Mirrors

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An einem Freitag am späten Nachmittag einkaufen zu gehen, ist Taehyungs Entscheidung gewesen. „Wir können doch nicht nur eine Packung Chips parat haben. Das reicht für einen Filmabend nicht! Außerdem brauche ich noch..."
Also stehen wir in der ewigen Schlange. Ein Kiosk hätte es für mich auch getan. Ich bin müde von einer langen Woche und überlasse meinem besten Freund das Erzählen und übernehme selbst lieber das Zuhören.

„Und er ist so fröhlich um uns herumgesprungen und konnte nicht still bleiben, sodass ich geglaubt habe, er hat sich verliebt. Und die Hunde-Dame ebenso. Und was, wenn Tiere auch Soulmates haben können? Also habe ich ihrem Herrchen meine Nummer gegeben und jetzt treffen wir uns nächstes Wochenende zum gemeinsamen Gassi gehen. Da wird sich Yeontan freuen."

Taes Erzählung wird dadurch beendet, dass er bezahlt und sein Rückgeld beinahe zu Boden fallen lässt. Ich nehme ihm die Einkaufstasche kurz ab und er stopft die Münzen in sein Portmonee. „Immer so eine umständliche Aktion.", murmelt er vor sich hin und nimmt seine Tasche wieder an sich. Ich greife unterstützend nach der oben zu sehr hinausschauenden Kekspackung und lasse sie wie einen verlängerten Arm herumschwenken.

Wir bewegen uns Richtung Ausgang, doch dort stehen uns zwei Menschen im Weg. Eine Frau ist uns mit dem Rücken zugekehrt. Sie steht wie versteinert dort; leicht gekrümmt und in einer bebenden Hand eine Einkaufstüte haltend. Der Mann ihr gegenüber nimmt seine Sonnenbrille ab und seine Augen bekommen einen glasigen Schimmer. Einige Leute drängen sich schon mürrisch an ihnen vorbei. Auch Tae dirigiert mich vorsichtig hindurch.

„Wenn das nicht mal Soulmates bei ihrer ersten Begegnung sind.", grinst mein bester Freund. Und da breitet sich wieder eine schwere dunkle Wolke in meinem Herzen aus und ein tiefes Donnerrollen lässt mich erschauern. Soulmates. Es ist eines dieser unerklärbaren Phänomene der Menschheit. Am 17. Geburtstag schaut man in den Spiegel und neben dem Abbild seiner selbst erscheint eine weitere Person. Es kommt häufig vor, dass Menschen ihrem Soulmate schon in ihrer Kindheit oder als Teenager begegnen und spüren, dass sie füreinander bestimmt sind. Bei zwei Dritteln dieser Fälle stellt sich schließlich heraus, dass sie falsch liegen. Und ziemlich bald verstehen sie auch warum.
Menschen schauen nicht in den Spiegel, weil sie Selbstverliebt sind. Wer seinem Soulmate noch nicht begegnet ist, hat nur diese Möglichkeit, eine Verbindung zu spüren. Aber auch das ist nicht für immer zufriedenstellend.

Ich blicke zurück und sehe, wie der Mann die Frau sanft beiseite zieht, um der Menschenmasse vor dem Supermarkt Platz zu machen. Ihr Alter schätze ich auf um die 50 Jahre.

Yoonmin OneshotsWo Geschichten leben. Entdecke jetzt