblicklich auf zu Fliegen und fällt zu Boden.
Ich zucke kurz zusammen und renne zu der Stelle an der er jetzt liegt.
"Gibt es eine lähmende Kraft?"

Eligor der vor mir den Vogel erreicht kniet, mit ihm in den Händen, vor mir.
Sein Blick ist leicht schockiert und seine Augen aufgerissen.
"Eligor?"
Er schüttelt leicht den Kopf.
Der Vogel bewegt sich noch immer nicht.
"Ist er tot?"
Eligor nickt langsam.
Ich habe gerade einen Vogel umgebracht!! Mein Leben gerät langsam echt aus der Bahn.

"Was soll das für eine Kraft sein?"
"Du bist ein Todesdämon."
Flüstert er leise.
Ein was?
"Unglaublich, sowas habe ich noch nie erlebt, ich habe auch von keinem eingetreten Fall gehört."
"Was meinst du?"
Er steht auf, in seiner Hand der tote Vogel.
"Alice, anscheinend ist deine Kraft der Tod. Es gibt nicht viele Belege zu solch einer Kraft, bis jetzt war man sich nicht mal sicher, ob sie existiert, aber anscheinend schon."
Er grinst leicht.
"Was bedeutet das?"
"Deine Kraft ist geschaffen zur puren Zerstörung, bis hin zum Tod im ewigen Nichts."
Im was?
"Das ewige Nichts, ein Tod ohne ein Gericht das entscheidet ob man in den Himmel oder die Hölle kommt, einfach Nichts, ewige Verdammnis."

Ich schlucke leicht, hätte ich nicht, verdammt nochmal einfach Feuer haben können?!
Das bedeuten also meine schwarzen Funken, vollkommene Zerstörung.

Moment mal.
"Bleib stehen."
Eligor der sich gerade wegdreht um den Vogel auf dem Tisch abzulegen, reagiert sofort und hält in seiner Bewegung inne.
Ich bin halb Teufel und halb Engel.
Ich hab schwarze und goldne Funken.
Warum sollte ich nicht auch zwei Kräfte besitzen?
Wenn die eine Zerstörung und Tod bringt, was kann dann wohl die andere?
Ich mache einige Schritte auf Eligor zu und beobachte dabei den Vogel genau.
Ich deute erneut mit meinem Zeigefinder auf ihm, doch drehe ich dieses Mal meine Hand mit einer Bewegung herum und öffne meine Finger langsam.

"Flieg."
Mit diesen Worten und einer kleinen Handbewegung nach oben erhebt sich der Vogel, breiter deine Flügel aus und hebt erneut ab.
Er Lebt!
Eligors Kinnladen ist heruntergeklappt und er bekommt nur ein stotterndes "Unglaublich" heraus.

Da bin ich ganz seiner Meinung, absolut unglaublich.

Hello Devil, nice to meet you!Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt