Annabeth
Als sie endlich wieder in diese faszinierenden und wunderschönen grünen Augen blicken konnte, hatte Annabeth ein Gefühl, als würde ihr Herz mehrere Schläge aussetzen. Sie konnte es nicht glauben. Träumte sie? Befand sie sich womöglich in der Athene-Hütte in ihrem Bett und stellte sich ihren größten Wünsch im Schlaf vor?
Aber sie spürte, erneut, wie Percy ihre Hand drückte. Seine Augen waren noch immer offen. Es war wahr. Er war wieder wach. Er hatte es überstanden.
Kurz zuvor waren ihr noch Tränen der Verzweiflung über die Wangen geflossen, jetzt fingen ihre Augen erneut an zu brennen. Doch es waren Freudentränen. Annabeth weinte vor Erleichterung, sie lachte und schluchzte gleichzeitig.
„Den Göttern sei Dank, du bist wieder wach!", Annabeth wischte sich hektisch über die Wangen, doch es kamen immer mehr Tränen nach. In ihrem Inneren tobte ein Feuerwerk, seit Wochen hatte sie sich nicht mehr so glücklich gefühlt. Percy war wieder da.
Er blinzelte sie an und Annabeth konnte sehen, wie sich sein Blick klärte und schärfte. Aber er sah trotzdem noch müde aus. Langsam, als müsste er erst realisieren, wo er war, fing er an zu lächeln. In seinen Augen leuchtete regelrecht die Liebe, die er für sie empfand, aber da war auch Schmerz zu sehen.
„Es ist noch zu früh.", seine Stimme klang leise und schwach, sie war rau und eingerostet. Dennoch hatte sie niemals etwas Schöneres gehört. „Annabeth, es ist zu früh. Ich weiß nicht, wo der Dolch ist.", Percy klang verzweifelt. „Ihr müsst mich wieder zurückschicken. Ohne den Dolch-..."
Annabeth beugte sich vor und versiegelte seinen Mund mit einem Kuss. Sofort verstummte er und seufzte leise auf. Der Kuss war zaghaft, das stimmte. Aber die Schmetterlinge schwirrten nur so in Annabeth umher, Glück breitete sich in ihr aus, wie noch nie zuvor. Sie hatte gedacht, dass sie ihn für immer verloren hatte, aber er war wieder da. Percy hatte sein Versprechen, immer zu ihr zurückzukommen, erneut wahr gemacht. Und auch Psyches Vorhersage, dass die Liebe alles überstehen konnte, hatte sich erfüllt.
Annabeth löste sich von Percy und legte ihre Stirn an seine. Sie atmete tief ein. Er roch nach dem Meer, nach der salzigen Luft. Fast konnte sie sich vorstellen, dass sie sich am Strand befand. Annabeth suchte seinen Blick. „Es ist egal. Es ist egal, dass du nicht weißt, wo der Dolch ist, hörst du?", flüsterte sie eindringlich. „Wir werden einen anderen Weg finden. Es zählt nur, dass du wieder bei mir bist. Dass wir wieder zusammen sind, verstanden? Alles andere ist unwichtig."
Percy erwiderte ihren Blick, dann nickte er und hob seinen Kopf ein wenig an, um sie zu küssen. Als ihre Lippen aufeinandertrafen, spürte Annabeth erneut dieses unbändige Glücksgefühl. Sie konnte es noch immer kaum glauben. Aber es war wahr. Das sagte sie sich gedanklich immer und immer wieder. Dieses Mal war der Kuss intensiver, als zuvor. Und noch schöner.
Nachdem sie sich erneut voneinander getrennt hatten, drückte Annabeth seine Hand. Am liebsten würde sie einfach bei ihm sitzen bleiben, doch das ging nicht. „Ich muss Will holen, er muss dich untersuchen. Und die Anderen müssen auch erfahren, dass du aufgewacht bist."
Percy brachte ein schwaches Grinsen zustande. „Keine Sorge, ich gehe nirgendwo hin."
Annabeth lächelte flüchtig. Wie oft war sie von diesen provokanten und sarkastischen Kommentaren genervt gewesen, doch jetzt schätzte sie sich überglücklich, dass sie sie wieder hören durfte. Gleichzeitig erkannte sie jedoch daran und an Percys angespannten Gesichtsausdruck, dass er Schmerzen hatte. Sie sollte wirklich Will holen.
Auf dem Weg zur Tür drehte sie sich gefühlte dreitausend Mal um, um zu überprüfen, ob Percy noch da war. Das war er. Er lächelte sie leicht an und folgte ihr mit den Augen.
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Die Waffe der Meere
FanfictionPercy hat es geschafft- er ist aus der Vergangenheit zurück. Doch viel Zeit zum Erholen bleibt ihm nicht, denn die Zeit drängt. Die Halbgötter müssen versuchen, Bethanys geheimnisvolle Hinweise zu entschlüsseln und das Versteck des Dolches finden. L...
