Percy
Percy kniete keuchend in der Wiese und stützte sich mit den Händen ab. Sein Puls raste und Schweiß stand ihm auf der Stirn. In einem Augenblick war da noch die Najade gewesen, aber jetzt war-...
Er dreht seinen Kopf zur Seite und sah, dass er sich direkt neben Klaias Teich befand.
Er war unfähig, sich zu bewegen und kippte zur Seite, wo er dann auf dem Rücken liegen blieb und in den Himmel starrte. Irgendetwas war anders. Sein Herz raste noch immer, als hätte ihm jemand einen Stromschlag verpasst.
Aber Percy konnte nicht sagen, was es war. Was genau geschehen war und warum er sich so anders fühlte.
Seine rechte Hand um klammerte etwas. Der Dolch. Die Erkenntnis traf ihn urplötzlich.
Der Schnitt. Was hatte Klaia getan?
Mühsam setzte er sich auf, obwohl er sich nicht schwach fühlte. Es war vielmehr, als wäre er überladen und als wüsste sein Körper nicht, wohin mit der Energie.
Der Dolch sah genauso aus, wie nur wenigen Sekunden zuvor in Klaias Teich. Die Klinge war zwar aus Metall, aber schimmerte in vielen Farben. Am Knauf befand sich eine Perle, wellenförmige Muster waren in den Griff graviert, der aus himmlischer Bronze bestand.
Als hätte er sich verbrannt, ließ er ihn fallen und betrachtete seine Handfläche. Dort war absolut nichts zu sehen.
Noch während er die nicht vorhandene Wunde anstarrte, fing sein Gehirn an, so einiges zu verstehen. Irgendetwas war geschehen und definitiv nichts Negatives. Er fühlte sich besser. Viel besser.
Percy fühlte sich wieder so, wie er sich vor dem Krieg gegen Pontos gefühlt hatte. Bevor er in die Vergangenheit geschickt worden und beinahe verblasst war.
Diese innere Zerrissenheit und das Gefühl, nicht mehr vollständig zu sein, war gänzlich verschwunden. Als hätte ein neuer Tag für ihn begonnen und alles Dunkle vertrieben.
Er konnte nicht sagen, wie das möglich war, aber Percy wusste, dass der Dolch voll von der Macht des Poseidons war. Mehr verstand er nicht und es spielte auch keine Rolle.
Ein überglückliches und erleichtertes Lachen bahnte sich einen Weg aus seiner Kehle. Er war so erleichtert, dass er sich wie der glücklichste Mensch auf der Welt fühlte, er konnte nicht anders, als dieses Gefühl herauszulassen.
Er lachte, bis ihm die Tränen über die Wangen strömten und sein Atem unregelmäßig ging. Wackelig kam er auf die Beine und machte zwei Schritte zum Teich, wo Percy sein Spiegelbild auf der Wasseroberfläche betrachtete. Die Ringe unter seinen Augen waren verschwunden, seine Haut war weder blass, noch durchscheinend. Seine Wangen waren nicht mehr eingefallen. Er sah wieder aus, wie er selbst.
„Egal, was du gemacht hast.", er wusste nicht, ob Klaia ihn hören konnte, doch er musste diese Worte einfach loswerden. „Danke. Ich danke dir, Klaia."
Und so langsam gewöhnte er sich an seine wiedergewonnene Stärke. Er gewöhnte sich daran, sich wieder normal zu fühlen, auch, wenn es noch eine Zeit lang dauern würde, bis er sich nicht mehr high davon fühlte. Er wollte noch dableiben, sich richtig bedanken, doch im gleichen Moment frischte der Wind auf und brachte eine Brise Meerluft mit sich. Der Ozean rief ihn.
Schweren Herzens ließ er diesen Teich und die Lichtung mit den Blumen hinter sich. Noch immer lag ein Zauber über alledem, Percy hoffte, dass die Magie diesen Ort niemals verlassen würde, obwohl er nun den Dolch mit sich nahm.
Er hielt den Griff fest umklammert, er brauchte dringend eine Scheide, die er an seinem Gürtel befestigen konnte. Er würde diese Waffe hüten, wie seinen Augapfel.
Percy fühlte sich beflügelt, während er sich einen Weg durch den Wald zurück zur Küste der Insel bahnte. Wie viel Zeit wohl vergangen war?
Das Meer kam vor ihm in Sicht und er beschleunigte seine Schritte noch ein wenig. Die Siren war noch immer an Ort und Stelle, genau dort, wo er sie zurückgelassen hatte. Er meinte sogar, eine Person an Deck zu erkennen, die unruhig umhertigerte, doch sicher war er sich nicht.
Percy verlor keine weitere Zeit und sprang ins Wasser, wo er sich wieder vorwärtstreiben ließ. Diesmal beeilte er sich noch mehr, in der Angst, ein Monster könnte durch den Dolch auf ihn aufmerksam werden, doch nichts dergleichen geschah.
Stattdessen kam er unbeschadet an der Jacht an, er hörte schnelle Schritte, Annabeth kam angerannt. Man konnte ihr die Angst noch deutlich im Gesicht ansehen, doch nun, da er wieder da war, strahlte sie.
„Den Göttern sei Dank.", sagte sie und streckte ihm ihre Hand entgegen. Dieser Anblick erinnerte Percy daran, wie er im Styx gebadet hatte und sie sein Anker zur sterblichen Welt gewesen war. Damals hatte sie ihn gerettet und auch diesmal ließ er sich von Annabeth helfen. Gleich darauf stand er an Deck und auch Grover kündigte sich an, Hufgeklapper war zu hören.
Annabeth erfasste die Lage innerhalb von Sekunden. Ihr Blick wanderte zuerst zu Percys Hand, in der er noch immer den Dolch fest umklammert hielt, dann betrachtete sie sein Gesicht und blinzelte verwundert.
„Du hast es geschafft. Und du siehst anders aus. Besser. Gesünder. Was ist passiert?", bombardierte sie ihn mit Fragen.
Ehe Percy antworten konnte, fand er sich in einer Umarmung von Grover wieder, der ohne Vorwarnung auf ihn zugestürmt gekommen war. „Perce, es ist eine Ewigkeit vergangen.", meckerte er. „Ich konnte Annabeth gerade so davon abhalten, ihre Drohung wahr zu machen."
Percy grinste und löste sich von seinem besten Freund. „Ich glaube, ich muss euch viel erzählen. Aber lasst uns zuerst nach Hause gehen."
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Die Waffe der Meere
FanfictionPercy hat es geschafft- er ist aus der Vergangenheit zurück. Doch viel Zeit zum Erholen bleibt ihm nicht, denn die Zeit drängt. Die Halbgötter müssen versuchen, Bethanys geheimnisvolle Hinweise zu entschlüsseln und das Versteck des Dolches finden. L...
