Twenty-one

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POV Mikey (Donnerstag)

Nachdem ich am nächsten Morgen in meinem Bett aufgewacht war und Michelle nicht neben mir lag, stand ich auf und machte mir ein wenig Sorgen. Ich wusste nicht, ob sie schon wach war, wo sie hingegangen war oder, ob sie überhaupt hier geschlafen hatte. Ich ging in die Küche und schaute mich um, doch sie war nicht hier. Auch im Wohnzimmer oder im Bad war sie nicht. Also ging ich zu Andys Zimmer und schaute kurz hinein, doch ich konnte sie nicht finden. Erschöpft pustete ich aus und ging zu Jack.

Ich klopfte leise, doch als keine Antwort kam, steckte ich den Kopf ins Zimmer und schaute mich um. Jack lag in seinem Bett und schlief noch. Michelle war nirgends zu sehen. Ich wollte die Tür gerade wieder zuziehen, als mein Blick auf eine Jacke fiel, die auf dem Boden neben dem Bett lag. Es war Brooks Jacke. Was machte sie hier?

Ich schüttelte den Kopf über meine abwegige Idee, dass er abends nochmal hergekommen sein könnte. Das hätte ich ja wohl mitbekommen. Brook war nämlich viel zu laut, als dass man ihn nicht mitbekommen würde.

'Wahrscheinlich hatte er sie hier gestern liegen gelassen, bevor er ins Hotel gefahren war'. dachte ich und verließ den Raum. 

Als letzte Chance blieb mir Alex' Zimmer. Ich klopfte vorsichtig an und öffnete dann die Tür. Ich atmete erleichtert auf, als ich sie auf dem Boden liegen sah. Sie lag auf meiner Matratze, eingekuschelt in meinem Bettzeug und schlief tief und fest. Alex war nicht mehr hier. Ich ging davon aus, dass er schon in seinem Arbeitszimmer war und arbeitete, also ließ ich Michelle weiter schlafen und ging zurück in die Küche.

Mittlerweile war Jack auch wach und stand am Kühlschrank.

Hey." sagte ich und er drehte sich zu mir um.

Hey." antwortete er und lächelte müde.

Warst du wieder so spät im Bett, oder warum siehst du so müde aus?" fragte ich nur halb interessiert, doch mein Interesse wuchs, als er schnell den Blick abwandte und unfassbar rot wurde. Irgendwas war gestern passiert, aber wollte ich es tatsächlich wissen? Ich wäre besser dran, wenn ich nichts wüsste.

Ähm ja, wurde etwas später." sagte er ausweichend und ich nickte nur.

'Nicht fragen, nicht fragen, nicht fragen' ermahnte ich mich und begann, Essen zu machen.

Wie geht's dir?" fragte er plötzlich und ich sah überrascht zu ihm.

Ganz gut. Was ist mit dir?" immernoch misstrauisch starrte ich ihn an.

Auch... hast du schon was von Rye gehört?" aha, daher wehte also der Wind.

Nein. Hätte mich auch gewundert, wenn er sich bei mir gemeldet hätte, nach dem was gestern passiert ist." ich zuckte die Schultern. Er nickte nur kurz.

Hast du was von Brook gehört?" fragte ich und biss mir direkt auf die Lippe.

Ich wollte doch nicht nachfragen.

Nein, nichts." sagte er eigentlich viel zu schnell und ich wusste, dass er log. Doch ich wollte nicht mehr wissen. Ich nickte also einfach nur und ging dann ins Wohnzimmer. Biscuit kam zu mir und legte sich an meine Füße.

Na, kleiner Mann? Alles klar?" murmelte ich ihm zu und kraulte ihn kurz.

Ich aß mein Müsli und stellte danach die Schüssel auf den Tisch. Dann kam Michelle ins Zimmer und grinste vor sich hin.

Morgen, Shorty." sagte ich und sie drehte sich erschrocken zu mir um.

Morgen, Idiot." grummelte sie und ich schmunzelte.

Wollen wir heute zusammen irgendwo hin fahren? Die Hälfte der Zeit ist schon um und wir haben noch nichts zusammen gemacht." sagte ich und sie schaute auf den Boden.

Ich- ich wollte eigentlich mit Alex in einen Nachbarort fahren und ein paar Fotos machen. Vielleicht willst du mitkommen?" fragte sie unsicher und ich sah die Reue in ihren Augen. Ich zögerte und zuckte mit den Schultern.

Ich frag Alex mal. Er hat bestimmt nichts dagegen." sagte sie und wich meinem Blick aus. Sie hatte ein schlechtes Gewissen und es tat mir weh, sie so zu sehen.

Hey, ist schon okay. Wir haben ja noch ein paar Tage." beruhigte ich sie und ging auf sie zu. Sie sah mich unsicher an und ich zog sie in eine Umarmung.

Ich gehe ihn trotzdem mal fragen." sagte sie und löste sich aus meiner Umarmung. Ich nickte kurz und setzte mich dann wieder auf das Sofa. Ein paar Minuten später kam sie wieder und lächelte mich an.

Er hat nichts dagegen, was mich nicht wirklich wundert. Du kannst also mitkommen, wenn du willst. Wir wollen um 14 Uhr losfahren. Ich weiß aber nicht, wo es hingeht." erklärte sie mir.

Mini?!" hörte ich Alex' Stimme im Flur und Michelle drehte sich zur Tür.

Ja?" rief sie zurück und ich kicherte leise.

Mini? Wie süß!

Hast du gestern meine Kamera gehabt? Wenn ja, wo hast du sie hingelegt?" fragte er und betrat die Küche.

Ich hatte sie gestern benutzt, weil ich Fotos von Andy im Garten und im Wald gemacht hab. Und dann hab ich sie in dein Regal in deinem Zimmer gelegt." erwiderte sie und lächelte leicht.

Hast du was dagegen, wenn ich mir die Fotos mal anschaue?"

Es ist deine Kamera. Du kannst damit machen was du willst." entgegnete Michelle und grinste.

Nein, es ist jetzt unsere Kamera. Solange du hier bist, darfst du die Kamera so oft benutzen, wie du möchtest." bemerkte Alex und Michelle strahlte ihn glücklich an.

Danke." sie errötete ein wenig.

Alex verließ den Raum wieder und Michelle hüpfte auf und ab.

Hast du mal seine Kamera gesehen? Die ist der Hammer. Die Fotos von Andy sind so schön geworden. Ich muss unbedingt auch welche von dir machen. Du bist so ein tolles Fotomodel." schwärmte sie und ich verdrehte scherzhaft die Augen.

Ich weiß, danke." sagte ich und tat so, als würde ich mir meine Haare über meine Schulter werfen. Sie kicherte leise und ich grinste sie an.

Ich freue mich so." hauchte sie und ihre Augen sprühten beinahe Funken vor Freude.



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