Nur das Rauschen des Windes hatte ich im Ohr. Meine Beine trugen mich so schnell, wie sie konnten, ich spürte, wie das Blut in meinen Ohren rauschte, und konnte das Adrenalin, das durch meinen Körper gepumpt wurde, praktisch auf der Zunge schmecken. Obwohl ich keine Ahnung hatte, welchen Geschmack Adrenalin hatte ... ich wusste einfach, dass es genau das war, was ich schmeckte. Tränen brannten in meinen Augen, doch schon eine Sekunde später war der Boden unter den Füßen verschwunden. Nein... er war noch da. Meine Träume in letzter Zeit waren sehr wirr. Ich blickte auf den spitzen Stein unter mir mit Blut drauf... und ein Blick auf meine Handflächen zeigte mir, was ich vermutete. Blut. Wieder ein Traum, einer dieser Albträume.
Nun war ich hellwach, naja hellwach war wohl stark übertrieben. Mein Kopf brummte und meine Gedanken waren noch nicht ganz klar. Zumindest verschwand das Blut von meinen Händen langsam, obwohl ich dieses nie wieder komplett rein waschen konnte. Ich hatte jemanden getötet, daran kann ich nichts mehr ändern. Egal wie oft ich diese Träume habe, egal wie oft ich meine Hände wasche das Blut bleibt. Dunkelrot läuft es über meine Arme hinunter und tropft auf den Boden.
So viele Menschen hatte ich verbrannt indem ich ihr Haus angezündet hatte, aber jetzt... seine Augen, ich sah wie das glänzen aus ihnen wich und sie gefühllos wurden. Man sagt die Augen wären das Tor zu Seele, ob das wohl heißt das seine Seele entflohen ist als der Glanz wich. Ist der Glanz in den Augen eines Kindes dessen Seele? Wenn es so ist habe ich keine, denn das glänzen meiner Augen verbrannte zusammen mit meinem Fingerabdrücken, Pass, Haus und meinen Eltern. Aber Nightmare sagte immer:" Phoenix denk dran Feuer ist der Freund eines Feuervogels." Und ich glaube ihm ohne es zu hinterfragen.
Müde und kaum ausgeruht kroch ich aus dem Verschlag in dem ich übernachtete hatte um mich vor dem Regen zu schützen. Man kann Feuer mit Wasser bekämpfen richtig? Das ist der Grund warum ich regen nicht mag, er zerstört meine Werke. Feuer wird von ihm gelöscht. Asche wird von ihm weggeschwemmt und zurück bleiben nur die verkohlten Steine eines Hauses.
Die Sonne schien auf mein Gesicht und der frische Wind pustete mir die roten Haare aus dem Gesicht. Schon fast drei Jahre war es her, dass ich Nightmare nicht mehr gesehen hatte und nun würde ich zurückkehren in seine Stadt, trotz den was er mir alle angetan hatte.
Er war es schuld, dass ich nun diese Albträume habe und auch das mein Körper überzogen mit Narben ist. Er hat mich für den Verrat büßen lassen, den er begannen hatte. Der Verrat wurde von ihm an seiner eigenen Gang begannen und mich hat er dafür foltern lassen. Verdammter Idiot und trotzdem sind da diese Schmetterlinge, wenn ich an ihn denke.
Nachdem ich mir mein Feuerzeug, Zigaretten und Geld geschnappt hatte machte ich mich auf zur Bushaltestelle. Nach nur ein paar Minuten kam der erhoffte Bus auch schon und brachte mich in meine Heimatstadt. Die Türen schwangen auf und ich sprang raus. Kurz ließ es mich wieder zurück taumeln. Die Luft hier war verpestet von den Abgasen, so anders als am Land. Ich zünde mir eine Zigarette an. Macht die Luft zwar nicht frischer, aber Rauch riecht besser als Gase die aus einem Auto gepumpt werden.
Ganz ruhig ging ich von nun an zu Fuß weiter, ich hatte ja kein Gepäck mehr also war das nicht so schwer für mich. Ich sah einige hübschen Mädchen. Zumindest das hatte sich nicht geändert, hier wurde mir noch nie langweilig, aber nun musste ich erstmal denjenigen finden mit dessen Herz ich noch nie gespielt hatte.
Nightmare.
Schon von weitem erkannte ich das Lager von Nightmares gleichnamigen Gang. Es war ein recht großes Gebäude, aber trotzdem unauffällig, wie ein Bürogebäude. Die Tür stand wie immer offen. Laut Nightmare hält man andere Verbrecher draußen in dem man sie einfach rein bittet. Doofe Einstellung, aber es hat bis jetzt immer funktioniert. Ich betrat das Gebäude, alles sah so aus wie vor drei Jahren. Der Wächter am Eingang starrte mich ungläubig an, aber ich tat kurzer Hand so als wäre ich nie weg gewesen. "Hey Alex," kam über meine Lippen als ich an ihm vorbei schritt. Dieser hielt meine Hand fest und drückte mich dann an wie Wand. "Keine Eintrittserlaubnis für Verräter. Du kennst die Regeln Phoenix", raunte er. Ich bin nicht besonders gut was das kämpfen angeht, aber auf mir sitzen lassen konnte ich das auch nicht. Mit einem starken Ruck drückte ich ihn weg.
Wie schon gedacht bin ich schwächer als er und nach einem kurzen hin und her lag ich am Boden und er stellte seinen Fuß auf meinen Bauch. Ich keuchte und er knurrte böse und richtet eine Waffe auf mich. "Tschüss Phoenix", meinte er kalt. Er zog den Abzug. Kurz nach einander hörte ich zwei Schüsse.
Bang! Bang!
Dann war es still. Drei Sekunden später ein Art Metall, das auf den Boden aufschlägt. Dann wieder Stille. Wieder einige Sekunden später hörte ich eine Stimme. Keine Stimme kannte ich besser als diese.
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Gedankennebel
Short StoryDu liest gerne Kurzgeschichten mit verschiedensten Themen? Und das umgesetzt auf unterschiedlichster Art? Du interessierst dich für die abwechlungsreiche Mischung verschiedener Schreibstils, Inhalte und Genres? Dann ist dieses offizielle Buch vom Wa...
