Überraschung Nummer eins

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Wäre es nicht so eine lange Strecke, wäre Alucard im Schatten dort hingereist. Aber so muss er mit Anderson im Jet sitzen und darauf warten, dass sie endlich und so schnell wie möglich zu Alex können. Man merkt erst wie sehr man etwas liebt, wenn es weg ist. Halle-fucking-lujah haben die beiden das gemerkt! Dennoch sind die zwei Stunden Flugzeit eben so eine gewisse Qual. Kann das nicht schneller gehen? Anderson betet immer wieder zu Gott und bedankt sich, dass es Alexandra gut geht. Erleichterter könnte er gerade gar nicht sein, dass muss er zugeben. Der kleine Ohrwurm, den Alucard ihm verpasst hat lässt ihn aber auch ein wenig unsicher werden. Warum will sie, dass beide zurück kommen? Natürlich hätten sie es so oder so gemacht, das steht außer Frage! Trotzdem ist es schon so ein wenig komisch, dass die beiden extra von ihr angefordert werden. Ist etwas passiert?

Pip holt sie wieder von dem Flughafen ab. Leider weiß er auch nicht, warum Alex sie angefordert hat. Nicht einmal die Lady weiß es genau, so seine Worte. Sie machen noch einmal einen kurzen Halt bei McDonalds und nehmen Shakes für alle und Nuggets für Alex mit. Sie hat die ganze Zeit wahrscheinlich nichts gegessen und braucht was im Magen. Hoffentlich ist sie nicht allzu geschwächt und sie können sie gleich wieder auf die Mission mitnehmen! Natürlich werden sie auf sie aufpassen, das ist klar. Aber sie brauchen wirklich jemanden, der sie hin und wieder zurecht weist und auch zurückpfeift. Überraschenderweise haben ihre dummen Kommentare gefehlt und das heißt was. Kann er nicht schneller fahren? Das dauert ja eine Ewigkeit, bis wir da sind! Anderson legt seine Hand auf Alcuards Oberschenkel und schüttelt leicht den Kopf. Lass es. Beruhig dich und freu dich lieber auf unsere kleine Chaotin. Entgegen seines Willens bringt ihn das zum Lächeln.

Die beiden steigen nur schnell aus dem Wagen aus, ehe Alucard mit dem Pater schon im Schatten verschwindet und im Zimmer von Alexandra auftaucht. Diese sitzt noch ein wenig müde auf der Bettkante und trinkt ein bisschen was. Die Nadeln wurde gerade entfernt, über welche sie Infusionen bekommen hatte und auch die künstliche Ernährung wurde gestoppt. Sie fühlt sich ausgelaugt, aber glücklich wieder hier zu sein. "Hey.", meint sie leise und lächelt. Alucard stellt sich vor sie, nimmt den Becher aus der Hand, stellt diesen auf den Schreibtisch neben die Nuggets, hebt sie hoch und drückt sie an sich. Abgenommen hat sie nicht viel. Fünf Tage sind dafür jetzt nicht lange genug. Ihre Wärme beruhigt ihn ungemein. Ihr Geruch lässt ihn entspannen. Der Urvampir hat die Augen geschlossen und bleibt einfach nur so stehen. Hält sie fest und lässt sie nicht los. Mit ihr macht er echt viel zu viel durch. Wirklich! Aber am Ende des Tages ist es alles wert.

Natürlich ist auch der Pater mit der Begrüßung dran, die ebenfalls still, aber voller Liebe ausfällt. Immer wieder kommt die Frage, ob alles in Ordnung wäre und ob man wisse, warum sie so lange bewusstlos war. Schrödinger ist nur im Hintergrund. Er alleine weiß, was abgeht und was los ist. Nicht wegen der Bewusstlosigkeit, aber wegen etwas anderem. War mehr ein Zufall, dass er es herausgefunden hat, aber was solls. Als Alex sich von ihnen entfernt und sich wieder auf das Bett setzt, überwältigt beide eine Welle der Nervosität. Alucard runzelt die Stirn. "Was ist los? Ist was passiert?" Die blauhaarige sieht auf die Seite. Sie hat komplett vergessen, dass man die Emotionen spüren kann! Stumm steht sie wieder auf, geht zum Schreibtisch, holt dort einen gefalteten Brief heraus und hält ihn Alucard hin. "Das... sollte euch auch interessieren."

Ein wenig skeptisch mustert Alucard den Brief, faltet ihn aber auseinander. Das sind Laborwerte. So ganz kennt er sich damit nicht aus, kann aber anhand der danebenstehenden Referenzwerte sehen, dass alles in Ordnung ist. "Was willst du uns damit jetzt sagen? Du bist kerngesund und jetzt?" Alex räuspert sich, setzt sich auf das Bett und merkt, wie ihr das Herz das Rasen anfängt. "Ganz unten. Letzte Zeile." Der Urvampir sieht runter. Letzte Zeile. hCG positiv. Wäre jetzt auch noch gut zu wissen, was hCG- Daneben steht es. In Klammern. Seine Augen werden groß, der Unterkiefer klappt ein wenig nach unten. Sofort sieht er zu Alex, die aber nur auf den Boden starrt. "Was ist los? Ich habs nicht gesehen!", mault Anderson genervt und Alucard dreht seinen Kopf zu ihm. "Es wurde durch ihr Blut ärztlich festgestellt, dass sie schwanger ist." Auch der Pater reagiert erst einmal geschockt. Was? Wie? Also das 'wie' muss man ihm jetzt nicht erklären, aber... es war nur einmal!

Der Raum hüllt sich in Stille. Alex selbst hat keine Ahnung, wie sie damit umgehen soll. Sie könnte theoretisch ein Kind bekommen. In dieser Situation, in welcher die Welt gerade steckt. Keine Ahnung, was sie machen soll! Soll sie es behalten? Soll sie es lieber abtreiben? Wie reagieren die beiden Männer drauf? Bis zur Geburt würde niemand wissen, von wem das Baby ist. Alucard ist der erste, der überhaupt etwas macht. Ruhig setzt er sich neben die blauhaarige und legt ihr einen Arm um die Schultern. "Prinzessin. Du musst diese Frage wirklich ehrlich beantworten." Sie schluckt und nickt. Kann ihn aber nicht so wirklich ansehen. Sie hat Angst, was beide spüren und auch beide irgendwie verstehen können. "Bist du bereit für ein Kind?" Genau diese Frage kann sie nicht beantworten. "Wie weiß man, ob man bereit ist?", fragt sie leise und ist komplett überfordert.

Sie weint. Anderson sieht hilflos dabei zu, wie Alexandra das weinen anfängt, weil sie mit der Situation nicht klar kommt. Alucard hält sie im Arm und streicht ihr immer wieder über den Rücken. Redet auf sie ein, dass alles in Ordnung ist und dass sie niemand wegen irgendeiner Entscheidung kritisieren würde. Wehe du sagst etwas! Sei still, was deine Gefühle gegenüber dem Baby angehen. Wenn du etwas darüber sagst, kann sie sich gezwungen fühlen, verstanden? Alucard weiß, wie es damals bei der Mutter seiner Kinder war. Es war durchaus... schwer. Wobei man sagen muss, dass es damals jetzt nicht die Möglichkeiten wie jetzt gab. Waisenhäuser waren richtige Dreckslöcher und Abtreibung gab es nur in schmerzhafter Form. Man gab den Frauen damals keine Entscheidungsfreiheit über den eigenen Körper, was jetzt zum Glück anders ist. 

Die drei A'sGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt