Hazel
Hazel schlenderte betont entspannt durch Neu-Rom, um keinen Verdacht zu erwecken. Frank und sie hatten noch über eine Stunde weiterdiskutiert und waren verschiedene Kandidaten durchgegangen, die für ihren Plan infrage kamen.
Während sie weiterging, verkrampfte sich ihr Magen ein wenig. Sie fühlte sich, als würde sie ein Verbrechen begehen und das setzte ihr zu. Sehr sogar.
Aber sie hatte Frank angeboten, die Kontaktaufnahme zu übernehmen. Sie hatte noch ein bisschen mehr Zeit als er.
Doch sie fragte sich, wie es so weit hatte kommen können. Aus dem Fernsehen kannte man verschiedene Thriller-Serien, oder Polit-Dramen, sie fühlte sich wie in eine Folge House of Cards hineinversetzt. Hazel hatte die Serie gemeinsam mit ihrem Bruder Nico angesehen.
Sie hätte niemals gedacht, dass sie irgendwann mit ähnlichen Problemen wie ein Politiker konfrontiert wurde. Doch das hier war im Prinzip nichts anderes: Eine politische Krise. Und um diese zu lösen, war Diskretion sehr wichtig.
Unwillkürlich musste Hazel ein wenig Grinsen und schüttelte den Kopf über sich selbst. Was tat sie hier eigentlich?
Die Antwort auf diese Frage war vermutlich elementar für ihr weiteres Vorgehen, doch sie beschloss, sich erst einmal auf die anstehende Aufgabe zu konzentrieren. Nämlich Pippa Guerlaine zu finden.
Es hatte eine Weile gedauert, bis sich Frank und Hazel für die Tochter des Dionysos entschieden hatten, doch je länger sie darüber nachgedacht hatten, desto mehr schien sie für diese Aufgabe wie gemacht zu sein.
Hazel wusste nicht viel über sie, aber trotzdem noch mehr als über die meisten Einwohner von Neu-Rom. Sie war zwanzig Jahre alt und war erst mit 16 von ihrem Vater, dem Gott des Weines, nach dem Krieg gegen Kronos anerkannt worden. Soweit sie wusste, pflegte Pippa ein gutes Verhältnis zu ihrem Vater. Außerdem war sie eine der ersten griechischen Halbgöttinnen gewesen, die die offizielle Erlaubnis des Senats erhalten hatten, dauerhaft in Neu-Rom zu bleiben.
Doch das war nicht das Wichtigste. Sondern die Kontakte, über die sie verfügte.
Denn Pippa war mit Hayden Hemingway zusammen, der einen Sitz im Senat innehatte. Hazel hoffte sehr, dass nicht ausgerechnet Hayden der Drahtzieher hinter alledem war, denn das würde sie vor noch größere Probleme stellen.
Während ihrem Weg durch die Innenstadt wurde Hazel von vielen Römern gegrüßt, doch andere ignorierten sie gänzlich. Um weiterhin den Anschein zu erwecken, alles sei normal, kaufte sie sich in einem der vielen Cafés eine heiße Schokolade und trank diese genüsslich im Weitergehen.
Sie ging immer weiter, bog in verschiedene Straßen ab und lief durch kleine Gassen, bis sie schlussendlich vor einer kleinen Boutique stand.
Hazel überlegte nicht lange, trank ihre heiße Schokolade aus und warf den Becher in einen nahegelegenen Mülleimer. Dann atmete sie tief durch und betrat den Laden.
Er war recht klein, aber sehr geschmackvoll eingerichtet. Trotzdem würde Hazel hier nicht einkaufen gehen, denn die Kleidung, die im ganzen Verkaufsraum verteil hing, war zwar sehr schön, aber deutlich über ihrer Preisklasse. Vielleicht ein andermal, wenn sie älter war, erwachsen und einen Beruf hatte.
Hazel sah sich in der kleinen Boutique um und hielt nach einer jungen Frau mit kupferroten, taillenlangen Haar Ausschau. Es dauerte nur ein paar Sekunden, dann tauchte Pippa Guerlaine auf, Hazel erkannte sie sofort.
Mit ihren engen, schwarzen zerfetzten Jeans, der übergroßen grauen Jeansjacke, dem schwarzen Bandshirt und den Bikerboots mit hohen Blockabsätzen stellte sie einen starken Kontrast zu der romantisch dekorierten Boutique dar, doch sie wirkte elegant und voll in ihrem Element. Als Hazel sie nun sah, musste sie zugeben, dass die Tochter des Dionysos sie ein wenig einschüchterte. Sie war hübsch, hatte volle Lippen und hohe Wangenknochen. Außerdem war sie ein gutes Stück größer als Hazel und war sehr schlank, ganz im Gegenteil zu der Tochter des Pluto, die weibliche Kurven besaß.
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Die Waffe der Meere
FanfictionPercy hat es geschafft- er ist aus der Vergangenheit zurück. Doch viel Zeit zum Erholen bleibt ihm nicht, denn die Zeit drängt. Die Halbgötter müssen versuchen, Bethanys geheimnisvolle Hinweise zu entschlüsseln und das Versteck des Dolches finden. L...
