32 - Verständnis

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Marco küsst mich nochmal leidenschaftlich auf den Mund, bevor er meine Hand nimmt und mich ins Wohnzimmer zieht.

"Hast du Hunger?"

Ich nicke, während ich meine Hände auf seiner Kochinsel abstütze und zusehe, wie er eine TK Pizza aus seiner Tiefkühltruhe holt. Gemeinsam machen wir sie warm und ich mache noch einen einfachen Salat, bevor wir um halb elf endlich zu Abend essen.

"Toni?"

"Mhm?" ich sehe ihn aufmerksam an, während ich mit einem Salatblatt an meiner Gabel kämpfe.

"Dieser Marlin..hast du noch Kontakt zu ihm?" fragt er.

Ich runzle die Stirn und lache daraufhin leicht. "Ja,klar"

Marco wirkt sauer, während er sein Pizzastück in sich schiebt und ich muss leicht schmunzeln. Er ist eifersüchtig.

"Ich finde, du solltest nicht mehr mit ihm befreundet sein" sagt er.

"Was, Wieso?"

"Ich mag ihn nicht" grummelt er, während ich aufstehe und meinen Teller in die Spüle bringe.

"Er ist aber mein bester Freund, du musst ihn ja nicht mögen.Ich werde diese Freundschaft nicht beenden, nur weil du das so willst" sage ich und wasche mir die Hände.

Ich spüre Marco's Präsenz hinter mir und spüre wenig später, wie er seine Hände auf mich legt und den Teller, in die Spüle legt. Ich drehe mich um und sehe somit direkt in seine großen Augen, welche mich Mustern.

"Toni" sagt er etwas rauer.

"Hier geht es nicht um mich. Ich finde einfach, du sollest dich nicht mit Menschen wie ihm abgeben, in meinen Augen ist er -"

"In meinen Augen aber nicht" wimmle ich ihn seufzend ab und drücke ihn leicht von mir, bevor ich mir etwas zu trinken aus seinem Kühlschrank hole.

"Toni,-"

"Nein, Marco. Bitte lass uns dieses Thema vergessen und irgendwas anderes machen..ich bin müde.Bitte, nicht jetzt" Marco seufzt und nickt schließlich, wobei ich ihm ansehe, dass es ihn nicht passt.

***

Ich sitze gerade auf Marco's Couch und habe meine Beine über seine gelegt, während er FIFA zockt und lese ein Buch, als sein Handy beginnt, zu klingeln.

Ich bin so vertieft in die Zeilen meines Romans, dass ich ausblende, was Marco sagt und erst aufsehe, als meine Beine auf die Couch fallen und Marco aufsteht.

"Ich muss weg, ich bring dich heim" sagt er und zieht mich ohne mich zu fragen, auf die Beine.

"Wohin?" frage ich, während wir in den Flur laufen.

Es ist 11:20 Vormittags und Marco hatte mir eigentlich gesagt, dass er kein Training hat und hier bleibt. Anderseits muss ich eh noch etwas für die Uni erledigen und schlüpfe deshalb einfach in meine Schuhe, als er nicht antwortet.

"Es tut mir leid Baby, aber es ist wichtig" sagt er nun sanfter, während ich in meine Jacke schlüpfe.

Ich lächle.

"Alles gut" sage ich, und das meine ich auch so. Wenn er plötzlich weg muss und mir nicht sagen will, wohin, vertraue ich ihm. Es wird eben etwas sein, was mich nichts angeht.

Ich verstehe das.

Marco küsst mich auf den Mund, als wir mein Haus erreichen und ich verabschiede mich von ihm bevor ich aussteige. Die Haustüre wird von Tim geöffnet, anhand seines Aussehens sehe ich jedoch, dass Alena da ist.

"Komm einfach nicht in mein Zimmer" brummt mein Bruder, während ich mich ausziehe.

"Hatte ich nicht vor" murre ich zurück und gehe in mein Zimmer. Auf dem Weg dorthin grüße ich Alena, welche halbnackt auf dem Treppenansatz sitzt, mit einem schlichten 'Hi' und gehe anschließend in mein Zimmer.

Nachdem ich in eine Jogginghose und ein Sweatshirt geschlüpft bin, setze ich mich an meinen Schreibtisch und erledige mein Zeugs für die Uni. Als ich grob die grundlegenden Sachen der Neonatologie gelernt habe, fällt mir plötzlich ein, dass ich meine Semesterferien unbedingt mit einem Praktikum verbringen sollte, so mein Professor.

Ich rufe also bei der Nummer von der Uniklinik Dortmund an, welche mir mein Professor gegeben hat und spreche ein ältere Frau, welcher ich eine gefühlte Ewigkeit erklären muss, dass mein Professor mir diese Nummer gegeben hat, bevor sie mich schließlich in die Klinik einlädt.

Das Herz eines StarsWo Geschichten leben. Entdecke jetzt