Kapitel 34: Jeon Doyeon (962)

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Ich kann einfach nicht still sitzen. Die Sanitäter schafften es zwar, Jungkook zu reanimieren, aber er musste dringend operiert werden und deshalb laufe ich jetzt schon keine Ahnung wie lange vor dem OP-Saal auf und ab.

„Tae! Was ist mit Jungkook?" fragt mich Namjoon aufgewühlt, als er zusammen mit Jin hier erscheint. „Er hat mehrere innere Verletzungen und die Ärzte meinten, er hätte auch ein leichtes Schädel-Hirn-Trauma. Er wird gerade noch operiert." informiere ich die beiden und fahre mir gestresst durch die Haare, als ich fertig gesprochen habe.

„Kim Taehyung?" fragt dann plötzlich eine Stimme, die unbemerkt von mir aus dem OP-Saal kam. „Ja?" frage ich dann in der Hoffnung, dass mir meine Sorgen wenigstens halbwegs abgenommen werden. „Die Operation verlief gut und er ist stabil. Wir haben ihn auf ein Zimmer gebracht, aber er ist aufgrund der Narkose noch bewusstlos. Haben Sie schon irgendwelche Familienangehörige von Herrn Jeon erreichen können?" fragt er dann an uns alle drei gerichtet. „Ja, ich konnte seine Mutter erreichen. Sie hat mir gesagt, dass sie so schnell es ihr möglich ist hierher kommt." beantwortet Namjoon sichtlich erleichtert über die doch guten Nachrichten.

„Kann ich zu ihm?" frage ich Jungkook's behandelnden Arzt dann. „Ja, aber da Herr Jeon seine Ruhe braucht, um sich wieder vollständig regenerieren zu können, bitte ich Sie nicht all zu lange zu bleiben. Er ist in Zimmer zweihundertsechs." „Haben Sie vielen Dank." sage ich und verbeuge mich kurz, ehe ich das besagte Krankenzimmer ansteuere.

Langsam gehe ich auf das Bett zu, in dem Jungkook liegt und merke wieder, wie sich meine Sicht verschwimmt. Ich nehme auf einem Stuhl platz, der neben dem Bett steht und nehme vorsichtig seine Hand in die meine und streiche mit meinem Daumen über seinen Handrücken. Er sieht so friedlich aus. So, als würde er schlafen. Wären da nicht die ganzen Schläuche, an die er angeschlossen ist.

„Kannst du mich hören, Kookie? Ich hoffe es, denn ich möchte dich um etwas bitten. Bitte werde schnell wieder gesund. Ich vermisse es jetzt schon, dich in meine Arme zu schließen. Du bist zwar erst drei Stunden nicht mehr bei Bewusstsein, doch es kommt mir bereits so vor, als würdest du schon eine Ewigkeit nicht mehr bei mir sein. Ich vermisse es schon jetzt, kannst du dir das vorstellen? Das zeigt mir nur wieder, wie sehr ich dich brauche. Also bitte werde schnell wieder gesund, Liebling."

Ich erhebe mich kurz von dem Stuhl und streiche ihm seine Haare aus der Stirn, ehe ich ihm einen kurzen Kuss auf die nun freigelegte Stelle drücke. Dann lasse ich mich wieder auf den Stuhl sinken und halte seine Hand an meine Stirn, während ich meinen Tränen nun freien Lauf lasse.

„Du scheinst meinem Sohn ja sehr nah zu stehen." reißt mich eine weibliche Stimme aus meinen Gedanken und ich vernehme, wie sich die Person mit klackernden Schuhen dem Bett nähert. Ich wische mir die Tränen aus dem Gesicht, ehe ich meinen Blick aufrichte. Die weibliche Person befindet sich nun auf der anderen Seite des Bettes und streicht Jungkook nun auch liebevoll durch die Haare.

„Ich bin Jeon Doyeon. Jungkook's Mutter." stellt sie sich dann vor, während sie sich ebenfalls einen Stuhl nimmt und ihn neben das Bett stellt. Auch sie nimmt dann die andere Hand von Jungkook in ihre. „Und mit wem habe ich das Vergnügen?" fragt sie dann. „Ich heiße Taehyung. Kim Taehyung." beantworte ich ihre Frage.

Meine Überraschung über ihr Verhalten kann ich nur schlecht verstecken. Ich hätte mir ihre Persönlichkeit definitiv anders vorgestellt. Nachdem ich das 'Vergnügen' hatte, Jungkook's Vater kennenzulernen, war ich nicht sonderlich erpicht darauf auch seine Mutter kennenzulernen.

Doch sie überrascht mich. „Das, was du vorhin gesagt hast...Seid ihr zusammen?" fragt sie mich weiter und wendet ihren Blick von ihrem Sohn ab und sieht stattdessen mich an. Ihre Augen sind ganz glasig. Ich beantworte ihre Frage mit einem einfachen Nicken. „Seit wann?" „Seit ziemlich genau zwei Monaten." „So lange schon..." sagt sie und richtet ihren Blick wieder auf ihren Sohn und ich sehe, wie ihr eine Träne die Wange hinunterläuft.

„Ich bereue es." sagt sie dann, während ihr Blick noch immer auf ihren bewusstlosen Sohn gerichtet ist. „Was bereuen Sie?" frage ich nach, während ich sie ansehe. Sie wischt sich mit ihrer freien Hand über ihre Wange und sieht mich dann an, nur um meine Frage zu beantworten: „Ich bereue es, dass ich nur so selten zuhause bin. Ich hab so gut wie die Hälfte des Lebens meines Sohnes verpasst, weil ich immer die Arbeit vorgeschoben habe. Erst jetzt, nach diesem Unfall, ist mir das klar geworden." „Das war kein Unfall, Misses Jeon. Das Auto ist genau dann aus der Seitenstraße gefahren, als das Auto von Namjoon und Jungkook davor stand. Es wurde genau getimt. Jemand hat es bewusst auf Jungkook und oder Namjoon abgesehen. Nach dem Crash hat der Geländewagen Fahrerflucht begangen."

Überrascht sieht mich Jungkook's Mutter an. „Versuchter Mord?" fragt sie dann mit aufgerissenen Augen. Ich nicke das lediglich langsam ab, denn auch für mich ist es noch immer schwer vorstellbar, dass jemand tatsächlich Namjoon und oder Jungkook umbringen wollte. Doch alles weist darauf hin.

Plötzlich öffnet sich die Krankenzimmertür und eine weitere Person betritt den Raum. So viel zum Thema, Jungkook braucht seine Ruhe. „Doyeon." ertönt dann die männliche Stimme. Die Angesprochene dreht sich zu der Person, die ihren Namen genannt hat. „Es tut mir so unendlich leid, Doyeon." „Dich trifft keine Schuld, Siwon. Namjoon hat mir bereits erklärt, dass er und Jungkook darauf bestanden haben, dass du sie alleine lässt." „Das stimmt, aber ich hätte mich nicht dazu überreden lassen dürfen. Wenn ich gefahren wäre, wäre es vielleicht gar nicht zu diesem Unfall gekommen. Es ist meine Aufgabe, auf die Stars aufzupassen, während ihrer Tour und ich habe kläglich versagt."



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You Are My Destiny {TaeKook}Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt