Red Rose

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Wörteranzahl: 4900

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Da hing ein Portrait. Ziemlich abstrakt. Das Orange war so grell, dass das Grün sich zurückzog und genauso in der Ecke kauerte, wie der betrachtende fünfzehnjährige Junge. Er beäugte das Bild als wäre es eine Ameise auf seinem Brötchen. Mit einer Hand rückte er seine Kapuze zurecht, mit der anderen trommelte er ruhelos auf dem runden Tisch herum, an dem er saß. Es ist der Tisch in der Nische, an dem er zu jeder Mahlzeit der letzten vier Tage gesessen hatte. Nicht mehr lange, immerhin. Aber war es in der Cafeteria der Schule anders? Nein. Hier oder dort; der einzige Unterschied war der schreckliche rotbraune Farbton der Wände, der sich hier mit der Farbigkeit des abstrakten Portraits grauenhaft biss.

Aus bloßer Langeweile erhob sich der Junge. Genug herumgesessen. Jetzt würde er herumgehen. Danach würde das herumliegen kommen, nämlich wenn er sich endlich davon überzeugt hatte, dass hier rein gar nichts spannendes mehr passieren würde und er sich in das wüste Unterkunftszimmer verschanzen konnte. Für eine unentschlossene Weile hielt er vor dem Fenster inne und betrachtete die nächtlichen Umrisse des Basketballplatzes. Den ganzen Tag über war dieser von Leuten besetzt gewesen. Dort roch es nach Zigaretten, was einige der Jungen und Mädchen aus seiner Klassenstufe dazu getrieben hatte, übermäßig dort rumzuhängen. Idioten.

Ja, so dachte er. Pessimist war er aus Erfahrung geworden. Sein Kopf hing vornüber, wenn er lief, als würde er von seinen Schultern fallen wollen. Der Boden bot auch keine interessante Sicht, aber hey, immerhin erweckte man so keine Aufmerksamkeit. Die Angst, einem Mitschüler oder einer Mitschülerin aus Versehen in die Augen zu blicken, war ein Hochschauen nicht wert. Sobald man jemandem in die Augen blickte, so dachte der Junge, würde man all seine Gedanken  lesen können. Das fühlte sich an, als würde eine Hand durch seine Augen kriechen und sich bis zu seinem Herzen drängeln, es ergreifen und dann zerquetschen. Darauf hatte Park Jimin keine Lust.

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Er trieb sich auf den Fluren herum. Im Gegensatz zum Speisesaal waren die Wände hier beinahe blutrot gestrichen. Das setzte seinem Gemüt zu. Energisch kickte er einen Papierball vor sich her. Da vorne war ein Mülleimer. Er hob den Fetzen auf und strich das zerknitterte Papier glatt. Zwei Zeilen konnte er entziffern:

Liebster Min Yoongi,
komm doch Fr. 20:00 Uhr in Zimmer 12
PS: bring ein paar Kumpels mit;)

Da war keine Unterschrift, aber die brauchte es auch nicht. Zimmer 12 wurde von einer Gruppe an Mädchen besetzt, die alle immer lauthals verkündeten, diese Klassenfahrt würde das Highlight ihrer Schulzeit werden. Angewidert warf Jimin das Papierstück weg und setzte seinen Weg fort. Niemand begegnete ihm. Soweit so gut. Er summte eine Melodie vor sich hin, streifte die Raufasertapete mit den Fingerspitzen und fühlte sich vollkommen zufrieden in seiner Einsamkeit.

Yoonmin OneshotsWo Geschichten leben. Entdecke jetzt