Wir sassen nun stundenlange auf der Couch und suchten in den Büchern nach Hinweisen, wie man einen Wolf aus sich locken konnte.
Aber nirgends wurde etwas vermerkt oder nur ansatzweise angedeutet.
Dies war eine Sackgasse.
Ich hörte ein Magenknurren und dies war nicht meiner. Aber es würde nicht mehr lange gehen, dann würde sich meiner bestimmt auch melden.
Ich schaute sie an und sah gerade noch, wie sie versuchte ihr peinlich berührtes Gesicht hinter ihren Haaren zu verstecken.
Sie ist eine hammer Frau. So wunderschön. Wie kann sie noch frei sein?
Jeden Tag, jede Stunde, jede Minute die ich mit ihr verbrachte, zog mich immer mehr zu ihr hin.
Mein innerer Wolf drängte mich fast dazu. Er wollte zu ihr. Er gab mir zu verstehen, dass sie wohl diese bestimmte Eine für mich war. Meine Seelenverwandte, meine Mate.
Nur Pech, dass sie sich allem Anschein an sich immer zurück zieht, wenn es ernster werden könnte..
Das Leben meinte es noch nie gut mit mir. Meinen Ruf bekam ich nicht, weil ich heilig war.
Wer will schon einen wie mich, der solch einen grausamen Ruf hat, als Lebensgefährte?
Sie hatte wohl bemerkt, dass ich mich gerade selbst bemitleidete.
„Was ist los?", wollte sie wissen und bevor ich 'Nichts' sagen wollte, fiel sie mir ins Wort. „Und sag mir nicht 'Nichts'. Ich seh dir an, dass etwas nicht stimmt."
„Ich.. habe gerade mein Leben in Gedanken noch einmal revue laufen lassen.", sagte ich und lächelte sie traurig an.
Sophie:
Ich fühlte, wie traurig ihn das stimmte, als er an seine Vergangenheit dachte. Mit meinen Händen nahm ich seine und wollte ihm Trost spenden.
„Ich denke in Zukunft wird dein Leben besser als bisher.", munterte ich ihn auf.
„Und etwas Gutes hat es bis jetzt sicherlich."
Er schaute mich fragend an und ich grinste und fügte hinzu: „Uns."
Seine Stimmung hellte sich ein bisschen auf.
„Ich habe nichts gefunden, was uns helfen könnte..", gab ich auf.
Jetzt war ich es, welche mit der schlechten Stimmung zu kämpfen hatte.
Wie um Himmels Willen kann das sein, dass ich von all dem nichts wusste. Und jetzt weiss ich nicht einmal, wie man den inneren Wolf hervorrufen kann.
In den Büchern stand gar nichts. Es war so verdächtig nichts, dass man denken konnte, dass da was geheimgehalten wurde.
„Wir werden einen Weg finden, das verspreche ich dir.", munterte Brian mich auf.
Ich lächelte ihn dankbar an.
Nach dem Abendessen hatte er die brillante Idee im Wald spazieren zu gehen.
Leider wurde der Spaziergang aber zu training.
Er hatte mir die Augen zugebunden und verlangte von mir zu hören und riechen, wo er gerade war.
Leichter gesagt als getan. Ich lief gegen ein duzend Bäume bevor er die Übung abbrach.
Wir hatten keinen Erfolg an diesem Abend.
Frustriert ging ich mich waschen und legte mich ins Bett.
Ich war schon fast eingeschlafen, als ich ein Geräusch in meinem Zimmer hörte.
Ich schrak auf und erblickte Brian, welcher im Türrahmen stand und mir zulächelte.
Bevor ich ihm einen Todesblick zuwerfen konnte, fragte er mich, ob wir es mit Meditation versuchen wollten.
„Denkst du, dass sowas klappt?", fragte ich verwundert zurück. Verwundert, weil ich nicht gedacht hätte, dass der grausamste Wolf meditieren würde.
„Ja klar. Du musst es nur zulassen.", gab er als Antwort. „Wieso siehst du so verwundert aus?", wollte er wissen.
„Nur so." Ich wollte ihn nicht durch meine Gedanken verärgern.
Er schien jedoch begriffen zu haben und nickte abwesend.
Nach einer Weile des Schweigens sagte er: „Weisst du. Nur weil ich grausam bin heisst das noch lange nicht, dass ich das auch sein will."
Überrascht über solch eine Aussage von ihm schaute ich ihn an. „Schon gut, du musst dich nicht entschuldigen.", fiel er mir ins Wort.
„Komm, wir versuchen es wenigstens."
Ich lag draussen hinter dem Haus auf der Wiese. Es war sehr bequem.
Er leitete mich mit seinen Worten in meine innere Welt.
Es war schön hier. Es sah fast genau so aus, wie im Wald hinter dem Haus ind ich kam fast nicht mehr aus dem Staunen.
Seine Stimme dringte zu mir durch und sagte mir, dass ich Ausschau nach einem Wolf halten solle. Und wenn ich ihn gefunden habe, könne ich mit ihm kommunizieren.
Nach einer langen Suche fand ich schliesslich meinen Wolf. Doch etwas stimmte nicht.
Es war nur ein Umriss! Ich konnte nicht mehr sehen, als einen Umriss..
Dies warf mich so aus der Fassung, dass ich aus meiner Meditation flog.
Ich schrak hoch, was Brian neben mir zusammen zucken liess.
Was war das denn?
Er war sofort auf den Knien neben mir, um mich zu beruhigen.
Ich hatte eine sehr strenge Atmung und konnte mich nicht beruhigen.
„Sophie, was ist passiert?", wollte er wissen.
Ich sah ihn nur mit einen Schreckensgesicht an und fiel in Ohmacht.
Brian:
Ich sass nun schon eine Weile neben ihrem Bett und wartete darauf, dass sie aufwachte.
Den Wald aus dem Fenster betrachtend, fiel ich in meine Gedanken.
Etwas bewegte sich neben mir und ich drehte meinen Kopf in diese Richtung.
Sie war endlich wach.
„Wie geht es dir?", wollte ich wissen.
„Was machst du da?", ignorierte sie meine Frage und stellte ihre.
Perplex schaute ich sie an.
„Du wurdes Ohmächtig, nachdem du aus der Meditation hochgeschreckt bist.", erklärte ich ihr.
Ich sah ihr an, dass sie sich langsam daran erinnerte und schrak hoch und wollte aufstehen.
„Nein, Prinzessin. Du musst dich ausruhen.", sagte ich ihr und drückte sie sanft ins Bett.
Widerwillig und mit einem bösen Blick tat sie wie geheissen und war schon wieder am wegdämmern.
Ich wollte mich schon rausschleichen, als ich kurz vor der Tür ihre Stimme hörte.
„Bleib bei mir, bitte."
Ich drehte um und wollte mir einen Stuhl schnappen.
„Das ist doch nicht bequem. Komm zu mir ins Bett.", bat sie mich.
Erstaunt darüber schaute ich sie schräg an, aber sie bemerkte dies nicht, da sie ihre Augen schon geschlossen hatte.
Ich schlüpfte zu ihr ins Bett und nahm sie in meine Arme.
Wenn es doch immer so wäre..
Sie kuschelte sich an mich und flüsterte „Ich liebe dich" in meine Brust.
Mein Herz nahm Sprünge, als ich dies hörte.
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White Wolve
Werewolf{Rohfassung, wird irgendwann überarbeitet} Einsames, ruhiges Leben führen? Check ✔️ Traummann finden? Nicht erfüllt ✖️ Die 25-jährige Sophie sehnt sich nach mehr Action in ihrem Leben und will ihren Traummann finden. Doch das fällt ihr nicht leicht...
