Life is not about finding yourself, it's about creating yourself
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Müde lag Kyle in seinem Bett. Unter der Decke versteckt, mit seinen Kopfhörern, die die Geräusche der Welt außerhalb seines Wohlfühlens zu unterdrücken versuchten, in einem kleinen Raum, der ihm ein Gefühl von Sicherheit gibt. In dem Versuch, seinen Geist von dieser Welt zu trennen, von seinem Körper und eins mit der Ewigkeit, den unendlichen Weiten des Universums zu werden. Manchmal war es schöner, sich in andere Welten zu flüchten, wie in dieser grausamen Wirklichkeit zu bleiben. Der Raum war in völliger Dunkelheit gekleidet. Nicht einmal die Sonnenstrahlen schafften es, durch die Jalousien hindurch zu kommen.
Nur er und die Unendlichkeit seiner Gedanken und Fantasien, deren keine Grenzen gesetzt waren. Dort war Kyle, wer er sein wollte.
Ohne den Hass und die Angst, die ihn tagtäglich verfolgten, ohne sich verstecken zu müssen.
Ohne den Kampf gegen sich selbst. Kyle wünschte sich manchmal, die Zeit einfach anhalten zu können. Veränderungen.. Machten ihm so Angst.
Wie die Dinge sich in der Gesellschaft entwickeln, machten ihm so Angst. Normalerweise, hing er nun Stunden an seinem Handy, um sich von der Realität zu entfernen und in seiner Welt Zuflucht zu finden. Eine Welt, die seiner Perfektion glich. Was gab es denn Besseres? Die Wirklichkeit ist so eine unerträgliche und verfeindete Welt, in der er nicht leben wollte. Eine Gesellschaft, von der er kein Teil mehr sein wollte. Und hier? Hier konnte er sein, was er wollte. Kyle konnte aussehen wie er wollte, tun, was er wollte, seine Welt auf all seine Bedürfnisse anpassen. Und wieso? Weil er alles verbannen konnte, was er nicht da haben wollte.
All der Hass...
All die Verfeindung gegen ihn...
All die verdammten Existenzkrisen, weil er sich selbst mit zwei verdammten Jobs nicht über Wasser halten kann.
All jenes, was einem nicht zugehörig war, konnte man verbannen, weg sperren.
Für Menschen wie ihn, war dieser Teil des Internets, eine wundervolle Art sich und seinen Gefühlen ausdrücken zu können. Kyle war nun mal nicht die Norm. Die Norm, die nicht definierbar war. Was war normal? Doch soweit man es ihm immer erklärte, war er es eben nicht. Er fand keine Zugehörigkeit. Leid, empfand er in der breiten Masse seiner Gefühle. Sich in der Dunkelheit seines Zimmers, eingerollt in seiner Decke, versteckt wie in einer Hölle, fühlte er sich wohl. Abgeschottet, von der Schrecklichkeit, die sich jeden Tag erweiterte, Grausamkeit, in denen Menschen nichts mehr als Raubtiere waren, die sich drohten, gegenseitig leiden zu lassen. Das war das Leben. So ist das Leben. Ist man nicht stark genug, wird man zerfleischt.
Er wird nie normal sein. Nie als Mann angesehen werden. Nie in die Gesellschaft hinein passen. Und Kyle hasste es so sehr. Und so hasste auch er sich so verdammt sehr dafür, so zu sein. Doch egal wie sehr er sich verstecken zu, es würde nichts ändern. Nicht an ihm und nicht an der Situation.
Denn so war das Leben. Grausam. Und schrecklich.
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Gedankennebel
Short StoryDu liest gerne Kurzgeschichten mit verschiedensten Themen? Und das umgesetzt auf unterschiedlichster Art? Du interessierst dich für die abwechlungsreiche Mischung verschiedener Schreibstils, Inhalte und Genres? Dann ist dieses offizielle Buch vom Wa...
