KAPITEL XXX

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Annabeth 

Annabeth saß am Rande der Schwertkampfarena und beobachtete, wie die jüngeren Camper Schwert- und Speerkampfunterricht von Clarisse und Chris erhielten. Der Anblick versetzte ihr einen kleinen Stich und erinnerte sie die ganze Zeit schmerzlich an Percys Abwesenheit.

Trotzdem blieb sie, wo sie war. Clarisse war an diesem Morgen zu ihr gekommen und hatte sie gebeten, sich die Fortschritte der jüngeren Halbgötter selber anzusehen und ihnen bei der Wahl, wer schon bei den Grenzpatrouillen eingesetzt werden konnte, zu helfen. Diese Bitte konnte sie der Tochter des Ares unmöglich ausschlagen, immerhin war diese größtenteils selbstständig und organisierte alle Trainingseinheiten selbst. Nur im äußersten Notfall bat sie die Tochter der Athene um Hilfe, was sich in dieser stressigen Zeit als wahrer Segen herausstellte.

Annabeth musste zugeben, dass Clarisse und Chris wirklich gute Arbeit leisteten. Sie hatten einen komplett anderen Unterrichtsstil als Percy, aber dafür war er genauso wirkungsvoll. Die Beiden warfen die Neulinge regelrecht ins kalte Wasser und ließen sie mit Hilfe von Trainingskämpfen Kampferfahrung sammeln, doch das war genau das, was sie momentan brauchten. Nämlich Kämpfer.

Es gab jedoch eine kleine Person, die aus der Menge herausstach, wie ein bunter Hund und nicht so ganz ins Bild passte.

Annabeth erinnerte sich daran, wie Percy einmal einen kleinen Sohn der Harmonia erwähnt hatte, der sich absolut nicht mit dem Gedanken, das Kämpfen zu lernen, anfreunden konnte.

„Ich habe das Gefühl, dass er nicht dafür geschaffen ist. Während dem ganzen Unterricht hat man ihm angesehen, wie unwohl er sich bei dem Gedanken, ein Schwert überhaupt nur in der Hand zu halten, fühlt. Ich würde ihm ja gerne sagen, dass er das nicht muss, aber es stellt nun einmal die einzige Möglichkeit dar, sich zu verteidigen. Der Kleine tut mir leid.", erzählte Percy, als er und Annabeth auf den Weg ins Hauptgebäude waren. Chiron hatte nach ihnen rufen lassen.

„Das kann ich mir gut vorstellen, vor allem, da er ein Sohn der Harmonia ist. Aber ich denke, er wird sich daran gewöhnen.", erwiderte Annabeth.

„Und wenn nicht?", hielt Percy dagegen. „Du weißt doch, dass die Monster auf so etwas nicht achten und einfach wieder verschwinden, wenn wir sagen: gibt mir noch ein wenig Eingewöhnungszeit."

„Gib ihm doch noch ein wenig Zeit, Percy. Wenn er sich in zwei Wochen nicht eingewöhnt hat, dann sprechen wir mit Chiron und überlegen, wie wir ihm helfen können, einverstanden?", meinte sie. „Außerdem ist Harmonia keine besonders mächtige Göttin. Die Monster werden es nicht besonders auf ihn abgesehen haben, vor allem jetzt nicht."

Jetzt musste sie ihrem Freund zustimmen. Sie war sich ziemlich sicher, dass es ich bei dem jungen Halbblut um besagten Jimmy handelte, aber er hatte sich kein bisschen eingewöhnt. Stattdessen ließ er dauernd sein Schwert fallen, seine Angriffe waren schwach und unkoordiniert. Er wirkte so fehl am Platz, dass Annabeth von einer Welle des Mitleids überflutet wurde und beschloss, etwas dagegen zu unternehmen.

Als die Trainingsstunde zu Ende war, ging sie schnell zu Chris und Clarisse und beobachtete mit den Beiden, wie ihre Schützlinge ihre Sachen zusammenpackten.

„Und was meinst du?", wollte die Tochter des Ares wissen. „Wer ist so weit?"

„Wir können uns heute Abend im Hauptgebäude treffen, dann besprechen wir das alles und teilen die Neuen ein.", gab Annabeth zurück. Dann wechselte sie das Thema. „Der Kleine dort hinten, das ist Jimmy, oder?"

Chris verzog mitleidig sein Gesicht. „Ja."

„Wie macht er sich? Percy ist schon bei seiner ersten Trainingsstunde in diesem Sommer aufgefallen, dass er sich sehr schwer tut. Hat es sich inzwischen ein bisschen gebessert?", hakte die Tochter der Athene nach.

Die Macht der MeereGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt