Wannengespräch

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Brian:

Dieser Kuss fühlte sich so richtig und echt an. Ich war immer noch hin und weg von all den Gefühlen, die ich hatte.

Sie sagte zwar, sie brauche ihre Ruhe, aber irgendwie hatte ich das Gefühl, dass dies genau nicht der Fall war.

Ich spürte den Drang in mir, nach ihr schauen zu gehen.
Vorsichtig klopfte ich an der Tür und als keine Antwort kam, öffnete ich sie. Sie war nicht da.
Die Badzimmertür war zu und ich vermutete, dass sie da drin sein musste. Dem war so.

Sie lag ganz entspannt in der Badewanne voll mit Schaum. Ihre Haare hatte sie schnell zu einem Dutt zusammengenommen und ein paar goldene Strähne umschmeichelten ihr Gesicht.

Ich räusperte mich, um sie auf mich aufmerksam zu machen. Sie bewegte ihren Kopf ruckartig in meine Richtung und warf mir einen Todesblick zu.

„Was verstehst du unter 'Ich brauch meine Ruhe' nicht?", wollte sie wissen. „Ich hatte so das Gefühl, dass etwas nicht stimmt.", antwortete ich.

Sie jedoch ging nicht darauf ein und schaute wieder aus dem Fenster mit dem Blick in den Wald.

„Darf ich dir Gesellschaft leisten?", fragte ich sie vorsichtig.

„Brian!", schrie sie empört über meine Frage.

„Was denn? Die Wanne ist gross genug für zwei.", grinste ich sie an und wackelte mit den Augenbrauen.

Diese Frau, so wunderschön sie auch ist, treibt mich bestimmt noch in den Wahnsinn.

Sie verdrehte nur ihre Augen.

„Also gut.", sagte sie nach einer Minute.

Ich schaute sie überrascht und voller Freude an.

„Wenn du mir Gesellschaft leisten willst, kannst du dir einen Stuhl schnappen und dich ausserhalb der Wanne hinsetzen.", fügte sie dem hinzu.

So schnell meine Begeisterung auch kam, so schnell verschwand sie wieder. Aber nicht ganz. Sie liess es immerhin zu, dass ich bei ihr bleiben durfte.

Wir sassen nun da und schauten in den Wald hinein. Meinen Stuhl hatte ich so positioniert, dass ich wenn ich geradeaus schaute, genau sie anschauen würde und sie mich. Nur war sie in der Wanne und ich nicht.

Ich konnte mein Verlangen nicht mehr unterdrücken, ihr eine Strähne sanft aus dem Gesicht zu streichen.
Sie schaute mich fragend an und ich schenkte ihr ein Lächeln.

Ich strich ihr sanft über Wange und fühlte, wie sie es genoss.

„Du bist so wunderschön.", flüsterte ich ihr zu. Sie warf mir einen Bist-du-komplett-bescheuert?-Blick zu und beliess es dabei.

Sophie:

Ich genoss wirklich die sanften Berührungen von ihm.

Aber ich hatte Angst, dass meine Mauer einstürzte und irgendwann musste ich aus der Wanne raus, also beendete ich diesen schönen Moment.

„So. Du gehst bitte raus, damit ich aus der Wanne kan. Ansonsten seh ich aus wie eine geschrumpelte Pfirsich."
Er schaute mich traurig, aber amüsiert über meine Wortwahl an und verliess das Badezimmer.

White WolveWo Geschichten leben. Entdecke jetzt