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Mit zusammengebissenen Zähnen lag ich da, unfähig, mich zu bewegen. Alles, was mich von meinem unausweichlichen Ende trennte, war die dünne Luftbarriere, die ich mit meinen letzten Energiereserven aufrechterhielt.

Mit jeder Sekunde wurde die Barriere dünner und rückte näher an mich heran. Und mit ihr auch die Trümmer des eingestürzten Gebäudes. Um mich herum war alles dunkel und still. Einzig und allein mein zitternder Körper und die Schmerzen in meinem Rücken erinnerten mich daran, dass ich tatsächlich noch am Leben war.

Das und die Rune auf meinem Oberarm, die mit jeder verstreichenden Sekunde, mit jedem Atemzug und mit jedem weiteren Schwinden meiner Energie etwas stärker brannte und meinen Oberarm förmlich zu verglühen drohte. Fast schon, als würde sie mich daran erinnern wollen, dass sie der Grund war, weshalb man mich nicht einmal mit Magie finden würde.

Hätte ich die Kraft, wäre es ja fast schon zum Lachen. Unkraut vergeht nicht, hatte ich vorher noch zu Lucas gesagt. Tja. Da hatte ich mich wohl getäuscht.

Aber dennoch bereute ich nicht, ihr gefolgt zu sein. Ich hatte nicht klein beigegeben, sondern war Elenas Herausforderung gefolgt und hatte mein Bestes gegeben. So würde ich wenigstens nicht als Feigling sterben. Höchstens, weil ich zu schwach war. Und das war ja nun leider nichts Neues.

Ich sog scharf die Luft ein. Mein ganzer Arm schmerzte mittlerweile, sogar stärker als mein lädierter Rücken. Ob sich wieder schwarze Äderchen bildeten, die Rune wieder überlastet war? Zumindest brauchte ich mich jetzt nicht mehr darum zu kümmern.

Über mir knirschte etwas. Dann knackte es. Lange würde es wohl nicht mehr dauern, bis ich die Trümmer nicht mehr halten konnte. Ob es wohl schon morgen war? Auch das würde ich wohl nicht mehr erfahren.

Mein Herz wurde schwer und krampfte sich schmerzhaft zusammen. Welche Ironie. Die meiste Zeit meines Lebens wäre es mir vielleicht egal gewesen zu sterben, aber jetzt stimmte es mich wehmütig.

Irgendwas verschob sich über mir. Ein Lichtstrahl streifte mich für den Bruchteil einer Sekunde. Dann umhüllte mich wieder Schwärze. Oder hatte ich mir das nur eingebildet?

Erneut wurde es hell. Ich wurde geblendet und blinzelte dem Licht entgegen, um meine Augen daran zu gewöhnen. Vor lauter Verwirrung ließ ich die Barriere fallen, zuckte augenblicklich zusammen und kniff die Augen zu.

Links von mir kam etwas ins Rutschen, stoppte dann. Langsam öffnete ich die Augen wieder. Ein Schattenband hatte sich um das Stück Decke, das beinahe auf mich gestürzt wäre, gewickelt. Ein weiteres schlang sich um meinen Oberkörper und zog mich hoch. Ich schrie auf, als mein Rücken belastet wurde. Doch ehe ich mich versah, stand ich auf den Füßen, stolperte nach vorne und klammerte mich an der Gestalt vor mir fest.

Kurz sah ich noch einen besorgten Ausdruck irgendwo tief in Luciens roten Iriden verborgen, da zog er mich schon an seine Brust. Wie ein nasser Sack hing ich in seinen Armen und vergrub mein Gesicht in seiner Lederjacke. Mein Puls raste, ob vor Erleichterung oder vor dem noch nicht ganz überwundenen Schock, konnte ich nicht sagen.

"Jag mir nie wieder so eine Angst ein", murmelte Lucien gegen meine Haare. "Hörst du, Funke?"

Ich nickte stumm.

"Ich dachte schon, ich komm nicht mehr rechtzeitig", fügte er tonlos hinzu. Energie kribbelte warm an der Stelle, an der seine Hand an meinem Rücken lag.

"Dein Talent mich aus der Scheiße zu holen hat zum Glück gesiegt", erwiderte ich, in einem hoffnungslosen Versuch, die Stimmung etwas aufzulockern. Aber meine Stimme klang rau und brüchig.

Er antwortete nicht, sondern zog mich noch ein Stück fester an sich. Meine Fingernägel bohrten sich in seine Jacke, als er eine besonders stark in Mitleidenschaft gezogene Stelle berührte.

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⏰ Letzte Aktualisierung: Sep 22 ⏰

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Nephilim - Verfluchte HerkunftGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt