Kapitel 35

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Ein Stunde, die Zeit läuft.
Am besten präge ich mir erstmal die Verschiedenen Ausgänge ein, damit ich nachher nicht verzweifelt danach suchen muss. So jetzt so schnell wie es nur irgendwie möglich ist vom Dach runter und dann unentdeckt zu einem der Ausgänge.
So viel zu Theorie.
Es gibt vier Ausgänge. Egal auf welcher Seite ich das Gebäude verlasse, ich sollte immer zu einem Ausgang gelangen. Nur sind die Strecken, wo ich ungeschützt über den Hof renne unterschiedlich lang. Mindestens 5om wenn nicht sogar 100m je nach Ausgang.
Naja darum kann ich mir Gedanken machen, wenn ich es überhaupt bis dahin schaffe.
Ich renne ins Gebäude und ein Stockwerk nach unten. Am besten suche ich mir einen anderen Weg nach unten und nicht unbedingt das zentrale Treppenhaus, sonst fängt der mich sofort.
Nach einem kurzen innehalten in dem ich nach möglichen Geräuschen lausche, öffne ich die Türe und betrete das Stockwerk. Zahlreiche Gänge in alle möglichen Richtungen erstrecken sich vor mir. Hunderte geschlossene Türen, die ein undurchdringliches Labyrinth ergeben.
Kurz bevor die Tür hinter mir zufällt höre ich wie weiter unten im
Treppenhaus eine Tür untermalt mit einem lauten knarzen geöffnet wird.
Er ist hier!
Mein Atem beschleunigt sich. Ziellos renne ich los, erstmal aus dem Blickfeld, das man hat, wenn man das Stockwerk betritt.
Irgendwann erreiche ich außer Atem das Ende des Flures. Ich öffne eine der Türen und schlüpfe in den dunklen Raum. Meine Augen gewöhnen sich langsam an das Dunkel Licht, da alle Rollläden herunter gelassen sind. Wo bin ich hier gelandet? Vor mir erstreckt sich ein riesiger Saal mit hunderten von Tischen und Stühlen.
Das ist anscheinend die Kantine, oder sieht zumindest danach aus. Ganz am Ende des Raumes ist die Essensausgabe.
Moment mal. Dann ist dahinter bestimmt die Küche! Und es würde mich wundern, wenn das Personal keinen eigenen Lastenaufzug hätte.
Ich schlängle mich durch den Saal. Vorne angekommen springe ich geschickt über die Theke und erkunde den Raum. Die Küche ist, wie zu erwartet, genauso riesig wie die Kantine selbst. Im hintern Teil werde ich fündig, ein kleiner Aufzug, dessen Tragkraft bei weit unter 100kg liegt und in dem nicht mal vier Wasserkästen rein passen.
Na super, fantastisch, da darf ich mich ja rein quetschen! Aber ich will nicht meckern, immerhin meine einzige Chance bis jetzt um hier raus zu kommen.
Die Stille des Raumes wird unterbrochen durch leise, entfernte Schritte. F***!
"Alice, ich weiß das du hier bist. Komm raus und ich bin vielleicht etwas gnädiger zu dir."
Mir bleibt keine Zeit mehr zum Überlegen entweder ich geh da jetzt rein, oder ich verlasse dieses Gelände niemals lebend. Ich krabbele in den Aufzug und tippe auf die einzige Möglichkeit an Etagen die mir angezeigt wird.
Der Keller.
Langsam und gleichmäßig setzt sich der Aufzug in Bewegung.
Wie konnte er mich so schnell finden? Das ist unmöglich auf der Etage gibt es hunderte Türen und genauso viele Gänge?! Er wird merken, wie ich entkommen bin, dann weis er auch wo ich bin, nämlich im Keller. Jedoch trennen uns ja noch unzählige Stockwerke, das bedeutet, dass ich einen kurzen Zeitvorsprung habe. Der Aufzug hält an. Elegant Quetsche ich mich nach draußen. Gott sei dank ich habe wieder Platz zum Bewegen. Ein Blick auf die Uhr zeigt mir, dass ich nicht mehr allzu viel Zeit habe um hier weg zu kommen. Dieser Teil des Kellers ähnelt einer Tiefgarage. Vielleicht sollte ich nach der Ausfahrt Ausschau halten, durch die ich endlich aus diesem Gebäude heraus komme.
Ich irre einige Zeit umher und folge den breiteren Gängen, durch die auch Autos und klein Transporter passen würden.
Da ist sie!! Die Ausfahrt!
Mit einer ordentlichen Steigung geht es noch oben, nur Schade, dass der Durchgang mit einem stabilen Tor aus Draht abgesichert ist. Daneben befindet sich eine Türe für Fußgänger. Hoffen wir einfach mal, dass diese sich öffnen lässt.
Wer hätte es gedacht, natürlich nicht! Mist, Mist, Mist das darf doch nicht wahr sein!
Vielleicht sollte ich es mit meinen Kräften versuchen.
Doch vergebens, ich spüre nichts!
Nichts außer die aufsteigende Verzweiflung und die immer größer werdende Angst in mir.
Ich schaue mich in dem Raum um, rechts von mir steht ein Müllcontainer und einige Mülltonnen.
Vielleicht find ich dort etwas hilfreiches.
Nach kurzem durchstöbern find ich eine stabile Eisenstange und einige alte Stofffetzen. Perfekt!
Die Türe besitzt in der Mitte einen Abteil aus Glas. Wenn ich den zerschlage und die Glasscherben möglichst sorgfältig entferne kann ich vielleicht rausklettern.
Gesagt getan. Mit einem lauten klirren und allem mir möglichen Kraftaufwand zerschlage ich die Scheibe. Die Kanten schlage ich möglichst sauber heraus und lege dann eine dicke Schicht an Stoffen auf den unteren Teil, um mich vor Schnitten zu schützen. Um meine Hände und Knie wickle ich weitere Soffschichten.
Nachdem ich mit meinem sporadischen Schutz zufrieden bin mache ich mich an die Arbeit aus dem Hüfthohen Fenster zu klettern.
Geschafft!!
Meine Hände sind von Schnitten überzogen und das meinst meines Schutzes habe ich auf dem Weg verloren. Auch meine Hose sieht mitgenommen aus und an einigen Stellen tritt Blut aus den Schnittwunden.
Ich schleiche die Ausfahrt nach oben und bleibe erstmal geduckt im Schutz des Hauses stehen.
Da ist er!
Der Zaun und direkt vor mir ein Ausgang.

Hello Devil, nice to meet you!Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt