17 |Eine nette Geste

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Ann

»Bis dann.« nuschelte ich als ich die Vorlesung verließ und aus dem Gebäude verschwand. Jetzt konnte ich nachhause und mich in mein Bett werfen. Morgen würde Maja mit mir feiern gehen und genau deshalb wollte ich einfach nur noch schlafen. »Ann?« eine dunkle Stimme traf meinen Körper.

Ich zuckte zusammen und schaute nach hinten. Jasper. Ich stöhnte genervt auf und strich mir über mein Gesicht. »Können wir das Drama auf einen anderen Tag verschieben. Ich würde gerne einfach nur nachhause.« bat ich ihn und warf einen Blick auf die kleine Tüte, die er in der Hand hielt. Bitte nicht noch ein Geschenk. Wieso verstand dieser Mann nicht, dass ich nichts von ihm wollte. Keinen Sex und auch keine Geschenke. Jasper war vielleicht unglaublich heiß, aber für mich definitiv nicht anziehend. War ich deshalb seltsam? Vielleicht, aber vielleicht war ich auch einfach die einzige Normale.

»Ich weiß, dass ich scheiße war, aber bitte nimm diese Kleinigkeit an.« er lächelte leicht und übergab mir die Tüte. Mit hochgezogenen Augenbrauen betrachtete ich erst ihn und dann die Tüte, die ich vorsichtig annahm und einen Blick rein warf. Ein Haarband. »Danke« ich schenkte ihm ein kleines Lächeln. Es erstarb jedoch als ich bemerkte, dass Jasper vor mir stand. »Aber ich schätze selbst dieses Geschenk kann ich nicht annehmen.« ich wollte es ihm wiedergeben, doch er schüttelte seinen Kopf. »Dieses Geschenk behältst du.« mit den Worten drehte er sich um und entlockte mir ein leichtes Lachen.

Ann es ist Jasper King. Redete ich mir ein und ging über den Bordstein, um an meiner Wohnung anzukommen. Seufzend schloss ich die erste Tür auf und ging zur zweiten. Als ich endlich in meiner Wohnung war, schmiss ich meinen Rucksack beiseite und biss mir auf meine Unterlippe. Er hatte mir tatsächlich ein Haarband geholt.
Stopp Stopp Stopp.
Oh Gott. Er machte es extra. Genau das wollte er doch. Sein Ziel war es noch immer mich in sein Bett zu bekommen, ob nun mit einer teuren Kette oder einem Haarband.

Trotzdem holte ich das rote Band aus der Tüte und nahm das schwarze aus meinem Haar. Mit Leichtigkeit umgab das Haarband mein Haar, weshalb ich einen Blick in den Spiegel sah. Er hatte sich trotz dessen Gedanken gemacht. Ich riss das Haarband von meinem Kopf und schüttelte meinen Kopf. Ich sollte jetzt in meinem Bett verschwinden und keinen Gedanken mehr an Jasper schenken, denn genau das wollte er ja. Er wollte mir meinen Kopf verdrehen und so tun als sei er ein netter Mensch, aber das war er nunmal nicht.

Er war nur ein nerviger Hund, der sich fest biss, wenn man ihn nicht streichelte. Ich grinste. Das war definitiv ein gutes Beispiel. Flink zog ich mich aus und schmiss mich in mein Bett. Schließlich musste ich Schlaf sammeln, damit ich morgen genug Party machen konnte.

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