"Das Schweigen des Waldes" von @MikeStanford1005

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Anmerkungen vorab:

- eventuelle Trigger: Halluzinationen, Misshandlung von Leichen, Schizophrenie und allgemeiner Horror!

Ich habe mich für den Abschnitt "Monster in der dunklen Nacht" entschieden.

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"Hey, bist du sicher, dass du jetzt noch nach Hause willst?" Rei lächelte mich müde an, als ich mich streckte und etwas schwerfällig aufstand.

"Ja, ich hab's meiner Mutter versprochen", seufzte ich und gähnte einmal laut. Es war Halloween, und nachdem Rei und ich laut grölend kleine Kinder auf der Straße erschreckt hatten, nicht ohne finstere Blicke von ihren gehetzten Müttern zu ernten, hatten wir uns in seine Wohnung zurückgezogen. Es war bereits nach Mitternacht und ich würde noch ein kleines Stückchen durch den Wald gehen müssen.

"Mann, ich bin echt müde..."

"Du musst nicht gehen, Danny...", murmelte Rei und umarmte mich sanft.

"Es muss sein. Hab Mathe noch nicht gemacht", grinste ich frech und pustete in sein Ohr.

"Echt jetzt?", lachte Rei und versetzte mir einen leichten Klaps auf den Hinterkopf.

"Hättest du mir das früher gesagt, hätten wir keine drei Horrorfilme geguckt!"

"Es waren zwei", korrigierte ich ihn. Im Vergleich zu mir sah er sehr viel müder aus. Seine dunkelroten Haare waren immer noch ganz zerzaust, da ich ihn während des letzten Films durchgehend gekrault hatte, als er in meinem Schoß lag. Er war ein wenig blass, doch das war schon immer so gewesen seit ich ihn kannte, genauso wie die dunklen Augenringe unterhalb seiner Lider.

Damals war es schwer für ihn gewesen neue Freunde zu finden, denn er war krank. Den Namen der Krankheit hatte ich mir noch nie merken können, aber Rei's Körper wies einen extremen Eisenmangel auf, sodass er nur dieses eigenartige Gesöff aus einer Thermoskanne trinken konnte, dass seine Ärzte ihm verschrieben. Doch mich hatte es nie gestört, dass er anders war als die meisten.

Ich passte gern auf ihn auf, er hatte niemanden außer mich. Manchmal lag er tagelang krank im Bett, war ganz dünn und blass, während ich die ganze Zeit über seine Hand hielt. Wenn es ihm gut ging und er genauso fit war wie jeder andere, war er eher der Fürsorgliche von uns beiden. Rei versäumte nie eine Chance mir zu zeigen, wie dankbar er war, dass ich bei ihm war und dass ich ihn liebte.

Und ich hatte mich verliebt, obwohl ich eigentlich auf Mädchen stand. Ich hatte mich in Rei verliebt an dem Tag, an dem ich ihn an dem Grab seiner Mutter kennenlernte.

Von Anfang an war ich hin und weg gewesen von seinen liebevollen braunen Augen, seinem attraktives Gesicht, seinen weiten Schultern und seinem Lachen. Und Rei liebte mich auch. An manchen Tagen konnte er gar nicht aufhören, mir das zu sagen.

"Na gut, aber pass auf dich auf", lächelte er und mein Herz schlug ein wenig schneller als er mir einen Kuss auf die Wange drückte.

"Jemand müsste wirklich einen triftigen Grund haben sich mit mir anzulegen", grinste ich und nahm sein Gesicht sanft in meine Hände.

"Es ist dunkel, Danny. Der Wald ist anders", flüsterte Rei und ich lachte etwas verwirrt.

"Mach dir keine Sorgen, es hat dort seit Jahren keine wilden Tiere mehr gegeben."

"Und das hat einen Grund", antwortete Rei ernst und schlang seine Arme fester um mich.

"Hey, mir passiert nichts. Du solltest schlafen gehen, du weißt es ist nicht gut für deinen Blutdruck, wenn du die ganze Nacht über wach bleibst", murmelte ich leise, um ihn zu beruhigen. Ich strich mit meinem Daumen über seine Wange und er nickte, die Augen schließend, als er sich gegen meine Hand lehnte.

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