Annabeth
Annabeth trat einen Schritt zurück und holte tief Luft. Sie zählte bis fünf, dann gab sie diesen Versuch, sich selbst zu beruhigen, wieder auf und straffte ihre Schultern.
In der Zwischenzeit war Piper zu Jason gestürmt, der auch wieder auf festem Boden stand und hatte ihn stürmisch in die Arme genommen. Als sie sich wieder halbwegs voneinander gelöst hatten und Piper ihn küsste, konnte man ihm ansehen, dass er Schmerzen hatte.
Gleich darauf entdeckte Annabeth den Grund. Die Wunde an seiner rechten Wange sah zwar nicht mehr aus, als wäre sie akut, aber verheilt war sie deswegen noch lange nicht. Sie erstreckte sich von seinem Kiefer über die Hälfte seiner Wange. Es würde eine hässliche Narbe geben.
Und auch alle anderen sahen ziemlich lädiert aus. Kein einziger schien unverletzt geblieben zu sein, Reyna selbst trug ihren Arm in einer Schlinge, sie wirkte blass, aber nicht minder entschlossen.
Was war passiert?
Annabeth ging zur Tochter der Bellona, umarmte sie fest, anschließend Jason. Sie sah sich um und stockte-...
Nico, schoss es ihr durch den Kopf. Wo ist Nico?
Im gleichen Moment, in dem sie diese Frage stellen wollte, stand plötzlich Will neben ihr. Seine Augen waren weit aufgerissen, er nahm Jason und Reyna genau unter die Lupe und verschränkte die Arme.
„Wo ist Nico?", seine Stimme hätte beinahe ruhig geklungen, wäre da nicht dieses kleine Zittern gewesen. Dieser angstvolle Unterton.
Es sah so aus, als hätte er mit nur einer Frage das ganze Weltbild der Beiden einstürzen lassen. Reyna schien in sich zusammen zu fallen, Jason erstarrte.
Annabeths Magen verkrampfte sich. „Ist er-...?", sie wagte es nicht, die Frage auszusprechen, aber ihr Blick wurde wie magisch von dem Wagen mit den Toten angezogen.
„Du meinst-... Nein!", sagte sie schnell, aber ihr Gesichtsausdruck war verzweifelt. „Er ist nicht hier? Ich dachte-..."
Bevor Annabeth auch nur die Worte verarbeiten konnte, schoss Will nach vorne. „Was meinst du damit? Was meinst du mit: Er ist nicht hier?", fauchte er. „WO. IST. NICO?"
Annabeth hatte Will schon in vielen verschiedenen Situationen gesehen. Er war der beste Heiler im Camp, er war mehr als nur stressresistent. Er war es gewesen, der sie in der Schlacht um Manhattan gerettet hatte. Es brauchte sehr viel, um Will Solace aus der Ruhe zu bringen, sie hatte nicht gedacht, dass das überhaupt möglich war.
Wie sehr hatte sie sich geirrt. Denn nun, mit dem Gedanken, dass Nico etwas zugestoßen sein könnte, wirkte er, als stände er kurz vor einer Panikattacke.
„Er sollte hier sein!", gab Reyna herrisch, ein wenig laut zurück. „Er sollte per Schattenreise zurückkehren und euch warnen!"
Annabeth zuckte zusammen. Piper sagte: „Wovor warnen?"
„Vor Pontos!", jetzt war es Jason der antwortete.
Annabeth hob ihre Hände. „Stopp. Von Anfang an. Was ist passiert?"
„Es war eine Falle!", rief Reyna aufgebracht. „Es war von Anfang an eine Falle. Pontos wollte uns vom Camp weglocken! Und wir sind blind darauf losgelaufen, gegen jeden Verstand. Er hat eine Gruppe von Kriegerprinzessinnen geschickt, die Okeaniden. Sie haben uns fertiggemacht, ein Dutzend hat gereicht um über dreißig Römer zu beschäftigten. Menschen sind gestorben, Annabeth! Und die Anführerin der Okeaniden hat etwas gesagt-... Pontos plant irgendetwas. Etwas Großes. Wir haben Nico hierhergeschickt, um euch zu warnen. Dass ihr vorsichtig seid.", sie strich sich durch die schwarzen Haare. „Er ist nicht hier angekommen?"
Annabeth schüttelte betrübt den Kopf. Reyna reagierte ganz anders, als sie es normalerweise von ihr gewohnt war. „So eine verdammte Scheiße!", fluchte sie und trat gegen den nächstbesten Wagen.
Will sagte gar nichts mehr. Er war wie zu Stein erstarrt, lange Schatten tanzten auf seinem Gesicht.
„Wir finden ihn.", es war Piper, die sich an den Sohn des Apollons wandte. „Versprochen."
Auf Annabeths Haut breitete sich eine Gänsehaut aus. Sie wollte etwas sagen, aber konnte es nicht. Plötzlich kreisten ihre Gedanken nur noch um Percy, der alleine am Strand war. Ihr wurde schlecht, wenn sie daran dachte, dass Pontos etwas plante und die Wahrscheinlichkeit, dass er über das Meer angriff, am höchsten war. Dann dachte sie an Jimmy und dass er ihn inzwischen erreicht haben sollte.
Sie kommen bestimmt gleich, redete sie sich ein. Nicht durchdrehen. Sie sind gleich da.
Und dann brach ihre Welt zusammen. Von dem einen Moment auf den Anderen. Einfach so. Als würden sich mit einem Mal ihre Ängste bewahrheiten. Das, was sie sich noch Sekunden zuvor eingeredet hatte, war plötzlich unglaublich naiv.
Vielleicht lag es daran, dass sie den Dolch bei sich trug. Vielleicht verstärkte er ihre Sinne. Aber sie konnte das Meer riechen, was eigentlich nicht möglich sein sollte. Es roch so, wie es an stürmischen Tagen roch, wild, aufgewühlt, gefährlich. Annabeth fing an zu zittern.
Nein, nein, nein, nein, nein, dachte sie. Götter, bitte, bitte nicht.
„Annabeth, der Dolch!", ertönt eine Stimme. Wer es war, wusste sie nicht. Doch ihre Hand arbeitete von selbst, sie zog den Dolch hervor.
Er leuchtete sanft, verstrahlte in Wellen ein silbergrünes Licht. Er vibrierte vor Macht, sodass Annabeth ihn beinahe fallen ließ.
Eine altgriechische Inschrift war auf der Klinge zu sehen.
Sturmbringer.
Es konnte nur eins bedeuten.
Pontos war da.
Ja, ich weiß. Das Ende ist fies. ABER: ihr wart ja recht begeistert von einem Lesewochenende und ich habe schon alles vorbereitet. Morgen wird es über den Tag verteilt 5 Kapitel geben und am Sonntag dann auch noch einmal 5 Kapitel.
Ich bin auf jeden Fall sehr gespannt, wie ihr das Finale finden werdet! *evil laugh*
Lg Sharon
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Die Waffe der Meere
FanfictionPercy hat es geschafft- er ist aus der Vergangenheit zurück. Doch viel Zeit zum Erholen bleibt ihm nicht, denn die Zeit drängt. Die Halbgötter müssen versuchen, Bethanys geheimnisvolle Hinweise zu entschlüsseln und das Versteck des Dolches finden. L...
