Lou
„Vorsicht Connor. Sei' lieber langsam.", meinte Lou besorgt und packte ihren Freund automatisch am Arm, um ihn zu stützten. Sie konnte sehen, wie zuerst ein seltsamer Ausdruck über das Gesicht des Sohns des Hermes huschte, als würde er nicht wollen, von ihr gestützt zu werden. Doch dann verschwand er wieder und er ließ zu, dass sie ihm half.
Still beobachtete Lou, wie er sich ächzend auf dem Sessel mit der hohen Lehne auf der Veranda des Haupthauses niederließ. Connors Gesicht war inzwischen blass und schweißüberströmt, doch kein Wort der Beschwerde kam ihm über die Lippen. Stattdessen atmete er konzentriert und gleichmäßig.
Lou schob den Ständer, an dem eine Infusion hing, neben ihn und setzte sich anschließend selbst auf einen Stuhl, den sie sich kurzerhand heranzog. Durch eine kleine Nadel, die in Connors Armbeuge steckte, träufelte langsam Kochsalzlösung in seinen Körper, vermischt mit ein wenig Nektar und einem anderen von Wills Mitteln.
Wie immer war Lou davon fasziniert. Es überraschte sie jedes Mal, wenn sie Will bei seiner Arbeit beobachtete. Wenn es um das Heilen ging, dann arbeiteten die Kinder des Apollons, der Demeter und der Hekate eng zusammen. Natürlich stemmten die Kinder des Apollons die meiste Arbeit, aber auch die der beiden anderen Göttinnen trugen ihren Teil dazu bei. Katie und ihre Geschwister versorgten Will und Lou als Hüttenältesten immer mit Kräutern, die diese weiterverarbeiteten. Lou und die anderen stellten oft Tränke und Medikamente her, die dann Will mit seinen Geschwistern benutzte. Alle waren perfekt aufeinander eingespielt, wie ein gut funktionierendes Uhrwerk.
Es freute Lou, dass sich die Zeiten geändert hatten. Noch vor fünf Jahren war man nicht einmal als Kind der Hekate anerkannt worden, doch nun waren sie nicht mehr wegzudenken. Sie mochte es, anderen Halbgöttern helfen zu können, es übte eine seltsame Faszination auf sie aus. Und jedes Mal, wenn sie es gemeinsam schafften, ein Leben zu retten, war sie glücklich.
Doch auch, wenn es ihr Spaß machte und sie es genoss, in diesem Fall war es ihr egal.
Es war ihr egal, warum Connor überlebt hatte. Es war ihr egal, dass in auch dieses Mal alles funktioniert hatte und sogar noch besser als üblicherweise. Es war ihr alles egal. Hauptsache, Connor lebte.
Und das tat er. Er hatte zwar noch einen langen Weg vor sich, bis er wieder vollends gesund war, doch er lebte. Jedes Mal, wenn sie an ihr Glück dachte, musste sie sich ein Grinsen verkneifen. Aber dann schien es, als würde ihr Herz explodieren müssen, wenn sie ihre Emotionen nicht äußerlich zeigte.
„Und wenn es dir zu viel wird, dann musst du es mir sagen, Con. Dann gehen wir sofort wieder rein.", Lou konnte nicht verhindern, dass ihre Stimme ein wenig übereifrig klang. Doch es störte sie nicht besonders. Sie und Connor waren vielleicht noch nicht lange ein Paar, gerade einmal zwei Monate, aber sie fand, dass sie als seine Freundin durchaus die Berechtigung dazu hatte, besorgt zu sein.
Außerdem kannte sie ihn inzwischen recht gut und konnte ihn einschätzen. Lou wusste, dass er, wenn sie nicht ein Auge auf ihn hatte, sich nicht wirklich ausruhen würde.
„Lou, ich bin jetzt fünf Tage nur im Bett gelegen. Glaube mir, jede Abwechslung ist mir recht.", ein kleines Grinsen schlich sich auf Connors' Züge. Wieder wurde ihr ganz warm ums Herz. Warum hatte er nur immer diese Wirkung auf sie? Er musste sie nur neckisch ansehen, oder provozierend grinsen, mit diesem Schalk in seinen Augen und schon spielte alles in ihr verrückt.
Sie tastete nach seiner Hand und drückte sie sanft. „Das weiß ich doch.", murmelte sie liebevoll. „Ich will nur nicht, dass du dich überanstrengst."
Connor lachte, zuckte unter der Bewegung seines Bauches jedoch leicht zusammen. „Keine Sorge, mit dem Training fange ich erst morgen wieder an.", gab er zurück.
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Die Waffe der Meere
FanfictionPercy hat es geschafft- er ist aus der Vergangenheit zurück. Doch viel Zeit zum Erholen bleibt ihm nicht, denn die Zeit drängt. Die Halbgötter müssen versuchen, Bethanys geheimnisvolle Hinweise zu entschlüsseln und das Versteck des Dolches finden. L...
