Percy
Nervös trommelte Percy mit seinen Fingerspitzen auf das Lenkrad, während er vor dem Empire State Building nach einem Parkplatz für den Van mit der Aufschrift Erdbeerhof Delphi suchte. Jetzt, am Nachmittag, war einiges auf den Straßen von New York los, deswegen erwies sich diese Suche als schwieriger, als gedacht. Hinzu kam die nervöse Energie, die sich in ihm seit dem Gespräch mit Chiron breit gemacht hatte, das alles führte dazu, dass er am liebsten aus dem Auto springen und so lange rennen wollte, bis er nicht mehr konnte.
Aber das würde bestimmt auch nichts bringen. Ein Teil von ihm sagte immer noch, dass die Götter nichts Wichtiges brauchten, dass es nur um eine fast schon Banalität ging, doch das konnte er nicht so recht glauben. Allein die Tatsache, dass Zeus einen Rat einberufen hatte, war verdächtig, denn normalerweise legte der König der Olympier keinen großen Wert auf die Meinung anderer.
Natürlich konnte er sich auch in dieser Sache irren, doch Percy hatte schon zu viel durchgemacht, um noch als Optimist zu gelten.
Für eine Sekunde hielt er inne, dann trommelten seine Finger wie von selbst weiter, er konnte nichts dagegen tun.
„Percy.", knurrte Jason. „Wenn du nicht sofort damit aufhörst, dann schlage ich dich. Oder ich verpasse dir einen Stromschlag, kommt drauf an, was dir lieber ist."
„Ist ja gut.", brummte er zurück.
Die Stimmung im Van war mehr als nur angespannt, auch, wenn es möglicherweise gar keinen Grund dazu gab. Doch nachdem er ihnen eröffnet hatte, dass die Götter sie sehen wollten, hatte Chiron keine Zeit verschwendet, sie in einen der Vans verfrachtet und ihnen gesagt, dass sie sich auf den Weg machen sollten. Auch, wenn er ihnen gesagt hatte, dass er keine Ahnung hatte, so wurde Percy das Gefühl, dass er ihnen etwas verschwieg, nicht los.
An Chiron haftete eine traurige Aura, die einem das Gefühl gab, nur eine kleine Figur in seinem tausendjährigen Leben zu sein, als hätte er sich schon damit abgefunden, dass man früher oder später wieder aus seinem Leben treten würde. Es war fast schon gruselig, vor allem, da sich diese Ergebenheit in den letzten Jahren verstärkt zu haben schien.
Percy war nicht der einzige, der das bemerkt hatte. Er konnte in den Gesichtern der Anderen sehen, dass sie das Gleiche dachten, wie er, auch, wenn sie es noch nicht glauben wollten. Keiner von ihnen war besonders erpicht darauf, schon wieder in irgendeinen Kampf unter Unsterblichen verwickelt zu werden, besonders jetzt nicht, da sie sich in den vergangenen zwei Jahren zu sehr an das normale Leben gewöhnt hatten.
Also klammerte sich Percy an das letzte bisschen Hoffnung, das ihm geblieben war und zwang sich, tief durchzuatmen. Noch wusste er nicht genau, warum sie zu den Göttern zitiert wurden. Er sollte wirklich keine voreiligen Schlüsse ziehen.
Endlich fand er einen Parkplatz und stellte den Van dort ab. Nacheinander stiegen die Fünf aus, bis sie ein wenig verloren auf dem Bürgersteig standen. Unbewusst tastete Percy nach Annabeths Hand und umklammerte sie fest, es tat gut, ihre Wärme zu spüren und zu wissen, dass sie trotz allem da war, dass sie ihn nicht alleine lassen würde und umgekehrt auch nicht. Egal, was nun folgen mochte, sie würden es zusammen durchstehen, wie immer. Ein ermutigender Gedanke.
Schließlich erbarmten sich Jason und Piper und setzten sich in Bewegung, Percy, Annabeth und Nico folgten ihnen auf den Fersen.
Sterbliche eilten an ihnen vorbei und schenkten der kleinen Gruppe keinerlei Aufmerksamkeit. Immer wieder erstaunte ihn der magische Nebel, der den riesigen, schwebenden Felsbrocken, der sich Olymp nannte, vor ihnen verbarg. Niemand konnte auch nur vermuten, dass sich über ihnen der Mittelpunkt der westlichen Welt befand.
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Die Macht der Meere
FanfictionPercy und Annabeth gehen in Neu-Rom aufs College, die Halbgötter können in Frieden leben, mit jedem Tag verbessern sich die Beziehungen zwischen den Camps. Alles hätte so schön sein können. Doch dann erhebt sich Pontos, der Ur-Gott aller Meere- und...