Kapitel 64

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Als ich mich am Abend in mein Bett fallen lasse, geht mir der heutige Tag einfach nicht aus dem Kopf.
Allein die Erinnerung an Luzifer lässt mir einen angenehmen Schauer über den Rücken laufen.
Ein leichtes Lächeln bildet sich auf meinen Lippen.
Ein Blick auf die Uhr zeigt mir, dass ich dringend schlafen sollte, jedoch kann ich es nicht vermeiden mir Gedanken darüber zu machen, wie es mit uns weiter gehen wird.
Seine Berührungen sorgen für ein angenehmes kribbeln in meinem Bauch, seine Küsse sind zum dahinschmelzen und seine Blicke bringen mich zum glühen.
Ich verbringe wirklich gerne Zeit mit ihm und offensichtlich ist da mehr zwischen uns, aber kann man deshalb von Liebe reden?
Bin ich bereit mein Herz an ihn zu verschenken, mich voll und ganz hinzugeben?
Kenn ich ihn den überhaupt?
Ich weiß nichts über ihn.
Aber dennoch, ich fühle mich einfach unglaublich wohl ihn seiner Nähe.
Irgendwann schiebe ich all diese Gedanken beiseite, da ich dringend schlaf brauche.
Warten wir einfach mal ab, was sich zwischen uns entwickelt.
Ich sollte erstmal nichts überstürzen, immerhin ist das nicht irgendein Kerl auf den ich mich einlasse, sondern ein Teufel und dazu noch Herrscher über einen Teil der Hölle.

Die folgenden zwei Tage verlaufen unerwartet gewöhnlich.
Ich begegne Luzifer weder in der Schule, noch taucht er überraschender Weise
bei mir Zuhause auf.
Wobei ich darum eigentlich froh bin, ihn jetzt in der Schule als Lehrer zu treffen wäre mir leicht unangenehm.
Weshalb er wohl so dringend in die Hölle musste?
Ich muss ihn unbedingt fragen, wenn ich ihn demnächst sehe.
Am Mittwoch Nachmittag entdecke ich einen handschriftlich geschriebenen Zettel in meinem Spind.
‚Heute 17:00 Uhr,
Training mit Eligor.'
Ach was, den gibt es ja auch noch.
Aber ich freu mich, meine Kräfte zu trainieren und stärker zu werden ist gar kein schlechtes Gefühl.
Außerdem bin ich gespannt Eligor wieder zu sehen. Ich denke wir könnten gute Freunde werden.
Ich freue mich drauf wieder gegen ihn zu kämpfen und vor allem, ihn dieses Mal richtig in den Arsch zu treten.

Zuhause angekommen esse ich schnell einen Apfel, eine Reiswaffel und einige Käsewürfel, bevor ich mich auch schon fürs Training umziehen muss.
In meinem Zimmer streife ich mir meine Kleider vom Körper und suche aus dem Schank angemessene Kleidung heraus.
Ich ziehe mir eine enge Sportleggins und einen dunklen Sport-BH an, als ich gerade nach meinem T-Shirt greife das auf meinem Bett liegt, erscheint Eligor aus dem
Nichts direkt vor mir.
Sein Blick zeigt, dass auch er sichtlich verwirrt ist. Er macht meinen Schritt nach hinten und fällt auf mein Bett.
Ihm entfährt ein „Whouh" als er umkippt.
Ich kann mir ein Lachen nicht verkneifen.
Eligor liegt ausgestreckt in Sportklamotten und einem grinsen auf dem Gesicht in meinem Bett.
„Hi Alice, ich bin hier um dich abzuholen, aber lass dich von mir nicht stören, ich bleib einfach hier liegen und genieße die Aussicht."
Ich verdrehe lächelnd die Augen und ziehe mein Oberteil unter seinem Oberschenkel heraus und ziehe es schnell an.
„Ich freu mich auch dich wiederzusehen, Eligor. Von mir aus können wir los, ich bin fertig."
Er schnaubt enttäuscht auf.
„Du hättest dir ruhig mehr Zeit lassen können."
„Jaja schon klar, das nächste mal mach ich das natürlich."
Er ergreift meine Hand zieht mich leicht zu sich und im nächsten Moment stehen wir in der Turnhalle.

„Das hoffe ich doch.
Na dann, legen wir los."
Sagt er und nimmt schon seine Kampfhaltung ein.
Ich grinse ihn frech ins Gesicht.
„Warum so motiviert eine Niederlage einzukassieren?"
So schnell kann ich gar nicht schauen, da steht er hinter mir und vergräbt seine Hände in meinen Haaren.
Erst denke ich, dass wir schon kämpfen, doch dann realisiere ich, dass er mir sachte meine Haare zu einen Pferdeschwanz formt und sie mit einem Haargummi zusammen bindet.
Dann haucht er mir absichtlich nah in mein Ohr.
„Nur damit, du nachher nicht auf den Gedanken kommst dein Versagen hierauf zu schieben."
Bei den Worten wickelt er sich meine Haare um einen Finger und fährt einmal an ihnen herunter.
„Hättest du wohl gern."
Ich springe von ihm weg, drehe mich herum und nehme meine Kampfposition ein.

In Eligors auger flackern rote Flammen und seine Lippen umspielt ein heißes Lächeln.
Wir rennen beide gleichzeitig aufeinander zu.
Meine Kraft durchfließt meinen Körper und brodelt unter meiner Haut.
Das aufeinander treffen unserer Kräfte sorgt für wilde Funken die durch die Halle fliegen.
Das Adrenalin in meinem Körper gemischt mit meine Kraft fühlt sich unglaublich gut an.

Ich verwende immer mehr Kraft und versuche diese präzise einzusetzen.
Eligor sieht so entspannt aus wie immer, aber bis jetzt kann ich gut mithalten.
Eligor umschmeißt seine Faust mit riesigen glühenden Flammen die sich an seinem Arm hoch züngeln.
Er plant einen frontal Angriff, unterstützt mit enormer Kraft seiner Feuermagie.
Mal schauen, ob meine Kräfte dem standhalten können.
Ich sammle um meine Hand schwarze Funken und konzentriere all meine Kraft nur darauf.
Er wirkt überrascht, jeder andere hätte wohl eher eine Deckung aufgebaut, anstatt zu versuchen seinem Schlag etwas entgegenzusetzen.
Aber meine Neugier ist einfach zu groß.

Wir beide rennen los.
Als zwischen uns noch gut ein Meter Platz ist tritt eine Person in die Lücke.
Der ist lebensmüde, ein frontaler treffen von Eligors und meiner Macht ist sicherlich tödlich.
Wahrscheinlich reichen Eligors Flammen alleine um jemanden ins Nevada zu schicken.
Eligor stoppt sofort und bleibt auf der Stelle stehen, seine Flammen sind verschwunden.
Ich hingegen lenke meine Funken schell in eine andere Richtung, wo ich augenblicklich das klirren von Glasscheiben höre.

Ich Atem erleichtert aus, immerhin bringe ich ihn nicht um, nur werde ich ihm wahrscheinlich zu Boden reißen, denn anhalten kann ich nicht mehr rechtzeitig.
Wobei er das schon fast verdient hat.
Ich reiße meine Schulter herum und versuche seitlich an ihm vorbei zu rennen, stehe mir jedoch selbst im
Weg und falle über meine eigenen Füße.
Ich reiße mich selbst seitlich von der Person zu Boden, werde jedoch kurz vor dem Aufprall aufgefangen.
Zwei starke Hände liegen fest um meine Taille.
„Hab ich dich."
Meine Arme liegen links und rechts von meinem Körper auf dem
Boden auf. Ich schnaube erleichtert aus.
Ich schaue in die amüsierten Augen von Satan, der mich langsam zu sich hoch zieht.
„SATAN?! Bist du lebensmüde?"
Ein grinsen umspielt seine Lippen.
„Ich hab euch des öfteren gerufen, aber ihr wolltet ja nicht hören.
Ich bin deinetwegen hier, es gibt eine Planänderung.
Du gehörst heute mir."

Hello Devil, nice to meet you!Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt