Isil
Der Abend mit Alex war super und amüsant. Wir hatten uns in den hinteren Teil der Bar gesetzt und uns unterhalten. Es war über belangloses Zeugs, nichts was wirklich von Bedeutung war. Wir hatten uns Cocktail bestellt und während wir sie tranken, berichtete mir Alex von ihrem Freund. Sie war erst neu mit ihm zusammen und war so glücklich. Wenn sie seinen Namen aussprach, sah ich dieses glitzern in ihren Augen wieder.
»Danke für den Abend«, sagte ich und verabschiedete mich mit einer Umarmung von ihr. Sie stieg in ihr Auto ein und fuhr davon. Ich machte es ihr nach und stieg auch in mein Auto ein. Bevor ich losfuhr, schaute ich noch einmal auf mein Handy-Keine Nachrichten. Etwas anderes hatte ich auch nicht erwartet. Ich startete den Motor und fuhr nach Hause. Genau vor unserem Haus parkte ich neben dem Auto von Sinan und stieg aus. Ich schloss leise die Tür auf, da es schon spät war und ich ihn nicht wecken wollte. Im Wohnzimmer brannte noch Licht, weswegen ich leise dahin ging. Als ich das Wohnzimmer betrat, sah ich Sinan, wie er auf der Couch eingeschlafen war. Fragend darüber, wieso er doch hier eingeschlafen war, decke ich ihn zu mit der Decke und verschwand in mein Zimmer. Ich zog mein Pyjama an und legte mich schnell ins Bett. In der Decke fest eingekuschelt, schlief ich schnell ein.
Am Morgen wachte ich für meine Verhältnisse sehr früh auf, weswegen ich aufstand und ins Badezimmer verschwand. Ich nahm mir eine Dusche und zog mich anschließend an. Auf das Haare föhnen hatte ich keine Lust, da es viel Zeit in Anspruch nehmen würde und ich auch vielleicht durch das Geräusch Sinan aufwecken würde. Ich ging also in die Küche und bereitete das Frühstück vor. Als ich in die Tassen Tee fühlte, betrat Sinan die Küche. »Guten Morgen«, murmelte er und massierte sich den Nacken. »Morgen«, entgegnete ich ihm genauso leise wie er. Ich stellte die Gläser auf den Tisch und wollte mich gerade hinsetzten, als Sinan aufstand und weitere zwei Gläser herausholte. Fragend guckte ich ihn an und er gab, sagte mir, dass er Tolga gerufen hatte, der noch einen Gast hatte. Schnell stand ich noch auf und holte noch weiteres Besteck heraus. Wir fingen natürlich nicht an, sodass ich das Brot noch einmal wärmte für uns. Ich war schon etwas genervt. Tolga kommt und bringt auch noch einer seiner Nachtaktivitäten mit. Er konnte machen was er wollte, aber ich wollte solche Mädchen nicht in meinem Haus. Es klingelte an der Tür und ich schreckte kurz zusammen. Sinan und ich gingen an die Tür und öffneten sie. Vor uns stand Sinan, aber mit keiner seiner Schlampen sondern mit einem kleinen Mädchen. Sofort weiteten sich unsere Augen und wir konnten nur an eine Sache denken: Dieses Kind ist seins! Doch irgendeine geschwängert.
»Es ist nicht mein Kind, keine Sorge«, beruhigte er uns, aber wir entgegneten ihm mit einem skeptischen Blick. Er schüttelte sein Kopf und betrat das Haus. Bevor er sich auszog, kniete er sich hin und half der Kleinen. Danach ging er mit ihr ins Badezimmer. Ich schüttelte nur meinen Kopf und ging in die Küche. »Sinan?«, fragte ich ihn, da er sich immer noch nicht rührte und wie gebannt auf die Stelle blickte, wo noch eben Tolga stand. »Komme«, sagte er und schüttelte noch einmal seinen Kopf.
Tolga und das Kleine Mädchen hatten sich zu uns gesetzt und schweigend aßen wir. Irgendwie konnten wir es nicht glauben und unbemerkt schaute ich nach Ähnlichkeiten zwischen Tolga und dem Mädchen. »Woher hast du sie gefunden, wenn sie nicht deine Tochter ist?«, bohrte ich nach. Tolga ging sich genervt durch die Haare, ehe er mir antwortete
»Sie stand gestern Abend an meiner Tür«, antwortete er genervt.
»Ach, einfach so? Bestimmt hast du eine Frau geschwängert und dieses süße Ding kam auf die Welt. Klar, du hast das Recht deine Tochter zu sehen«, stellte ich fest und nickte meiner These anerkannt zu. »Nein.und.halt.die.Fresse«, knurrte er mir an, was zu einem Lachen von mir führte.
»Nicht sauer werden, du Ochse. Ich würde dich sonst anders nennen, aber die süße Maus neben dir muss dein wahres ich nicht kennen«, teilte ich ihm mit und lächelte Lea an.
Nach dem wir gefrühstückt hatten, gingen Sinan und Tolga ins Wohnzimmer. Lea blieb bei mir und versuchte mir zu helfen. »Schatz, das musst du nicht machen«, sagte ich ihr, jedoch schüttelte sie ihren Kopf und ihre Haare schleuderten sich hin und her. Ich gab ihr einen Kuss auf den Kopf und ging mit ihr zu den anderen. Wir setzten uns ins Wohnzimmer und Lea platzierte sich auf den Schoss von Tolga. Er legte einen Arm um sie und zog sie zu sich. »Habt ihr keine Kinder?«, kam es schüchtern von Lea. Ich schluckte und schaute nervös zu Sinan. Kinder? Bevor wir verheiratet waren, wollten wir 3 Kinder, eigentlich wollte er 4, aber geeinigt hatten wir uns auf 3.
»Nein, sie wollten keine, die so werden wie Isil«, antwortete Tolga Lea lachend. Ich guckte wütend zu Tolga und zum ersten Mal machte Sinan es mir gleich.
»Isil ist toll«, sagte Lea und sprang auf meinen Schoss. Sie legte ihren Kopf in meine Halsbeuge und ich streckte Tolga die Zunge heraus.
»Hast du deine Antwort? Pislik? (Ekliger?)«, gab ich lachend von mir und küsste Lea auf den Kopf. Während ich ihr gedankenverloren durch das Haar strich, dachte ich über ihre Eltern nach. Sie könnte nicht hier bleiben und die Jungs müssten ihre Eltern suchen.
»Sinan, wir müssen ihre Eltern finden«, teilte ich ihm mit, als ich bemerkte, dass sie tief und fest schlief. Er nickte mir zustimmend zu und wand sich Tolga zu, der nachdenklich aussah.
»Lass zur Polizei, einen anderen Weg gibt es nicht, Tolga«, äußerte er sich und stand auf. Tolga stand auf und somit gingen beide aus dem Haus. Ich versuchte so vorsichtig wie es nur ging aufzustehen und legte sie in mein Bett.
Die Tür wurde von Sinan geöffnet und sie sahen etwas enttäuscht aus. »Was ist passiert?", fragte ich ängstlich. »Wir haben ihre Eltern nicht gefunden, die Polizei wollte sie bei sich haben, jedoch konnten wir sie überreden und somit übernachtet sie heute hier«, sagte er und setzte sich an den Esstisch. Tolga ging hoch, da er nach Lea schauen wollte. Ich setzte mich auch hin und legte meine Hände auf den Tisch, meinen Kopf platzierte ich drauf und wartete auf Tolga und Lea.
»Wo bleiben die?«,murmelte Sinan vor sich hin und stand auf. Er ging aus der Küche und ich erhob meinen Kopf von dem Tisch. Ich stand ebenfalls auf und ging auf den Kühlschrank zu, um mir etwas zutrinken holen. Ich schnappte mir die Cola und ein Glas. Mit paar Zügen hatte ich das Glas geleert.
»Beide sind eingeschlafen«, sagte er grinsend. Ich guckte auf die Uhr und merkte, dass wir es erst 19 Uhr hatten.
»Wo werde ich schlafen?«,fragte ich mehr mich als Sinan. Da Tolga und Lea auf meinem Bett schlafen, hatte ich keins. »In meinem«, versicherte er mir.
»Und wo wirst du schlafen?«,fragte ich.
»Ich schlafe einfach auf der Couch, so schlimm ist es nicht«,sagte er und wollte gehen. Jedoch hielt ich seine Hand und er stoppte. Er drehte sich zu mich um und ich ließ seine Hand los.
»Wi-wir können auch in einem Bett schlafen.«, klang meine Stimme schüchtern. Er nickte nur und wir gingen hoch. Vor der Tür blieb ich stehen und wollte nicht herein. Dieses Zimmer war mal unseres. Ich drückte die Türklinke und trat herein. Der Geruch von Sinan stieg mir in die Nase. Früher als er immer später von der Arbeit kam, hatte ich mich auf seine Seite des Bettes hingelegt, weil sie nach ihm roch. Heute vermied ich es in dieses Zimmer zugehen, was mir auch gelang. Ich verschwand nur kurz, um mir mein Pyjama zu holen und ging wieder zu Sinan ins Zimmer. Sinan war im Badezimmer weswegen ich mich umzog, gerade wo ich mir mein Pyjama Oberteil anziehen wollte, ging die Tür auf und Sinan stand dort. Ich schämte mich nicht vor ihm im BH zustehen, da er alles schon kannte. Ich schlüpfte in mein Oberteil und legte mich ins Bett. Sinan legte sich auch hin, sodass wir uns beide in die Augen gucken konnten. Wir hatten einen großen Abstand voneinander. »Gute Nacht«,murmelte ich und schloss meine Augen. »Gute Nacht«, erklang seine Stimme leise zurück.
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Unsere Geschichte
RomansaIsil und Sinan heirateten aus Liebe und die Ehe führte zu einer drei Jahren glücklichen Ehe. Doch seit einem Jahr haben sich beide von einander distanziert. Beide haben beschlossen, dass jeder sein Leben lebt, aber sie noch verheiratet bleiben. Dann...
