Hazel
Es dauerte genau drei Tage, bis Hazel das erste Mal kurz vor der Verzweiflung stand. Sie hatte das Gefühl, der Aufgabe, die Reyna ihr übertragen hatte, nicht gewachsen war.
„Die treiben mich noch in den Wahnsinn!", stieß sie frustriert hervor und ließ sich auf einen von beiden Sesseln sinken, die in Franks Prätoren-Büro standen. Erschöpft vergrub sie das Gesicht in ihren Händen.
Es war nicht einmal so, dass Camp Jupiter von Pontos angegriffen wurde. Nein, das Problem lag bei den Römern. Vielleicht nicht bei allen, aber es gab Unruhen, die von denen verursacht wurden, die auch schon während der Abstimmung zu Reynas Einsatz und der Truppe, die nach Camp Half-Blood geschickt wurde, dagegen gestimmt hatten. Und mit jedem Tag, der bisher verstrichen war, spürte Hazel, wie sowohl sie, als auch Frank und Reyna an Rückhalt verloren.
Gerüchte keimten aus, Geflüster wurde weitergetragen, die Stimmung schlug um. Eine politische Krise in Neu-Rom und Hazel, die davon gar nichts wusste, sondern ins kalte Wasser geworfen worden war, hatte die Aufgabe erhalten, alles wieder unter Kontrolle zu bringen.
Seit zwei Tagen hatte sie nur noch wenige Stunden geschlafen, sie hatte nie in ihrem Leben damit gerechnet, dass es tatsächlich zu solchen sinnlosen Auseinandersetzungen kommen würde. Die viel größere Gefahr, Pontos, schwebte noch immer wie ein Schwert über ihnen, bereit, jederzeit alles zu vernichten, was ihnen lieb und teuer war.
Aus irgendeinem Grund musste Hazel an die römischen Bürgerkriege denken. In Camp Jupiter wurde unter anderem sehr viel Wert daraufgelegt, dass sich die Halbgötter mit der römischen Geschichte auskannten. Zumindest die Grundlagen waren ein Muss für jeden.
Deswegen wusste Hazel, dass das römische Imperium nicht immer ein Kaiserreich gewesen war. Nein, anfangs handelte es sich um eine Republik, die ihren militärischen Einfluss immer weiter ausbreitete. Das führte letztendlich zu erheblichen Spannungen, da dadurch die Interessen von verschiedenen Bevölkerungsgruppen miteinander in Konflikt getreten waren.
Eigentlich hatte die Situation von damals keine besonders große Ähnlichkeit mit den jetzigen Spannungen. Doch irgendwie zog Hazel daraus Parallelen: Auch diesmal hatte sich der Einflussbereich ein bisschen erweitert, sie waren mit den Griechen in Kontakt getreten und hatten sich mit ihnen verbündet. Und nun, da sie Truppen nach Long Island geschickt hatten, vermischten sich wieder die Interessen der Römer. Zum einen war da der Kampf gegen Pontos, den sie unbedingt gewinnen und somit den Griechen helfen mussten. Aber andererseits stand der Schutz von Neu-Rom an erster Stelle.
Das hatte einfach zu Spannungen führen müssen und so war es auch gekommen.
Hazel verzog ihr Gesicht. Nein, dieser Vergleich zu den römischen Bürgerkriegen gefiel ihr ganz und gar nicht. Denn bis es eine endgültige Lösung gegebene hatte, hatte es hundert Jahre gedauert. Und in dieser langen Zeit war es immer wieder zu blutigen Machtkämpfen und Intrigen, aber auch militärischen Auseinandersetzungen gekommen. Außerdem endete alles darin, dass Rom zum Kaiserreich wurde. Damit war zwar auch der Pax Romana, der römische Frieden verbunden gewesen, aber 100 Jahre des Krieges?
Hazel erhoffte sich eine sehr viel schneller Lösung.
„Ich weiß Hazel, mich doch auch.", erwiderte Frank auf ihre Bemerkung, die Hazel fast schon wieder vergessen hatte. Sie schreckte aus ihren Gedanken hoch und beobachtete ihren Freund plötzlich mit anderen Augen.
Er war seit über zwei Jahren Prätor und war seitdem für die Legion und die Veteranen verantwortlich. Natürlich hatte Hazel immer zum Team dazugehört, sie hatte jede noch so kleine Krise miterlebt und geholfen, sie zu lösen. Aber damals waren Reyna und Frank die Gesichter der Führungsebene gewesen. Und jetzt-... hatte Hazel den Platz der Tochter der Bellona eingenommen, war ihre Vertretung. Jetzt wusste sie, wie es sich anfühlte, noch genauer beobachtet zu werden. Sie wusste, dass mit dem Amt eine Menge Verantwortung einherging, aber offiziell der Anführer sein war ihrer Meinung nach noch einmal etwas ganz anderes, als lediglich im Hintergrund zu agieren.
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Die Waffe der Meere
FanfictionPercy hat es geschafft- er ist aus der Vergangenheit zurück. Doch viel Zeit zum Erholen bleibt ihm nicht, denn die Zeit drängt. Die Halbgötter müssen versuchen, Bethanys geheimnisvolle Hinweise zu entschlüsseln und das Versteck des Dolches finden. L...
