Ambars SichtAls es nach einer Zeit zu kalt im Park wurde beschlossen wir wieder reinzugehen. Mein Kopf dröhnte und tat immer weh wenn ich ihn nur ein kleines bisschen zu schnell bewegte. Alle möglichen Schürfwunden und blauen Flecken zeichneten sich auf meinem Körper ab.
Ich hatte nicht weinen können. Ich war einfach nur extrem traumatisiert. Dass meine zu so etwas fähig war...obwohl ich sie gut kannte hätte ich ihr das nie zugetraut. Ob sie wusste, dass bei dem Unfall auch ich hätte verletzt werden können? Ich konnte nicht fassen, dass sie ihre blinde Machtgier über mein Leben gestellt hätte. Vielleicht hatte sie mich aber auch einfach gar nicht in Betracht. Oder gehört ich ihrer Meinung nach gar nicht mehr zur Familie?
Ich hatte mich für die andere Seite entschieden. Wurde ich für sie dadurch zum Feind? Vor dem Unfall hatte sie mich nur beschimpft mit...grässlichen Wörtern, die ich überhaupt nicht wiedergeben möchte. Was wenn das wirklich das letzte war, dass ich jemals von ihr gehört hatte? Wie sollte ich in dem Wissen leben, dass sie mich vor ihrem Tode verabscheut hatte und soweit gegangen wäre mir und meinem Großvater etwas anzutun.
Würde ich darüber jemals hinwegkommen? "Du hast das richtige gemacht.", hörte ich Simons Stimme, dessen Hand mich an der Taille stützte während wir gingen, "Ich will, dass du weißt, dass ich unglaublich stolz auf dich bin." Ich seufzte und lehnte mich an ihn. Hätte ich mich für Sharon entschieden hätte ich ihn verloren und alles was ich sonst liebte.
Es hörte sich hart an, aber damit klar zu kommen wäre noch schlimmer als der Verlust meiner Patentante.Im Krankenhaus angekommen spürte ich wie meine Kräfte zu schwinden begannen. "Bist du okay, Ambar?", fragte Simon mich panisch, "du bist wieder blasser geworden, ist dir schwindelig?" Ich nickte schwach. das war alles so viel und der Unfall hatte jegliche Kraft aus mir gezogen. Ich spürte wie meine Beine einknickten und ich gegen Simon sank welcher mich festhielt und mit unruhiger Stimme einen Arzt rief. Ich fühlte mich so schwach.
Der Arzt untersuchte mich noch einmal kurz und gab mir etwas für den Kreislauf und mehr Medikamente gegen die Schmerzen. Ich sollte mich nicht mehr soviel bewegen und versuchen mich hinzulegen. Für die Nacht würden sie mich gern hier behalten. "Ich...ich kann nicht.", sagte ich leise doch Simon sah mich bittend an. "Bitte versuch zu schlafen. Du brauchst es wirklich. Ich bleib auch bei dir." Ich nickte schließlich, auch aus dem Grund dass ich keine Energie hatte um mich zu weigern.
Ich wurde in ein Zimmer gebracht wo ich die Nacht über bleiben sollte. Zum Schlafen würde ich wahrscheinlich nicht können, viel zu viele Sorgen machte ich mir um meine Tante und natürlich auch um Luna. Simon blieb bei mir und irgendwann sank ich wegen all der Beruhigungsmittel wirklich in einen unruhigen Schlaf ohne es überhaupt zu merken.
Ludmilas Sicht
Die erste Nacht verging zäh und langsam. Wir alle warteten vor Lunas Zimmer ohne, dass sich irgendetwas tat. Simon war mit Ambar in ihrem Zimmer. Ich hoffte dass wenigstens sie schlafen konnte nach dem Unfall. Federico und ich hatten selbst überlegt für ein paar Stunden nach Hause zu fahren um uns ein wenig auszuruhen und Sachen zu holen, doch er wollte seinen Bruder nicht alleine lassen. Und Matteo zu überreden wenigstens ein paar Stunden bei uns im Gästezimmer zu schlafen war zwecklos. Er wollte unbedingt da bleiben und kauerte vor Lunas Zimmer.
Es war ein trauriger Anblick. Er sah als andere als gesund aus, eher geschwächt und abgezehrt. Ich tat weh ihn so zu sehen, vor allem da er normalerweise so voller Selbstbewusstsein war, vor allem in den letzten Wochen, seitdem es bergauf zu gehen schien. Es wäre besser für ihn zu schlafen, vor allem da man ihm ansah wie müde er war, doch Matteo hielt sich krampfhaft wach für den Fall, dass irgendetwas passierte. Mir kam es vor als würde er sich selbst dafür bestrafen, dass er sie nicht abgehalten hatte. Das war natürlich völliger Blödsinn aber Matteo war so stur, dass man ihn nicht davon abhalten konnte.
Ich drehte selbst ziemlich am Rad, obwohl ich versuchte die Fassung zu bewahren. Wenn man Fede so gut kannte wie ich, dann wusste man, dass er zwar wegen seinem Bruder ruhig bleiben wollte aber eigentlich kurz vorm Durchdrehen war. Und das machte mir Angst. Ich hatte sogar wahnsinnige Angst und das gefiel mir gar nicht. Mir schnürte es die Luft ab es war...es war schrecklich.
Ich legte leicht meine Hand auf Fedes Oberarm und meinte flehend: "Schatz, bitte lass uns kurz nach Hause gehen. Du musst dich auch ausruhen. Wir können ja auf dem Rückweg was zu essen für die anderen mitnehmen. Matteo ist ja nicht allein. Nur zwei Stunden." Federico sah mich schweigend an und dann seinen Bruder, bevor er seufzte. "Na gut. Du hast ja recht. Vor dem Morgengrauen werden sie uns eh nichts sagen."
Erleichtert atmete ich durch. Ich musste unbedingt duschen und außerdem trug ich immer noch meine Klamotten von letzter Nacht, die sich durch die ganze Aufregung nicht mehr frisch anfühlten. Fede und ich verabschiedeten uns noch und er vermittelte German und Violetta mit einem Blick auzfupassen, damit Matteo nicht durch drehte.
Im Auto fuhren wir schweigend nach Hause. Ich schaute immer wieder auf mein Handy um zu sehen ob irgendetwas sich veränderte hatte. Violetta hatte versprochen mich auf dem Laufenden zu halten. Vor der Wohnung hielten wir und ich griff Fedes Hand. "Das ist alles so schrecklich.", sagte ich leise und sah wie sich die Anspannung in Fedes Gesicht löste. Jetzt wo wir alleine waren verlor er die Kontrolle die er um Matteos Willen so lange aufrecht gehalten. Er sah auf einmal so viel älter aus und... erschöpfter. Sobald er seine Fassade abgenommen hatte kam er mir nahezu kraftlos vor.
Fede schüttelte den Kopf und schloss die Augen. Ich spürte Tränen in meinen Augen als er den Kopf auf meine Schulter sinken ließ. "Ich weiß nicht wie lange ich das noch kann, Ludmila.", hauchte er, "Ich hab genau so Angst, aber ich muss immer an die Hölle denken die mein Bruder jetzt durchmacht. Es...ich halte den Gedanken nicht aus und wenn ich eine Sekunde nicht abgelenkt bin..."
Ich schluckte und hielt die Tränen zurück, als ich mich zur Seite drehte und meinen Freund umarmte. Er ließ sich gegen mich fallen und mir liefen nun doch die Tränen über die Wangen. Das war alles so herzzerreißend. "Es wird alles gut. Du hast es selbst gesagt, sie schafft das. Wann hat Luna schon je einfach aufgegeben?"
Ich sagte diese Worte nicht nur zu ihm sondern auch zu mir. Und obwohl ich mir wünschte ich könnte mit ganzem Herzen daran glauben, konnte ich es nicht, sondern saß hier und hoffte einfach, dass es wahr war.
Heyy Leute,
Tut mir leid, dass ich mich so lange nicht gemeldet habe und dass das Kapitel eher kurz ist, aber ich wollte euch nicht noch länger warten lassen. Ich hoffe ihr hattet schöne Ferien und dass es euch allen gut geht.
Ich bin jetzt wieder im Home schooling und ehrlich gesagt macht mir die Vorstellung ein bisschen Angst. Im letzten Lockdown ist meine mentale Gesundheit rapide nach unten gegangen und ich will dafür sorgen dass das dieses Mal nicht so ist.
Ich hoffe dass ich in Zukunft öfter hochladen kann und dass euch diese Kapitel gefällt. Und freue mich natürlich wie immer auf euer Feedback
Keep Reading😇
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Twins, love and more mistakes 2
Fiksi RemajaWie geht es mit Luna, Matteo und den Freunden weiter? In Twins, love and more mistakes hat sich eine Gruppe von Leuten gefunden. Gefühle sind entstanden, Freundschaften wurden geknüpft und unglaubliche Erinnerungen sind entstanden. Doch schaffen s...