Annabeth
Mit weit aufgerissenen Augen schaffte sie es noch gerade so, sich an einem der ledernen Riemen festzuhalten. Dennoch baumelte sie dreihundert Meter in der Luft- und konnte sich nur an etwas festhalten, das früher oder später nachgeben würde.
Wie aus einer anderen Welt drang Percys Stimme zu ihr, er schrie ihren Namen. Gleichzeitig war ein weiterer, sehr viel schrillerer Schrei zu hören, bei dem Annabeth ein Schauer über den Rücken lief. Keuchend drehte sie ihren Kopf und versuchte, das Monster, das sie allen Anschein nach angriff, zu sehen. Doch sie schaffte es nicht.
Ihr nächster Versuch bestand darin, sich auf den Sattel hochzuziehen, doch auch das war erfolglos. Sie fand einfach keinen Halt und konnte nur hoffen, dass der Riemen hielt.
Kaum eine Sekunde später tauchte Percy mit Blackjack über ihrer auf. Sein Gesicht war verbissen.
„Blackjack, Guido, ihr müsst noch näher sein. Ich erreiche Annabeth noch nicht.", befahl er und dann, an Annabeth gewandt: „Ich hab' dich gleich, versprochen."
Sie konnte nur nicken. Ihre Finger waren verkrampft und sie hatte Angst, dass sie, wenn sie nur eine falsche Bewegung machte, in den Tod stürzte.
Wieder war dieses durchdringende Kreischen zu hören, Percy sah sich hektisch um und erblasste deutlich sichtbar. „Was zum Hades ist das denn?", murmelte er vollkommen verwirrt und auch ein wenig angeekelt. Gleich darauf sah er wieder zu Annabeth. Guido und Blackjack waren inzwischen sehr nah beieinander, sodass sie befürchtete, sie konnten zusammenstoßen. Percy beugte sich zu ihr und streckte ihr seine Hand entgegen. Nur Zentimeter trennten sie voneinander.
„Scheiße.", murmelte er.
Wieder dieses Kreischen. Und diesmal deutlich näher als zuvor. Annabeths Magen verkrampfte sich, doch sie biss die Zähne zusammen. Sie schafften das.
Ein Schatten tauchte über ihr auf und verdunkelte Percys Gesicht. Seine grünen Augen weiteten sich und er riss die Hand, die er Annabeth hingehalten hatte, blitzschnell zurück, um mit ihr auf die Uhr, die sich an seinem Handgelenk befand, zu schlagen. Sie hatte keine Zeit, sich darüber zu wundern, denn keinen Bruchteil einer Sekunde später befand sich ein großer, bronzener Schild an seinem Arm.
Kein Moment zu früh. Ein riesiges, fliegendes Tier stürzte sich auf Percy. Annabeth konnte erkennen, dass es einen Adlerkopf besaß und gigantische Flügel, die Krallen kratzten über das Schild. Das Monster entfernte sich wieder, um zu drehen.
„Annabeth, deine Hand.", Percys drängende Stimme riss sie aus der Starre. Ihr Herz pochte, sie löste ihre verkrampfte rechte Hand von dem Riemen. Die Sekunden fühlten sich ewig an. Sie verlor mit der Linken an Halt.
Doch diesmal erreichte Percy sie- im gleichen Augenblick, in dem sie zu Fallen drohte. Sie zog ihn durch ihr Gewicht automatisch nach unten, sodass er nach unten rutschte und zusammengekrümmt auf Blackjacks Rücken saß.
Er ächzte, aber hielt sie fest. Schmerz blitzte in seinen Augen, auch in ihrem Inneren wurden qualvolle Erinnerung freigesetzt.
Jacksonville zog weiterhin unter ihnen vorbei. Die Dächer der Hochhäuser waren inzwischen nur noch einhundert Meter unter ihnen. Aber das spielte keine Rolle, ein Sturz aus dieser Höhe wäre noch immer tödlich. Sie brauchten irgendeinen Plan. Egal welchen. Annabeths Gehirn arbeitete auf Hochtouren.
Das Monster, was auch immer es war, hatte inzwischen gedreht und kam nun wieder auf sie zugeflogen.
„Pass auf!", schrie Annabeth. Percy war zu beschäftigt, sie zu sichern und weiterhin den Schild schützend über sich zu halten, er konnte das Tier gar nicht sehen.
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Die Waffe der Meere
FanfictionPercy hat es geschafft- er ist aus der Vergangenheit zurück. Doch viel Zeit zum Erholen bleibt ihm nicht, denn die Zeit drängt. Die Halbgötter müssen versuchen, Bethanys geheimnisvolle Hinweise zu entschlüsseln und das Versteck des Dolches finden. L...
