Meine Augen brauchen eine ganze Weile um sich an das für mich ungewohnte Licht zu gewöhnen. Wenn ich frühs aufstehe, ist mein Zimmer immer in vollkommene Dunkelheit gehüllt. Es braucht auch eine ganze Weile, bis ich mich wieder orientieren kann. Erst nach einer gefühlten Ewigkeit fällt mir wieder ein, was vergangene Nacht passierte. Das bedeutet dann wohl, dass ich mich noch immer in Jungkook's Zimmer befinde.
Lächelnd taste ich neben mich, aber spüre nichts und niemanden neben mir liegen. Deshalb drehe ich mich dann um und realisiere, dass er tatsächlich nicht hier ist. Also stehe ich auf, zieh mir meine Boxershorts, meine Hose und mein T-Shirt, welche noch von vergangener Nacht auf den Boden liegen, über und trete barfuß aus seinem Zimmer.
Da ich Geräusche aus der Küche vernehme, steuere ich diese zu aller erst an und tatsächlich steht er dort an den Arbeitstresen gelehnt und mit einer Kaffeetasse in der Hand. Er ist schon umgezogen und scheint bereit zu sein, in den Tag zu starten. „Guten Morgen, du Schlafmütze." sagt er mit einem breiten Lächeln, bei welchem ich nicht anders kann, als es zu erwidern. „Möchtest du auch einen Kaffee?" ist das Nächste seinerseits. Ich nicke stumm und betrete bereits die Küche, während er eine weitere Tasse aus einem der Hängeschränke holt und diese mit dem frisch gekochten Kaffee füllt. „Setz dich doch." sagt er. Ich setze mich in Bewegung und gehe direkt auf einen der Stühle zu, welche an der großen Kücheninsel stehen.
„Du bist wohl nicht so der Morgenmensch, was?" fragt er grinsend, während er mir meine Tasse hinstellt und sich mir gegenüber setzt, nur um noch einen Schluck von seinem Kaffee zu trinken und mich ordentlich zu mustern. Es dauert eine Weile, bis ich realisiere, was diese Worte zu bedeuten haben: Ich hab noch nicht ein Wort gesagt, seit ich ihn gefunden habe.
„Ich brauch nur immer sehr lange, um richtig wach zu werden." ist der erste Satz, den ich heute vorbringen kann. „Oh, es kann sprechen." neckt er mich frech grinsend und nimmt noch einen Schluck seines Kaffees. „Du bist ganz schön frech. Hat man dir nicht beigebracht, dass man vor Älteren Respekt haben soll?" „Doch, das hat man. Aber dich behandle ich nun mal anders, TaeTae."
Wie sehr ich es liebe, wenn meine Spitznamen über seine Lippen wandern.
Wie ich so darüber nachdenke, merke ich, wie mein Blick an diesen hängen bleibt. Seit fünf Minuten bin ich bereits hier, doch ich habe noch nichts von ihm gespürt. Weder seine Hand in meiner noch seine Lippen auf meinen. Mit der Kaffeetasse in der Hand stehe ich auf und gehe um die Kücheninsel rum. Jungkook beobachtet mich währenddessen mit einem fragenden Blick. Als ich um die Kücheninsel rum gegangen bin, nehme ich neben ihm Platz und sehe ihn eindringlich an.
Er sieht mich nach wie vor fragend an. Mein Blick verändert sich nicht und ich merke, wie Jungkook sich langsam unwohl fühlt, bei meinem stechenden Blick, doch er wendet seinen nach wie vor nicht ab, stattdessen hält er ihm stand und der fragende Blick wechselt zu einem konzentrierten und zugleich forschenden. „Wie spät ist es?" frage ich, ohne den Blick abzuwenden.
„Ähm...Fast...Fast neun Uhr." beantwortet er stotternd meine Frage, ohne seinen Blick ebenfalls abzuwenden. Es kommt mir fast so vor, als würde ich seinen Blick mit dem meinen gefangen halten. „Dass du dich nicht schämst." sage ich und sein fragender Blick kehrt zurück und ich muss mich echt bemühen, meine Fassung zu wahren, denn Kookie sieht in diesem Moment so unglaublich niedlich aus, dass man glatt dahinschmelzen kann. „Ich bin jetzt schon seit fast zehn Minuten hier und du hast mir noch immer keinen Guten-Morgen-Kuss gegeben. Ich bin echt gekränkt."
Er atmet erleichtert aus und wendet zum ersten Mal seinen Blick von meinem ab. Von der Seite aus kann ich sehen, dass er lächelt. „Ich dachte schon, ich hätte etwas verbrochen." Empört verschränke ich meine Arme vor der Brust und sage: „Das hast du doch auch. Ich warte immer noch." Erst jetzt hebt er wieder seinen Kopf und sieht mich an.
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You Are My Destiny {TaeKook}
FanfictionGlaubt ihr an sowas wie 'magische Verbindungen'? Kim Taehyung, ein zwanzigjähriger Student, hat noch nie an sowas geglaubt. Er war immer für sich. Er hatte sonst niemanden, außer seinen besten Freund. Doch als er eines Tages auf einen braunhaarigen...