"Verraten" von @Miwiel

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'Ich habe  keine Angst

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'Ich habe  keine Angst.', diesen Satz wiederholte ich immer wieder, um nicht zu verzweifeln oder sich überhaupt Gedanken um das Bevorstehende zu machen. Ich wurde von vier Begleitern, darunter mein ehemaliger Freund Luc, zu einen Fluss gebracht. Sie wollten mich loswerden, weil ich sie und somit unsere Organisation verraten hatte. Sie wollten mich ertränken, wie die Verräter zuvor auch.

Unsere Aufgaben waren Leute, die die Pläne des Königs durchkreuzten, zu eliminieren und deren Hab und Gut zu vernichten.
An diesen schicksalhaften Abend hätten wir eine Familie beseitigen müssen, die ich schon ewig lange kannte. Sie hatten mich aufgenommen, als meine Eltern an einem Autounfall starben. Ich war damals erst 5 Jahre alt, konnte mich aber noch gut an sie erinnern. Ich verstand nicht, was meine Pflegefamilie falsch gemacht hatte, da ich sie ja eigentlich immer beonachtet hatte. Also hatte ich diese gewarnt und sie hatten sich gewehrt. Dabei wurde der beste Freund von Luc erschossen. Meine Pflegefamilie hatte zum Glück fliehen können, aber leider kamen meine Kollegen dahinter, dass ich ihnen geholfen hatte. Deshalb war ich als Verräterin abgestempelt worden.
Und Verräter wurden immer getötet, aber mir war das wert, da ich  zumindest meine Liebsten retten konnte.

Das Rauschen des Flusses näherte sich schnell. 'Ich habe keine Angst.' 
Eigentlich wollte ich noch nicht so früh sterben, aber da ich kaum Bekanntschaften hatte, würde mich kaum einer vermissen.

Wir waren am Fluss angekommen, er war breit und wild. Bereit mich zu verschlingen. 'Ich habe keine Angst.'

Luc blickte mich mit kalten Augen an. Einst hatte er mich geliebt, aber inzwischen hasste er mich so sehr. Ja, ich war schuld, dass sein Freund sterben musste. "Es ist soweit, Amy.", sagte er kalt und kam zu mir mit Steinen an Ketten. Damit ich auch ja keine Chance zum überleben hatte. ' Ich werde sowieso nicht dagegen ankämpfen', würde ich  am liebsten sagen. Aber die anderen würden dann denken, dass das ein Trick wäre, um ohne Steine ins Wasser geworfen zu werden.
Dann hätte ich zwar vielleicht eine Möglichkeit zu entfliehen, aber mein Leben gefiel mir nicht. Es war für mich tatsächlich eine Erlösung. 

Luc befestigte die Ketten an meine Körper. Wortlos und sehr sorgfältig. 'Ich habe keine Angst.' Luc und die anderen nahmen die Steine und wir gingen zusammen zum Ufer des reißendes Flusses. "Hast du letzte Worte, Amy?", fragte Luc.
Das erstmal seit ich weggezehrt wurde, wegen meinen Verrat, öffnete ich den Mund: "Die Organisation ist nicht mehr die, die sie einmal war. Meine Freunde machten nichts illegales, ihr wolltet die Falschen töten und das lass ich niemals zu.", Ich blickte auf den Fluss"Habt ihr meine Kameraden nichts mehr mir zu sagen?" Darauf schaute ich alle der Reihe nach an, doch keiner sprach. Meine Augen verweilten bei Luc, trotz seinen kalten Augen voller Hass, war er noch so schön. Ihr Hals wurde trocken und sie schluckte: "Luc, ich liebe dich für immer, auch wenn du mich hasst, vergesse mich und die schönen gemeinsamen Zeiten bitte nicht. Ich wollte das mit deinem Freund nicht."

Meine mich inzwischen hassenden Kameraden wollten mich, nach diesen Worten, gerade in den Fluss schubsen, aber bevor sie das machen konnten rief ich: "Ich habe keine Angst zu fallen." Ich ließ los und die Gewichte zogen mich sofort nach unten. Ich tauchte in das eiskalte Wasser, wurde hin und her geschleudert, nach unten gezogen und weggespühlt. Felsen rissen meine Haut auf und langsam verließ alle Luft meine Lunge.

Ich wusste nicht wo oben und wo unten war, sah alles nur sehr verschwommen. Nahm nichts wahr außer die eiserne Kälte und meine offenen Wunden.  Aller Sauerstoff war weg und langsam wurde mir schwarz vor Augen. Endlich würde ich meine geliebten Eltern wiedersehen. Nein, ich hatte tatsächlich  keine Angst. Ich wurde vom Fluss an eine ruhigere Stelle gespült. Als ich dort unten auf dem Boden lag, verschlang mich endlich die ersehnte Dunkelheit.

GedankennebelGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt