"Die Seuche" von @Sxirxn

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Text 2:

Ein Portal hat sich geöffnet, gemeinsam mit einer Zeit voller Horror. Keine Technologie kann das Portal wieder schließen. Menschen erkranken aus dem Nichts und sterben ohne das etwas hilft.

WARNUNG:

- Fluchen

- Gewalt, Folter

- 3429 Wörter

„Es ist seine Schuld! Er hat das Unheil über uns gebracht!" keifte eine ältere Frau, während sie aus der Menschenmenge hervortrat. Wie die Menschen aus der damaligen Zeit, standen sie um mich herum, manche hatten eine Mistgabel in der Hand und sah ich da etwa ein Messer aufblitzen?

„Werfen wir ihn hindurch!" brüllte einer der Männer, die es wagten näher an mich heran zu treten, als alle anderen. Der erstickende Geruch von Rauch stieg in meine Nase. Dies war meine Bestimmung. Ich war so lang davor geflohen, hatte es so lang geleugnet, dass es mehr eine Erlösung für mich war. Mit Handschellen gefesselt war ich in der Mitte eines Dorfes aufgehangen worden. Meine Arme waren bereits seit einer Ewigkeit taub. Nur die Zehenspitzen berührten den Boden und aufgrund des Maulkorbs, konnte ich nichts zu der Diskussion beitragen.

Alles hatte vor einigen Jahrzehnten angefangen. In der Nähe einer Kleinstadt machte die Regierung sonderbare Messungen. Bevor sie herausfinden konnten, was es damit auf sich hatte, bildete sich ein Riss. Ein Riss in Raum und Zeit, oder auch ein Portal. Die Zeitung hatte die Entstehung als eine Art große Explosion beschrieben. Mitten in der Nacht wäre es so hell geworden, wie bei Tag. Eine Druckwelle war über die Felder gefegt und hatte zum Glück nur einige wenige Gebäude erreicht. Diese waren zwar eingestürzt und es gab auch einige Opfer, aber nichts zu gewaltiges. Ein Tornado oder Erdbeben hätte mehr Tote abverlangt.

Kommen wir zu dem Witz der Sache. Zu dem Witz, der mich mein gesamtes Leben lang begleitete. In der Sekunde, in welcher das Portal entstanden war, hatte meine Mutter mich auf die Welt gebracht. Nichtsahnend, was gerade in unserem Land passiert war, gab sie mir den Namen Jonathan. Meine Mutter meinte, dass ich damals beinahe gestorben wäre, weil ich nicht geatmet hätte. Vielleicht wäre es besser gewesen, wenn ich gestorben wäre. Unwissend von dem ganzen Chaos der Welt, hätte ich mich verabschiedet. Niemand hätte irgendwelche Schlüsse ziehen können, während meine Wenigkeit nicht in der Lage gewesen wäre jemanden zu verletzen.

Kommen wir zum eigentlichen Punkt. Ich hatte die Druckwelle erwähnt und diese ist auch der Grund für die meisten Opfer gewesen. Jeder, der mit dieser Welle in Kontakt gekommen war, hatte eine Persönlichkeitsstörung entwickelt, oder war direkt gestorben. Nur wenige hatten noch ein ganzes Jahr überlebt. Da sie aber aller eher in einer Art Scheinwelt gelebt hatten, würde ich vermuten, dass keiner nach der Infektion noch etwas mitbekommen hat. Jeder ist gestorben, bis auf ich selbst. Obwohl das Krankenhaus, in welchem meine Mutter gewesen war, kaum etwas abbekommen hatte, war ich infiziert worden.

Wie kann ich da noch leben? In der Sekunde, in welcher mein Körper das erste Mal der Welt ausgesetzt wurde, bekam er einen Schwall einer tödlichen Seuche ab. In meiner gesamten Kindheit war ich krank gewesen. Immer anfälliger für einen Schnupfen und hohes Fieber. Meine Mutter war eine der Personen, die mit am längsten überlebt hatten. Sie verstarb, da war ich gerade acht Jahre alt geworden. Sie war so stark gewesen. Nun musste ich stark für sie sein.

Mit acht Jahren kam ich zu Pflegefamilien. Keiner, der meine Geschichte gehört hatte, nahm mich über eine Woche auf. Sie fanden ein Kind unheimlich, welches in solch einer dunklen Stunde geboren wurde.

Sie brachten mich von dem Portal weg, jedoch nicht weit genug, um mich wirklich loszuwerden. Ich denke, dass die Regierung immer ein Auge auf mich gerichtet hatte, falls ich auch nur eine falsche Bewegung machte.

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