Wir haben unsere Inhaltsrichtlinien aktualisiert.
Sieh dir die neuesten Richtlinien an, um weiterhin sicher Geschichten zu teilen.

KAPITEL LVI

282 19 11
                                        

Percy

Eigentlich hatte Percy ein eindrucksvolleres Erscheinungsbild des Urgottes erwartet. Er hatte so viel gehört und auch gespürt, das alles passte nicht zu dem Mann, der vor ihm stand. In gewisser Hinsicht ähnelte er Percy ungemein. Er hatte dunkles Haar, vielleicht ein bisschen heller, als sein eigenes. Die Augen waren dunkelgrün, aufgewühlt und es schien, als würde man in die Tiefen des Meeres blicken.

Vielleicht ein bisschen überdurchschnittlich groß, an die zwei Meter, wenn nicht sogar noch größer. Und er war jung. Damit hatte Percy am wenigsten gerechnet, Pontos sah aus, als wäre er Ende zwanzig, höchstens Anfang Dreißig. Als der Gott das Camp angegriffen hatte und er für einen Augenblick zu sehen gewesen war, hatte Percy das nicht richtig einschätzen zu können.

Angespannt starrte er Pontos an, immer noch ein wenig überrascht, aber auch vollkommen ernst.

Er war alleine. Alleine gegen den größten Feind in diesem Krieg. Der Gegenspieler seines Vaters.

Er saß ganz schön tief in der Scheiße.

Percy hoffte, dass zumindest Jimmy in Sicherheit war. Irgendwie verfluchte er sich selbst, dass er ihm nicht befohlen hatte, ins Camp zu laufen und den anderen Bescheid zu sagen. Doch er hatte nicht so weit gedacht.

Irgendwie schienen alle Entscheidungen, die er in den letzten Tagen getroffen hatte, hier zusammenzufließen. Dass er Annabeth den Dolch gegeben hatte. Dass er an den Strand gegangen war.

Beinahe verdrehte er die Augen. Was hatten die Moiren nur gegen ihn?

„Ich habe viel über dich gehört, Percy Jackson.", Pontos machte ganz gemächlich ein paar Schritte, als hätte er alle Zeit der Welt. „Und irgendwie habe ich angenommen, dass du ein paar vorlaute Sprüche für mich übrig hast."

Percy schnaubte. Was dachten diese ganzen unsterblichen Leute nur von ihm?

„Und ich dachte, dass du ein bisschen älter aussiehst. Aber in den Tiefen der Ozeane ist das Meerwasser anscheinend sehr gut für die Haut. Davon hattest du in den letzten Jahrhunderten ja genug. Oder war es doch eine Anti-Aging Creme?", erwiderte er und kniff die Augen zusammen.

Pontos Mundwinkel wanderten nach oben. „Ich bin mir sicher, dass das noch besser geht.", feixte er.

Anscheinend waren alle Meeresgötter von der Mentalität her locker.

Aber Percy war definitiv nicht in der Stimmung, mit Pontos einen Bash-Battle auszutragen.

„Wenn du mich umbringen willst, dann bring es hinter dich.", verlangte er.

Das belustigte Grinsen des Gottes vertiefte sich. „Weißt du, was das Schöne ist, wenn man unsterblich ist? Man hat Zeit. Ob du jetzt, oder in fünf Minuten stirbst, spielt für mich keine Rolle.", er machte eine kleine Pause. „Außerdem denke ich nicht, dass dein Tod ganz unbemerkt vonstattengehen sollte."

Percys Herz klopfte ein wenig schneller. „Wenn du mir Angst machen willst, dann funktioniert das nicht. Ich fürchte mich nicht vor dir.", sagte er entschlossen und betont ruhig.

„Ach, das brauchst du auch gar nicht. Ich bin nicht so eitel, wie andere Götter. Wenn du dich nicht fürchtest, was interessiert es mich? Mich interessiert nur, wie dieser Abend ausgeht. Und die Chancen, dass ich der Gewinner sein werde, sind doch sehr hoch.", Pontos sah ihn siegessicher an.

Percy selbst versuchte, sich auf das Meer zu konzentrieren und einen Teil unter seine Kontrolle zu bringen. Pontos Existenz war überall, was das sehr erschwerte.

„Ich muss aber auch zugeben, dass du stark zu sein scheinst.", sagte nun dieser. „Deine Versuche, die Oberhand zu gewinnen, könnten durchaus eindrucksvoll sein. Aber ich habe schon gegen stärkere Gegner gekämpft- und gewonnen."

Die Waffe der MeereGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt