Einen Monat später konnte die Polizei Siwon finden und in Haft bringen. Die Gerichtsverhandlung in seinem Fall findet allerdings noch nicht statt, da die Geschworenen noch warten wollen, wie sich Jungkook's Gesundheitszustand entwickelt, denn er ist noch immer nicht aufgewacht.
Nach ein paar Tagen durfte ich ihn endlich täglich besuchen. Innerhalb der letzten Wochen hatte er zwar öfter mal seine Augen für einen kurzen Moment geöffnet, doch sie nach nur wenigen Sekunden wieder geschlossen. Die Ärzte meinten, dass das ein gutes Zeichen für seine Genesung sei.
Auch jetzt sitze ich wieder neben dem Krankenbett von Jungkook und halte seine Hand, während ich ihm ein bisschen was vorlese. Jin meinte, dass es der Genesung helfen würde, vertraute Stimmen zu hören, deshalb lese ich ihm auch jeden Tag etwas vor.
Ich klappe das Buch zu und lege es auf das kleine Tischchen neben Jungkook's Bett, da ich nun auch diese Geschichte beendet habe und widme mich nun direkt Jungkook. Ich streiche ihm durch die Haare und sage: „Du liegst jetzt schon einen Monat im Koma und ich denke es wird langsam Zeit, wieder aufzuwachen, Kookie. Ich vermisse dich so furchtbar. Auch Jin, Namjoon und deine Mutter wünschen sich, dass du wieder bei ihnen bist. Bitte, Jungkookie, erwache wieder aus diesem Tiefschlaf. Du hast jetzt echt genug geschlafen."
Sobald ich zu Ende gesprochen habe, drücke ich ihm einen Kuss auf die Stirn und beginne unwillkürlich zu summen und zwar Euphoria. Das Lied habe ich bisher nur einmal in seiner Gegenwart gesummt/gesungen und das war, als wir die erste Nacht in Japan verbrachten.
Wir lagen im Bett und Jungkook kuschelte sich eng an mich. Er war mal wieder komplett fertig von dem Konzert, das hinter ihm lag. Da seine Atmung so ruhig war, ging ich davon aus, dass er schlief, nur deshalb begann ich überhaupt zu singen. Ich konnte es nicht und kann es noch immer nicht, aber ich tat es schon immer gern. In meinen Ohren klang es immer so, als würde ich komplett schief singen und nicht mal einen einzigen Ton treffen.
„Dass du eine tiefe Stimme hast war schon von Anfang an klar, doch beim Singen sticht sie nur noch mehr hervor." sagte plötzlich Jungkook neben mir, weshalb ich erschrak. Doch er sprach unbeirrt weiter: „Du kannst echt gut singen, Tae. Das solltest du öfter machen." „So? Damit sich all meine Zuhörer Ohrenkrebs einfangen und ich wegen Körperverletzung ins Gefängnis gehe?"
Empört setzte sich Jungkook auf und boxte mir gegen den Oberarm. „Hey, wofür war das?" fragte ich, während ich mir die schmerzende Stelle rieb. „Ich mein das wirklich ernst, Tae. Du hast eine wunderbare Gesangstimme. Du solltest echt öfter singen. Aber wieso eigentlich ausgerechnet Euphoria?" entgegnete er, ohne meine Frage zu beantworten. „Weil ich dieses Lied echt wunderschön finde, Kookie. Es hat eine wunderbare Bedeutung. Wie bist du nur darauf gekommen?" fragte ich eigentlich rhetorisch, weshalb ich keine Antwort erwartete, doch zu meiner Überraschung tat es Jungkook trotzdem: „Ich bin dank dir darauf gekommen." antwortete er, während er sich wieder hinlegte und sich an mich kuschelte.
„Wegen mir?" fragte ich und strich ihm sachte durch seine weichen Haare. „Ja, wegen dir, Tae. Das Lied habe ich geschrieben, während ich an dich dachte. Im Prinzip habe ich das Lied für dich geschrieben, denn du weißt gar nicht, wie glücklich ich bin, Utopia dank dir gefunden zu haben und dank dir die Möglichkeit zu haben, mich immer dort aufhalten zu dürfen, wenn du da bist. Du bist meine Euphorie." „Ich wusste ja gar nicht, dass du so kitschig sein kannst, Kookie."
Jungkook gab ein Schnauben von sich und entfernte sich von mir, während er mir den Rücken zu drehte. „Hey, was ist denn mit einem Mal los, Kookie?" „Gute Nacht, Taehyung." Uuh, dass er keinen meiner Spitznamen benutzte, bedeutete nichts Gutes für mich. „Was habe ich dir denn getan, Liebling? Habe ich was falsches gesagt?" fragte ich, während ich mich auf meinen rechten Arm abstützte und versuchte von hinten irgendwie einen Blick auf Jungkook's Gesicht zu erhaschen, was in völliger Dunkelheit jedoch natürlich ziemlich schwer war.
„Du nimmst mich einfach nicht ernst." sagte er lediglich. „Och komm schon, Baby. Es tut mir leid." „Nenn mich nicht so. Du weißt genau, dass ich diesen Kosenamen nicht leiden kann." Nach diesem Satz von ihm konnte ich nicht anders, als kurz zu lachen. „Siehst du? Du nimmst mich schon wieder nicht ernst. Und jetzt leg dich endlich hin und schlaf. Wir müssen morgen früh aufstehen und nach Yokohama fahren."
„Nein, Kookie. Ich kann nicht schlafen, wenn ich weiß, dass du wütend auf mich bist. Komm schon, Liebling, bitte sieh mich wieder an." redete ich auf ihn ein, doch wie ich bereits gewohnt war, blieb er stur. Tja, da ließ er mir keine andere Wahl. „Okay, wenn du dich nicht freiwillig umdrehst, dann werde ich das wohl für dich machen müssen." „Wie meinst du...Woah!" entfiel es ihm als ich ihn mit einem Handgriff auf den Rücken drehte, sodass ich nun über ihm lag. Dieser überraschte Blick war so typisch Jungkook-Niedlich, sodass ich mir ein Lächeln nicht verkneifen konnte.
„Komm schon, Liebling. Bitte sei mir nicht mehr böse. Ich nehme doch jedes Wort von dir ernst." „Ach ja? Das hat sich eben aber anders angehört." entgegnete er, drehte seinen Kopf zur Seite, sodass er mich nicht mehr ansah und verschränkte seine Arme vor der Brust. Er sah gerade aus wie ein bockiges, kleines Kind. Aber ein niedliches, bockiges Kind.
„Bitte hör auf damit, Kookie. So viel Niedlichkeit überlebt mein armes Herz doch nicht." sagte ich deshalb dann und daraufhin drehte er seinen Kopf wieder zu mir und sah mich mit einem wütenden Gesichtsausdruck an, ehe er sagte: „Yah! Ich bin nicht niedlich!" „Oh doch, du bist unfassbar niedlich, Liebling." entgegnete ich und stupste erst meine Nase gegen seine, ehe ich ihm einen liebevollen Kuss auf die Lippen drückte. Er erwiderte ihn sofort.
„Bitte sei mir nicht mehr böse und lass uns wieder kuscheln, Kookie." sagte ich als ich den Kuss löste. Er rollte mit seinen Augen während er sagte: „Du bist so Du." Sein Lächeln während er sprach entging mir jedoch nicht. „Ich weiß." entgegnete ich nur und legte mich wieder auf meine Seite des Bettes. Nach kurzer Zeit kuschelte sich Kookie tatsächlich wieder an mich.
Ja, er kann mir eben nicht lange böse sein.
Als er dann wieder neben mir lag, gab ich ihm einen Kuss auf seinen Haarschopf und sagte anschließend: „Ich danke dir." „Wofür denn?" fragte er. „Für das Lied. Dass du es für mich geschrieben hast." Ich merkte, wie Jungkook in meine Brust lächelte. „Ich liebe dich, Kookie." fügte ich dann noch zu meinen Worten hinzu. „Ich liebe dich auch, Tae." sagte auch er dann und sah dabei von meiner Brust aus nach oben in mein Gesicht. Diesen Moment nutzte ich, um erneut einen liebevollen Kuss mit ihm zu teilen.
Als wir ihn lösten bat mich Jungkook: „Würdest du vielleicht noch irgendwas singen? Deine Stimme ist echt beruhigend." „Das sagt der Richtige. Sonst bin ich doch immer derjenige, der dich bittet zu singen." „Genau. Und meinst du nicht, dass es dann nur fair wäre, wenn du ausnahmsweise mal für mich singst?" entgegnete Jungkook. „Jung-..." „Na! Hör auf mir zu widersprechen! Bitte, Tae. Tu's für mich. Bitte." unterbrach mich mein Freund, als ich mich gerade wieder dagegen wehren wollte, zu singen. „Dir kann ich doch nichts abschlagen, Kookie." „Supi, dann fang bitte an zu singen."
„Bitte, Jungkook. Denn du bist meine Euphorie und ich bin froh, dass ich dank dir den Weg nach Utopia gefunden habe. Mir fehlt es mich auch dort aufhalten zu dürfen. Denn ohne dich existiert diese Traumwelt nicht für mich. Nur dank dir bin ich jetzt schon so oft in Utopia gewesen und mir fehlt diese wunderbare Welt, die nur für uns beide existiert, so sehr. Also bitte, werde wieder wach." sage ich, nachdem ich das Lied zu Ende gesummt habe und übe ein bisschen Druck auf seine Hand aus.
Als ich spüre, dass der Druck erwidert wird und sehe, dass Jungkook seine Augen geöffnet hat, drücke ich, wie schon so oft in den vergangenen Wochen, den Notknopf. Doch dieses Mal sollte es das letzte Mal sein.
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You Are My Destiny {TaeKook}
FanfictionGlaubt ihr an sowas wie 'magische Verbindungen'? Kim Taehyung, ein zwanzigjähriger Student, hat noch nie an sowas geglaubt. Er war immer für sich. Er hatte sonst niemanden, außer seinen besten Freund. Doch als er eines Tages auf einen braunhaarigen...